Und dann kam Pokémon GO

17. Juli 2016

Wie es Pokémon zurück ins Bewusstsein von mir und Millionen anderer Menschen geschafft hat…

Pokémon GO

Kaum jemand hat den enormen Erfolg von Pokémon GO, der neuesten Smartphone-App aus dem Hause Niantic, vorhergesehen. Doch nun, da die Software in über 26 Ländern verfügbar ist, scheint die zweite große Pokémania nicht mehr aufzuhalten. Auch ich zähle mich inzwischen zur Riege der von Server-Problemen geplagten Hobby-Trainer, obwohl das Spielprinzip bei mir im Vorfeld überhaupt kein Interesse geweckt hatte. Nach meinem ersten Spaziergang, bei dem ich einige Pokéstopps abklapperte, kann ich allerdings voll und ganz nachvollziehen, warum die App auf derartige Begeisterung stößt. Die üblichen Routen, die man bei seinen täglichen Besorgungen einschlägt, haben dank Pokéstopps und im Gras raschelnden Monstern nun einen völlig neuen Reiz. So befindet man sich schnell in der paradoxen Situation, bei auf den Handybildschirm gerichtetem Blick zwar weniger auf seine Umgebung zu achten, dabei aber auf Details aufmerksam zu werden, die einem zuvor nie wirklich aufgefallen sind.

Dabei steckt in Pokémon GO kaum mehr „Spiel“ als in Miitomo. Wenn man überhaupt von Gameplay sprechen kann, fällt es zumindest sehr mager aus, bietet es doch nicht viel mehr als die Möglichkeit, einen Pokédex via Google Maps auszufüllen. Natürlich gibt es auch Arenen, die erobert werden wollen, allerdings wird gerade hier deutlich, wie wenig Nintendo bzw. Game Freak in die Entwicklung der App involviert gewesen sind. Die Art und Weise, in der die Kämpfe ablaufen, ist dermaßen unintuitiv, dass es keine Software in diesem Zustand auf eine Nintendo-Konsole geschafft hätte. Das gilt auch für diverse andere Spielelemente, die dem Nutzer in keiner Weise erklärt werden. Von den regelmäßigen Abstürzen und Ausfällen ganz zu schweigen. Dass so gut wie jede Aktion in der Software eine Antwort des Servers benötigt, hat sich in den ersten Tagen als großer Stolperstein erwiesen.

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Selbst gebraut schmeckt besser: Der Weg zum ersten eigenen Bier

15. April 2016

Als ich Ende 2013 mit „Amarsi“ vom BrauKunstKeller mein erstes Craft Beer probierte, erwachte mein Interesse für das Thema Bier. Über die Jahre kostete ich die verschiedensten Bierstile aus aller Welt, bis ich mich Anfang dieses Jahres endlich dazu entschloss, mein erstes eigenes Bier zu brauen. Wie genau das ablief, wie das Ergebnis ausfiel und welche Erfahrungen ich daraus ziehen konnte, möchte ich an dieser Stelle berichten.

Bier selbst brauen

Die Bereitschaft, viel Mühe und Geduld in die Herstellung seines eigenen Biers zu stecken, ist zwar löblich, doch um mit dem Brauen beginnen zu können, reicht das allein noch nicht aus: Zuerst einmal musste ich mich entscheiden, woher ich die entsprechende Ausrüstung beziehen würde. Die auf Amazon beliebten Braufässchen schienen mir derart weit von der traditionellen Bierherstellung entfernt zu sein, dass ich diese bereits zu Beginn ausschloss. Ich landete bald auf verschiedenen Online-Shops für Hobbybrauer und hatte mir mithilfe des Buchs „Bier selbst brauen“ von Greg Hughes bereits alle nötigen Utensilien zusammengestellt, als mir klar wurde, wieviel Flüssigkeit das übliche Brauvolumen von 30 Litern eigentlich wirklich darstellte. Was, wenn mein erstes Bier nichts werden würde? 30 Liter in den Ausguss zu schütten, würde mir das Herz brechen.

