Manga-Review: Rec – Der Tag, an dem ich weinte

Mit „HAL“ und „The Final Loop“ hat sich die Mangaka Aoi Makino bereits einen Namen auf dem Shōjo-Markt gemacht, der bekanntlich auch hierzulande noch immer ein relativ großes Publikum anspricht. Jetzt wurde auch ihre bereits im Jahr 2010 in Japan veröffentlichte Geschichte „Rec – Kimi ga Naita Hi“ unter dem deutschen Titel „Rec – Der Tag, an dem ich weinte“ bei Tokyopop veröffentlicht.

Minami ist die Außenseiterin der Klasse. Unfähig vor ihrer Umwelt Emotionen zu zeigen, wirkt die Schülerin, die von sich selbst behauptet, sie habe noch nie eine Träne vergossen, auf ihre Mitschüler wie eine eiskalte Person ohne bekannte soziale Bindungen. Das ist der Nährboden für Gerüchte und üble Nachrede. So geht die Legende um, dass Minami den berühmt-berüchtigten „Presskatzen“-Clip gedreht hat, ein sich in Windeseile auf den Schulhöfen vermehrendes Schock-Video, das eine regelrecht platt gefahrene Katze zeigt. Immer einen Camcorder mit sich führend, würde sie stets auf neues „Material“ warten. Akira Wakabayashi ist quasi der krasse Gegenentwurf. Der extrovertierte, charismatische Jungschauspieler ist die Attraktion der Schule und der Schwarm der Mädchen – bis auf Minami. Die zeigt sich dann auch als einzige Zuschauerin vollkommen unbeeindruckt, als die Schule in den Genuss einer Premieren-Vorführung seines sprichwörtlich letzten Films kommt, denn Akira möchte auf der Höhe seiner Popularität mit der Schauspielerei brechen.

Als die Klasse einen Aufsatz über ihre beim Ansehen des Films empfundenen persönlichen Gefühle schreiben soll, fällt Minami durch die Abgabe eines leeren Blattes mal wieder aus dem Rahmen, gewinnt dadurch aber auch die Aufmerksamkeit Akiras. Dieser mischt sich kurz darauf in einen Streit zwischen Minami und ein paar Jungs ein, die ihre Speicherkarte aus dem Camcorder klauen, in der Hoffnung, auf dem Träger noch weitere von ihr gedrehte Schock-Videos zu finden. Stattdessen taucht auf dem Monitor der Schule aber ein kurzer Clip auf, der Minami im liebevollen Umgang und Gespräch mit einer Katze zeigt. Im anschließenden Gespräch zwischen ihr und Akira, erlebt der Leser einen Einblick in Minamis Weltanschauung und die Hintergründe des Filmes auf der Speicherkarte. So wurde die Katze, in einer Kiste ausgesetzt, ursprünglich vor dem Schulhof gefunden, wo sie gleich ein paar Mitschülerinnen von Minami entdeckten. Als Einzige lehnte sie es ab, sich um die kleine Katze kümmern. Doch, wie eine weitere Rückblende offenbart, konnte das Interesse, aller Ausrufe und Liebesbekundungen („Wie süüüß!“ und „So kleeiiin!“)  zum Trotz, einem schulfreien Tag nicht standhalten.  Nur Minami machte sich auf zur Schule und nahm die im Dauerregen allein gelassene Katze mit nach Hause, um sich dort um sie zu kümmern.

Für Minamis Charakter ist dies eine Schlüsselszene. Die Schülerin ist eine von der oberflächlichen Verlogenheit ihrer Umwelt angewiderte Figur. Mit ihrer Kamera sucht sie nach dem Echten, dem Leben ohne Maske – und bemerkt dabei nicht, dass sie in der Gegenwart anderer Menschen selbst eine ausdruckslose, schützende Maske angelegt hat. „Ich filme keine Menschen. Weil ich sie nicht leiden kann.“ Der immer lächelnde Akira wiederum muss diese Maske des Berufs und des Images wegen tragen. Ihm ist die Schauspielerei schon so in Fleisch in Blut übergegangen, dass es ihm nicht einmal selbst mehr auffällt, dass sein Lächeln und sein Lachen die Produkte seiner Filmpersönlichkeit sind. Die Erwartungen der Leute müssen schließlich erfüllt werden.

