Tolle Tracks – Vol. 1

Wer das Facebook-Profil von Retro V verfolgt, dem ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich in unregelmäßigen Abständen sogenannte „Tracks des Tages“ poste: Melodien, die ich mir immer und immer wieder anhören kann und die meiner Meinung nach zum Besten gehören, was die Videospielwelt zu bieten hat. Damit auch Nicht-Facebook-User in den Genuss dieser Songs kommen, möchte ich sie an dieser Stelle präsentieren und zu jedem Track ein paar Worte verlieren.

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Xenoblade Chronicles: „Gaur Plain“

Den Anfang macht ganz bewusst ein modernes Meisterwerk, denn gute Videospiel-Songs findet man nicht nur in der Vergangenheit. Das riesige Rollenspiel überzeugt musikalisch auf ganzer Linie und spätestens bei diesem Track wird das jedem Spieler klar. Während sich die weitläufige Steppe vor den Augen des Spielers erstreckt und dieser zum ersten Mal erahnt, wie groß die Welt von Xenoblade Chronicles wirklich ist, motivieren ihn die treibenden Klänge dieses Lieds dazu, sich mitten ins Abenteuer zu stürzen und jede Ecke der weitläufigen Landschaften zu erkunden. Zu meinem Bedauern muss ich eingestehen, dass ich noch nicht mal einen Bruchteil von Xenoblade Chronicles gesehen habe, konnte ich bisher doch nur knapp zehn Stunden in das Spiel investieren. Doch bereits die ersten paar Sekunden dieses Tracks reichen aus, mir wieder Lust auf Mehr zu machen.

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Scott Pilgrim vs the World: The Game: „Another Winter“

Bei diesem Spiel handelt es sich um einen Sonderfall, denn ich besitze es nicht und habe es bis auf die Demo-Version auch noch nicht angespielt. Doch ich weiß etwas mit dem Namen „Anamanaguchi“ anzufangen (diese zeichnen sich übrigens unter Anderem auch für die Titelmelodie von Bit.Trip Runner verantwortlich) und bereits das erste Level der Videospiel-Umsetzung von Scott Pilgrim liefert dem Spieler einen Eindruck davon, welchen Sound er von ihnen zu erwarten hat: kultiges 8-Bit-Gedudel mit einer gehörigen Portion E-Gitarre! Eine bessere musikalische Analogie zum Konzept des Spiels hätte man wohl kaum finden können. Als Fan der Comic-Vorlage und Film-Umsetzung kann ich jedem Leser Scott Pilgrim in all seinen Formen übrigens nur wärmstens ans Herz legen!

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Dragon Quest IX: „Heaven’s Prayer“

Neben dem berührenden fünften und dem märchenhaften achten Teil gehört der neunte Teil der Dragon Quest-Reihe zu meinen absoluten Favoriten. Manch ein Fan mag behaupten, dass die Kompositionen von Koichi Sugiyama mit dem DS-Ableger langsam an Qualität verloren haben, doch dieser Track wagt das Gegenteil zu beweisen. Die Melodien aus der Feder des Dragon Quest-Maestros erinnern mich persönlich immer ein wenig an die Werke von Joe Hisaishi (Studio Ghibli) und „Heaven’s Prayer“ stellt da keine Ausnahme dar. Noch schöner klingt übrigens die Orchester-Version!

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Donkey Kong Country 2: „Mining Melancholy“

Ohne Zweifel besitzt Donkey Kong Country 2 einen der besten Videospiel-Soundtracks aller Zeiten. Mit seinen ominösen, melancholischen Kompositionen verzauberte David Wise bereits 1995 Spieler auf der ganzen Welt und tut es auch heute noch. Als Paradebeispiel für den fantastischen Soundtrack des Spiels wird gerne „Stickerbrush Symphony“ zitiert, aber auch „Mining Melancholy“ bleibt ein zeitloser Klassiker. Wer bei dem geisterhaften Summen um die 1:20-Marke keine Gänsehaut bekommt, hat diese Perle der 16-Bit-Ära noch nicht gespielt.

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Mystical Ninja Starring Goemon 2: „At Ryugu, Daily Life On Turtle Back“

Dieser Song verdeutlicht auf wundervolle Weise, warum die Soundtracks der Mystical Ninja/Ganbare Goemon-Serie so einzigartig sind: Während jedes andere Spiel das mit Gegnern und Fallen gespickte Abschlusslevel einer Welt mit bombastischen, finsteren oder gar furchteinflößenden Klängen unterlegt hätte, macht Mystical Ninja Starring Goemon 2 dem Spieler an dieser Stelle mit einer unglaublich energiegeladenen Mischung aus J-Pop und klassischen japanischen Instrumenten noch einmal richtig Feuer unterm Hintern. Somit deckt sich die Hintergrundmusik mit dem Gameplay, denn in diesem „2.5D“-Jump ’n‘ Run bleibt man selten stehen, sondern prescht ohne Unterlass voran. Selbst das Unterwasser-Segment (ab 1:05), welches bereits ein viel ruhigeres Tempo vorlegt, gibt sich hektischer als vergleichbare Kompositionen.

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Persona 4: „Heartbeat, Heartbreak“

Als ich dieses ungewöhnliche Rollenspiel zum ersten Mal in meine betagte PlayStation 2 einlegte, hätte ich niemals gedacht, dass es sich zu einem meiner absoluten Lieblingsspiele entwickeln würde. Bei einem derart langandauernden Spielerlebnis hört man die einzelnen Songs des Soundtracks unzählige Male, weswegen man von Glück reden kann, dass die poppigen Melodien in Persona 4 durchaus überzeugen können (wobei dies ohne Frage eine Geschmackssache ist). Kämpft man sich nicht gerade durch die zufallsgenerierten Dungeons, verbringt man die meiste Zeit in der Stadt, wo man einen von zwei Songs hört: „Your Affection“ und eben „Heartbeat, Heartbreak“. Letzterer gefällt mir besser, da er für mich eher das Gefühl vom „grauen Alltag“ einfängt, ohne dabei aber seine optimistische Stimmung zu verlieren. Viel Glück beim Entziffern der Lyrics übrigens (die YouTube-Kommentare sollten da weiterhelfen)…

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Super Mario 64: „Dire, Dire Docks“

Beenden möchte ich diesen Artikel mit einem wahren Klassiker, den wirklich jeder Leser kennen sollte. Benannt nach dem zweiten großen Unterwasser-Level im Spiel (bzw. auf dem deutschen Soundtrack als „Aqua Arie“ betitelt) sorgt „Dire, Dire Docks“ für eine entspannt wohlige Atmosphäre ungleich der Walzer vorheriger Mario-Spiele. Bekommt man nach einem Tauchgang wieder festen Boden unter den Füßen, wird der Melodie eine zusätzliche Percussion-Spur hinzugefügt, was mir als Liebhaber interaktiver Spielmusik besonders gefällt. Mehr zu sagen, was nicht sowieso schon jedem klar ist, gibt es zu diesem tollen Stück eigentlich nicht. Umso verwunderlicher, dass diese Komposition in keinem weiteren Spiel seit Super Mario 64 Verwendung fand.

Eine Antwort zu Tolle Tracks – Vol. 1

  1. Retrozocker sagt:

    Sehr schöne Soundtracks! Ich spiele zur Zeit grad The Last Story für die Wii. Ebenfalls mit wundervoller Musik. Weiter so mit eurem Blog. Ich lese euch regelmäßig. Retrozocker aka Dr. Snuggles