Das ganze musste also im kleineren Rahmen stattfinden. Während es allerdings in den Vereinigten Staaten genügend Anbieter von kleinen und feinen Brausets gibt, sieht es in Deutschland eher mau aus. Da stieß ich auf das Start-up-Unternehmen Besserbrauer und deren „Braubox“. Zwar war der Preis im Vergleich zu den Produkten aus den Hobbybrauer-Shops ziemlich gesalzen, jedoch gefiel mir, dass der Brauvorgang hier im Gegensatz zu anderen vorgefertigten Kits der traditionellen Methode ohne vorgefertigte Extrakte oder ähnliches folgte. Außerdem lud das Brauvolumen von vier Litern zum Experimentieren ein. Da ein obergäriger Bierstil mehr Fehler verzeiht als untergärige Sorten wie beispielsweise Pils oder Lager, entschied ich mich für die Brown Ale-Variante des „Rundum-Sorglos-Pakets“, in dem bereits die meisten benötigten Utensilien enthalten waren, wobei aber zusätzlich mindestens ein Kochtopf mit einem Volumen von 10 Litern zum Brauen notwendig ist (zwei sind praktischer, ich habe es aber auch mit mehreren kleineren Töpfen geschafft). Drei der vier wichtigsten Zutaten sind bereits in der Braubox enthalten: Malz, Hopfen und Hefe. Die vierte Zutat, Wasser, ist zum Glück nicht schwer zu bekommen. Um kein Risiko bei der Wasserhärte einzugehen, entschied ich mich dazu, mit stillem Mineralwasser aus dem Supermarkt zu brauen.

Bier selbst brauen: Maischen und Läutern

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Von schlechten Verlierern, neuen IPs und enttäuschenden Wollwelten

11. September 2015

In den letzten zwei Monaten hatte ich jede Menge Zeit, um mich mal wieder eingängig mit meinem liebsten Zeitvertreib zu beschäftigen. Besonders mit meiner Wii U habe ich mir etliche Stunden versüßt, wobei es auch genügend Momente gab, in denen ich das Gamepad am liebsten zur Seite gelegt hätte. Meine persönlichen Erfahrungen mit einigen von Nintendos heiß ersehnten Titeln möchte ich in diesem Beitrag kurz beleuchten. Fangen wir an mit dem wahrscheinlich wichtigsten Wii U-Release des Jahres…

Splatoon

Splatoon

Endlich hat sich Nintendo noch einmal getraut, eine vollkommen neue IP aus dem Boden zu stampfen und diese auch vernünftig zu vermarkten. Belohnt wurde dies mit äußerst respektablen Verkaufszahlen, besonders in Japan. Auch ich bin mit leichter Verstärkung ins Tintenfischgefecht eingestiegen und konnte mich davon überzeugen, wie wunderbar frisch und unverbraucht das Konzept von Splatoon ist. Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Da ich so gut wie keine Shooter spiele, egal ob 1st oder 3rd Person, brauchte ich eine ganze Weile, bis ich mich in den Online-Matches auch nur annähernd behaupten konnte. Erst das Freischalten des Rangmodus verschaffte mir wieder Spaß an den Gefechten, denn dort war ich weniger auf mich allein gestellt, sondern wurde verstärkt von meinen Teamkameraden unterstützt und konnte dasselbe für sie tun. Mir ist schleierhaft, warum dieser Modus erst dermaßen spät freigeschaltet wird, zumal man dort sowieso Spielern mit ungefähr gleichem Rang zugewiesen wird. Zum Glück gibt es ja auch noch den Singleplayer-Modus, der mir außerordentlich viel Spaß bereitet hat, gekrönt von einem phänomenalen Endgegner. Nur weiter so, Nintendo!

