HD-Gaming im Jahre 2012 (oder warum jetzt besser ist als 2006)

Manchmal ist warten besser als bei erstbester Gelegenheit zugreifen: Über die Vorzüge der jetzigen Fernseher und das HD-Gaming in der nächsten Konsolengeneration.

Das Spielen in HD-Bildqualität war ein großer Techniksprung im Jahr 2005, aber auch sehr teuer. Nicht nur kosteten die Xbox 360 und PS3 (die ein Jahr später kam) mehr als die Konsolen zuvor, die Gamer mussten sich auch noch einen entsprechenden Fernseher zulegen, wenn sie die Technik der neuen Konsolen ausnutzen wollten. Ausgereift konnte man die Technik nicht nennen: Der Bildaufbau war im Gegensatz zum Röhrenfernseher zögernd, LCD-Fernseher blamierten sich mit schwachen Farben und hellem Schwarz, und Plasma bedeutete kurze Lebenszeit und eingebrannte Bilder. Die Konsolen konnten noch so mit ihrer Technik protzen, das Endresultat auf dem Bildschirm überzeugte nur in wenigen Haushalten – zumal viele Gamer immer noch auf der Standardauflösung spielten und so die eigentliche Stärke der Konsolen ignorierten.

Danach wurden die Fernseher jedoch besser und vor allem günstiger! Mit Leichtigkeit finden Konsumenten nun große Bildschirme für weniger als 1.000 €, die zudem noch mehr Funktionen als frühere Geräte bieten und oft Internettauglichkeit vorweisen können. Leuchtstoffröhren ade: Als Lichtquelle für LCD-Fernseher setzen die Herstellen vermehrt LED ein, was nicht nur weniger Strom verbraucht, sondern auch die Lebensdauer und den Kontrast erhöht. Außerdem haben moderne Fernseher weniger Volumen und weniger Gewicht, weil die Konsumenten sehr flache Bildschirme bevorzugen. Wegen der Auflösung muss sich übrigens niemand mehr den Kopf zerbrechen, denn Full-HD (1920×1080 Bildpunkten, progressiv) hat sich längst durchgesetzt. Wer also wie ich bisher auf den Kauf eines HD-Fernsehers verzichtet hat, der kann sich jetzt für wenig Geld einen guten und großen Fernseher besorgen, d.h. gerade rechtzeitig für die nächste Konsolengeneration, die im Winter mit der Wii U beginnen wird.

Alles bestens? Leider nein, denn der große Preisdruck im Fernsehmarkt führt dazu, dass die Hersteller mehr auf günstige Angebote statt auf Qualität setzen. Spielerinnnen und Spieler, die vor allem hohe Reaktionszeiten beim Bildaufbau wollen, müssen nach wie vor viel Nachforschung betreiben, um einen geeigneten Fernseher zu finden. Nicht wenige Technik-Enthusiasten beklagen den Rückzug der Plasma-Bildschirme, weil diese bessere Resultate in Videospielen liefern, aber gegenüber LED-Fernseher massiv an Popularität verlieren. Und wie groß soll der Fernseher sein? Wer Qualität will, muss sich mit Fernsehern ab 40 Zoll herumschlagen, denn erst ab dieser Kategorie bemühen sich die Hersteller um Bildqualität und setzen modernste Techniken ein. Aber wenn man keinen Platz für einen 50- oder gar 55-Zoll-Fernseher hat? Dann muss man unter der Masse von Billigangeboten den geeigneten Fernseher ausfindig machen.

Ein Glück, dass die Fernseher-Industrie nicht stillsteht! Wer mit den jetzigen Fernsehern nichts anfangen kann, darf auf die nächste Generation hoffen: Prototypen mit OLED-Technik überzeugen, sind aber noch zu teuer; Sony setzt hingegen auf die Crystal-LED-Technik, die viel mehr Kontrast und höhere Reaktionsgeschwindigkeit vorweist als die marktüblichen LED-Fernseher. Zu Schade, dass sie noch Zeit bis zur Marktreife brauchen. Für die Wii U werde ich deshalb wohl auf einem LED-Fernseher zurückgreifen, und hoffentlich hält dieser auch eine ganze Konsolengeneration aus, wenn nicht sogar zwei.

Eine Antwort zu HD-Gaming im Jahre 2012 (oder warum jetzt besser ist als 2006)

  1. Oliver sagt:

    Das ist schon sehr amüsant: Genau an dem Tag, an dem ich mir endlich einen HD-Fernseher zulege, erscheint dieser Artikel. Ich krame mal schnell das Akte X-Thema heraus…

    Ich war zum Start der HD/Wii-Konsolen-Generation auch nicht vollständig von der Qualität der damaligen Fernseher überzeugt (Schlieren-Bildung bei zu schnellen Kameraschwenks, Lags, das Auflösungschaos, HDMI oder nicht HDMI), habe mir aber, im Vertrauen auf den Fortschritt der Technik, 2006 geschworen, dass ich spätestens zum Startschuss der nächsten Generation einen HD-TV kaufen werde. Wir haben dann einfach einen guten alten PC-Monitor genutzt, um mit der Xbox 360 (via offiziellem VGA-Kabel) dann auf sehr günstige Weise in HD-Auflösungen spielen zu können, wenn auch noch im 4:3-Format. 2009 haben wir dann ein sehr gutes Schnäppchen gemacht und einen kleinen Fujitsu-Siemens 22-Zoll-Full-HD-Monitor angeschafft. Diesen haben wir vor allem wegen seiner hervorragenden Reaktionszeit von 2ms gekauft. Jetzt konnten auch PS3-Spiele in HD gespielt und Blu-rays angeschafft werden. WALL-E und das für sein Alter sagenhaft gut aussehende 2001 waren echte Augenöffner. Allerdings war ich enttäuscht, als in vielen der hoch gelobten PS3-Spielen die Treppchenbildung so unangenehm herausstach und ich der einzige zu sein schien, der sich daran zum Beispiel in Uncharted 1 störte. Das hatte man davon, wenn man so naiv war, die selbst geschossenen (und mit Filtern stark verfälschten) Screenshots von WipEout HD im NeoGAF für bare Münze zu nehmen. Schon komisch, dass sich fast niemals jemand zum Unterschied zwischen der Ingame-Grafik und diesen geschönten Pics äußerte.

    Jetzt steht der Samsung UE40ES6300 bei uns und wartet auf seinen Dauereinsatz und der langjährigen Kooperation mit der Wii U. Nach einigen Tests mit diversen Blu-rays und Spielen kann ich nur sagen, dass sich das Warten gelohnt hat. Im Game Modus (und mit allen abgeschalteten bildverbessernden Optionen) kann ich keinen spürbaren Lag feststellen. Als Testkandidat diente mir SMB 2 (J) auf der Virtual Console, bei dem jede noch so kleine Verzögerung tödlich enden kann. Allerdings sind die 50Hz-Spiele, wie das originale SMB und SMB 3, kaum spielbar, da muss ich mich noch tiefer in die diversen Funktionen des Gerätes hinein fuchsen, ob man dort etwas machen kann. So oder so, die gute alte Rohre behalte ich so lange, bis das Gerät seinen Geist aufgibt – und danach werde ich mich auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Wii und die anderen SD-Konsolen sehen objektiv furchtbar auf einem HD-TV aus, da gibt es einfach keinen Ersatz zu einem anständigen Röhren-Fernseher.