Super Smash Bros. for Wii U

Nachdem ich lange Zeit nicht zuhause war, konnte ich mich nun endlich wieder intensiv dem neuesten Smash Bros.-Teil auf dem großen Bildschirm zuwenden. Während meine Singleplayer-Sessions vorwiegend auf dem 3DS stattfanden, galt meine Aufmerksamkeit bei der Wii U-Version hauptsächlich dem Online-Modus, den ich in den letzten Wochen äußerst intensiv gespielt habe. Zumindest in 1-gegen-1-Matches werde ich meist mit einer halbwegs stabilen Verbindung gesegnet, wobei es immer wieder Momente zum Haare raufen gibt, in denen einem das Lag die Tour vermasselt. In letzter Zeit sind es allerdings zunehmend die Spieler, auf die ich im „Hart auf hart“-Modus treffe, die mir den Spaß am Spiel verderben. Das Gros an Kontrahenten besteht inzwischen aus schlechten Verlierern, die nach einer einzigen Niederlage den Raum verlassen, sowie schlechten Gewinnern, die dasselbe nach ihrem ersten Sieg tun. Gespottet wird dabei am laufenden Band und zum Glück kann ich über die Beleidigungen, die manchmal per Namensfunktion ausgesprochen werden, bisher noch lachen. Hier ist es interessant, einen Vergleich zu meinen anfänglichen Erfahrungen mit Splatoons Online-Modus anzustellen. Da man dort mit seinen Gegnern kaum in direkten Kontakt tritt, entmutigen mich lediglich die ständigen Niederlagen, während Smash Bros. den Spielern genügend Gelegenheit gibt, sich daneben zu benehmen, weswegen man sich eher über die Person am anderen Ende der Leitung ärgert als über den Ausgang des Matches. In jedem Fall weiß man gemütliche Couch-Sessions mit seinen Freunden wieder ganz neu zu schätzen.

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Ein Genussspaziergang durch Freiburg

28. Juli 2015

Freiburg bietet mehr als nur eine hübsche Altstadt und die Nähe zum Schwarzwald. Durch den hohen Anteil der studentischen Bevölkerung gibt sich die Stadt jung und zeitgemäß, was sich auch im kulinarischen Spektrum widerspiegelt. Ich habe für euch einen Rundgang durch Freiburg zusammengestellt, der euch an meinen Lieblingsorten zum Verweilen und Genießen vorbeiführt.

Blick auf das Martinstor in Freiburg im Breisgau

Wir starten unsere kleine Tour dort, wo wohl die meisten Reisenden zuerst eintreffen werden: dem Hauptbahnhof. Wer die Treppen zur Straßenbahnhaltestelle erklimmt und in östliche Richtung blickt, kann die Altstadt schon ausmachen. Ein Blick nach Westen lässt den Stadtteil Stühlinger erahnen. Wir laufen zuerst einmal in Richtung Altstadt, deren Wahrzeichen das Freiburger Münster ist. Schon nach wenigen Metern passieren wir dabei unser erstes Ziel, denn leicht versteckt neben Kino und Eiscafé und direkt an der Haltestelle Stadttheater liegt die…

Passage46, Bertoldstraße 46

Das Motto „Where art, music, gastronomy and culture intersect“ beschreibt das Konzept sehr gut, denn die Passage46 gelangt nicht mehr nur durch ihre Konzerte und Aufführungen, sondern zunehmend auch dank ihrer Bar zu Ruhm und Ehre, nicht zuletzt dank des leitenden Bartender Alexander Mayer, der kürzlich bei der „Made in GSA Competition“ in Berlin abräumte. Bei diesem Cocktail-Wettbewerb geht es darum, hauptsächlich Zutaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu verwenden und Alexander konnte mit seinem „Cowbell“, einer Mixtur aus Birnenbrand, Wermut und frischer Buttermilch, die Jury vollends überzeugen und damit den ersten Platz belegen. Diesen Drink kann man natürlich auch in der Passage46 genießen, vorausgesetzt die Zutaten sind gerade auf Lager. Andernfalls lockt eine anschaulich umgesetzte Karte mit diversen ansprechenden Drinks, die allesamt auf frische Zutaten setzen und auch die selbstgemachte Limonade weiß zu überzeugen.

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Quo vadis, Nintendo?

18. Juni 2015

Auch am zweiten Messetag der diesjährigen E3 konnte Nintendo das Ruder nicht mehr herumreißen. Zurück bleiben enttäuschte Fans und eine ungewisse Zukunft für die Wii U. Wie geht es nun weiter?

Fox McCloud in Star Fox Zero

Nach der letztjährigen Pressekonferenz anlässlich der Electronic Entertainment Expo dachte ich wirklich, Nintendo hätte den richtigen Weg für zukünftige Präsentationen gefunden: Ohne in Konkurrenz mit den aufwendig inszenierten Selbstdarstellungen anderer Firmen zu stehen, zog Nintendo das Online-Format vor und konzentrierte sich dabei auf das, was bei einer solchen Veranstaltung wirklich zählt: die Spiele. Nach diesem Jahr glaube ich jedoch fast, es wäre besser, Nintendo würde von nun an gänzlich auf eine Präsentation verzichten.

Es ist offensichtlich, dass die Herrschaften in Japan die Medienwirksamkeit der E3-Pressekonferenzen noch immer nicht begriffen haben und dass das diesjährige „Digital Event“ für Nintendo nicht mehr Stellenwert hatte als die über das Jahr verteilten „Nintendo Direct“-Präsentationen. Anders lässt es sich kaum erklären, warum sich Nintendo dazu entschieden hat, diesmal bereits im Vorfeld sein Pulver zu verschießen und mit der Ankündigung der Virtual Console-Version von Mother 1 bzw. EarthBound Beginnings sowie der Enthüllung der neuen Smash Bros. DLC-Kämpfer gleich zwei Kracher vorwegnahm.

Auch wenn einige Beobachter Sony vorhalten, Effekthascherei mit Ankündigungen betrieben zu haben, deren Veröffentlichungen noch viel zu weit in der Zukunft liegen, so wurde hier doch wenigstens eine gute Show geliefert und genau das unterscheidet die E3-Pressekonferenzen nun einmal von den restlichen Veranstaltungen des Jahres, ob einem das nun gefällt oder nicht. Im Gegensatz dazu traute sich Nintendo nicht einmal, den Fans einen Blick auf den offenkundig wohl noch ziemlich unfertigen neuen Zelda-Teil zu gewähren.

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„Mickey Mousing“ in Videospielen – Bitte mehr davon!

30. Mai 2015

Spätestens seitdem findige Entwickler den Vormarsch der Space Invaders durch eine immer schneller werdende Notenfolge vertonten, wird Musik dazu verwendet, das Spielerlebnis zu steigern. Im Laufe der Jahre entstanden immer wieder neue Wege, die Musik zu einem interaktiven Spielelement zu machen und das aus dem Filmmedium bekannte „Mickey Mousing“ ist einer davon.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Niemand wird bestreiten wollen, wie wichtig Musik für die Stimmung und Atmosphäre eines Films oder Videospiels ist. Letzteres Medium hat allerdings den Vorteil, dass es interaktiv ist, was völlig neue Möglichkeiten zur Sound-Gestaltung eröffnet. Genauso wie das Durchspielen jedes Mal anders aussieht, unterscheidet sich auch der Soundtrack der jeweiligen Session, was Dauer und Häufigkeit der einzelnen untermalenden Stücke angeht. Schon früh fingen Entwickler an, das akustische Spielerlebnis noch individueller zu gestalten und vor allem Nintendo experimentiert immer wieder mit neuen Tricks und Kniffen, einige davon so subtil, dass man sie kaum bemerkt.

Viele Spieler bemerkten schon zu SNES-Zeiten, dass die Hintergrundmusik in Super Mario World durch Congas erweitert wird, sobald Mario sein Reittier Yoshi besteigt. Oder, um bei dem grünen Drachen zu bleiben, dass die Musik auf der Oberweltkarte in Yoshi’s Island durch immer mehr Instrumente vertont wird, je mehr Welten der Spieler bereits bestritten hat. Viel subtiler jedoch ist ein Beispiel aus The Legend of Zelda: Ocarina of Time, von dem viele Fans, mich eingeschlossen, wahrscheinlich erst im „Iwata Asks“ zum 3DS-Remake gehört haben. Dort wird erläutert, dass das pompöse Hauptthema der hylianischen Steppe je nach Spielsituation in drei verschiedene Musikstücke übergeht. Läuft Link beispielsweise gerade von A nach B, ertönt die übliche Melodie, bleibt er jedoch stehen, geht sie in eine ruhigere, idyllische Version über. Nähert sich wiederum ein Gegner, ertönt eine dritte Variation, die mit hektischen Saiten- und Blasinstrumenten aufwartet. Dieser Effekt ist deswegen so unscheinbar, weil der Wechsel nicht abrupt stattfindet, sondern dafür eine geeignete Stelle in der Melodie abgewartet wird.

Ein ähnliches und recht aktuelles Beispiel findet sich in Mario Kart 8: Die sogenannte „Wario-Abfahrt“ stellt eine der wenigen Strecken dar, die nicht im Kreis führt, sondern einen Anfang und ein Ende hat, genauer die Spitze und den Fuß eines schneebedeckten Berges. Die verschiedenen Etappen der Abfahrt werden dabei musikalisch individuell untermalt, wofür sich Nintendo gleich zweierlei Kniffe bedient hat: Zum einen wurde die Melodie so komponiert, dass deren verschiedene Themen ungefähr zu dem Zeitpunkt beginnen, zu dem der Spieler eine neue Etappe erreicht. Zum anderen geht das Stück beim Passieren bestimmter Punkte in verschieden instrumentalisierte Variationen über, die den einzelnen Etappen zusätzlichen Charakter verleihen. So unterstreichen Violinen einen hektischen Abschnitt, in dem der Spieler den auf der Strecke befindlichen Bäumen ausweichen muss. Die Übergänge sind hier zwar nicht ganz so subtil wie bei Ocarina of Time, aber das Ergebnis ist trotzdem vielen Spielern im Gedächtnis geblieben. Es gibt noch weitere Beispiele, die in diesem Video sehr schön veranschaulicht werden. Ich möchte an dieser Stelle allerdings noch auf einen weniger oft genutzten Trick eingehen, den man aus dem Medium Film und insbesondere dem Zeichentrick kennt: das sogenannte „Mickey Mousing“.

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Parov Stelars „The Demon Diaries“: Elektro-Swing wird erwachsen

21. April 2015

Immerhin drei Jahre ist es nun schon her, seit Parov Stelar sein letztes vollwertiges Album „The Princess“ veröffentlicht hat. In dieser Zeit hat es nicht nur der österreichische Künstler selbst zu Ruhm gebracht, er hat auch einen großen Teil dazu beigetragen, das Genre des Elektro-Swing zu popularisieren. Mit seinem neuen Album „The Demon Diaries“ scheint dieser Stil nun erwachsen geworden zu sein.

Parov Stelar - The Demon Diaries

Ich erinnere mich noch genau daran, wie das erste Mal ein Song von Parov Stelar an mein Ohr drang. Der magische Moment ereignete sich in einem kleinen Club gelegen an der Bundesstraße B9. Von einer Kommilitonin hatte ich nur eine Woche zuvor von dem noch recht jungen Genre namens „Elektro-Swing“ (gerne auch „Electro Swing“) erfahren, als sie mir einige Lieder von Caravan Palace vorgespielt hatte. Auf der Tanzfläche von besagtem Club war es dann plötzlich so weit: Der DJ blendete über in den kultigen Titel „Libella Swing“ von Parov Stelar. Ich war sofort derart begeistert von dem Track, dass ich mich bei ihm nach dem Namen des Lieds erkundigte. Nachdem ich am nächsten Tag den Künstler recherchiert hatte, stellte ich erfreut fest, dass ein neues Album von ihm unterwegs war. So kam ich mit „The Princess“ an meine erste Platte von Parov Stelar und bin seitdem ein treuer Fan.

Die Wurzeln des Österreichers, der im wahren Leben den Namen Marcus Füreder trägt, liegen eigentlich im Bereich Trance und Techno, wo sich auch seine ersten vereinzelten Releases einordnen lassen. Doch schon 2003 gründete er sein eigenes Label „Etage Noir“ und veröffentlichte im darauffolgenden Jahr dann auch sein erstes Album „Rough Cuts“, eine Jazz-Platte mit starken elektronischen Einflüssen. Ähnlich einzuordnen ist auch der Nachfolger „Seven and Storm“ aus dem Jahre 2005, doch der Swing-Einfluss, der Parov Stelar berühmt machen sollte, war bereits in dem Titel „Kisskiss“ wahrnehmbar und wurde schließlich im 2007 erschienenen Album „Shine“ vollwertig umgesetzt. Die Platte beginnt mit einigen wunderschönen, melancholischen Stücken und nimmt zur Mitte hin Fahrt auf, um dann mit „Charleston Butterfly“ einen reinrassigen Elektro-Swing-Song zu präsentieren. Hier ließ sich bereits erkennen, in welche Richtung sich der Stil des Österreichers entwickeln würde.

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