Im Grunde handelt Rec – Der Tag, an dem ich weinte davon, wie sich zwei ineinander verliebende Seelen gegenseitig zu befreien versuchen, ohne aber (und das ist eine Besonderheit), dass die Figur von der anderen eine komplette Drehung der Persönlichkeit erwartet. Eine weitere Dimension erhält der Manga in der zweiten Hälfte durch die Offenbarung, dass Akira seit seiner frühesten Kindheit an einer Krankheit leidet, die ihm, nun wieder ausgebrochen, nach Meinung der Ärzte in relativ kurzer Zeit das Leben rauben wird. Sobald die Presse von dieser Sache Wind bekommt, gibt es kein Zurück mehr. Akira wird zu einem Gejagten der Medien und soll nun auf diese zynische Weise den Preis für seine Popularität zahlen. Ein Fernsehreporter, der die Lunte als Erstes riecht und Minami über Akira auszufragen versucht, entpuppt sich als ein interessanter Charakter. Weder Schwarz noch Weiß, bewegt sich dieser in einer Grauzone, wenn er davon spricht, dass die Zuschauer diese Art der Berichterstattung selbst fordern und jederzeit mit ihrem Finger auf der Fernbedienung darüber abstimmen könnten, ob dieser Boulevard-Journalismus noch zu verantworten sei. Würden sie dies tun? In der ganzen Erzählung sind immer wieder Szenen zu sehen, die wenig Zweifel an der Beantwortung dieser Frage lassen. Schließlich kommt nicht ein Passant auf die Idee, dem von seiner Krankheit geschwächten und auf die Straße gestürzten Akira aufzuhelfen. Stattdessen wird munter das Handy samt Kamera gezückt. Wesentlich subtiler, aber dafür vielleicht umso nachdenklicher, stimmt eine Szene, in der sich die Schüler noch einmal über den „Presskatzen“-Clip unterhalten. Mit Ausnahme einer Schülerin, die ihren empfundenen Ekel zum Ausdruck bringt, legen die Teilnehmer der Gesprächsgruppe fast schon eine Begeisterung vom neuesten, die Runde machenden Schock-Video an den Tag und eine Person entgegnet lakonisch: „Na ja, aber solche Clips sind doch witzig.“

Wenn ich dem Manga von Aoi Makino eine Schwäche nachsagen muss, dann ist es die besonders im letzten Teil zunehmend sprunghafter werdende Erzählweise. Die 145 Seiten des One-shot reichen kaum aus, um die berührten Themenkomplexe gebührend umfangreich zu besprechen, weshalb der Verlag noch die beiden miteinander verbundenen Kurzgeschichten „Fluffige Küsse“ und „Fluffige Weihnachten“, handelnd von einem in der Nachhilfe-Klasse auf neue Freunde treffendes Mädchen, hinzufügte, um die 200-Seiten-Marke zu erreichen. So merkt man dem Werk an, dass an einigen Stellen das Fett entfernt werden musste. Über die Art der Krankheit Akiras wird kein weiteres Wort verloren und auch über die familiären Umstände der beiden zentralen Protagonisten erfährt der Leser (fast) nichts. Auf der anderen Seite konzentriert sich Rec so ohne Schnörkel und weitere Ablenkungen auf die wesentlichen Punkte der Geschichte. Und diese zeigt, dass auch hierzulande noch immer Shōjos ihren Weg in die Regale finden können, denen es vortrefflich gelingt, einen mit vielen gesellschaftskritischen Kommentaren angereicherten Plot mit durchaus romantischen, aber niemals kitschigen Momenten zu erzählen. Makinos sicherer Zeichenstil unterstreicht dies mit der Vermeidung der allzu krassen Idealisierung der Charaktere. So ist Akira natürlich ein überaus gutaussehender junger Mann, aber zum einen passt diese Darstellung zu seinem Lebenslauf und zum anderen ist er dennoch meilenweit von den üblichen Bishōnen des Genres entfernt. Makino gehört außerdem nicht zu der Gruppe von Zeichnerinnen, die ihre Unsicherheiten mit der übermäßigen Benutzung von Rasterfolien und einer unnötig komplizierten Bildkomposition zu kaschieren versucht.

Rec – Der Tag, an dem ich weinte könnte selbst dem größten Verächter des Genres nach dem Lesen der letzten Seite zum schwermütigen Seufzen bringen. Ein Seufzer, dem jedoch die Gewissheit innewohnt, ein kleines Juwel gelesen zu haben.

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6 Responses to Manga-Review: Rec – Der Tag, an dem ich weinte

  1. ness sagt:

    Jetzt nur mal aus Interesse: Liest du eigentlich noch regelmäßig Manga und hast vielleicht auch diverse Serien am Laufen, oder pickst du dir „nur“ noch vereinzelnt welche raus?

  2. Oliver sagt:

    Korrekterweise muss ich sagen, dass ich im Moment wieder Manga lese.

    Ich gehöre der Generation/Gruppe an, die durch Miyuki und Mila Superstar auf Tele 5 (dem Original) angefixt wurde. Aber erst die entsprechenden Berichte in Videospiel-Zeitschriften haben mich darüber aufgeklärt, was Mangas und Animes so genau sind. Die Nintendo Fun Vision brachte in einer 95er Ausgabe einen Bericht über Akihabara und zeigte in dessen Rahmen Geschäfte, die über und über mit Videospiele und eben auch Mangas und Animes vollgestopft waren. Atemberaubend, kann ich nur sagen. Ab diesem Zeitpunkt verband mich eine große Liebe zu einem Land, in dem diesen Medien und Künste Respekt gezollt wurde, auch wenn das natürlich lächerlich klingen mag und in der Folgezeit viele, viele weitere Gründe dazugekommen sind, weshalb es mir Japan so angetan hat. Aber an irgendeinem Punkt muss man ja starten. Und wie könnte ich die Artikel von Maris Feldmann in der Total! vergessen, der im unregelmäßigen Abstand einen Blick auf Serien (Dragon Ball (Z) und Redaktionsliebling Ranma 1/2) und Mangaka (Kenichi Sonoda) warfen. Ich war so darauf aus, jeden der wenigen verfügbaren Schnipsel Manga und Anime zu finden, dass ich einmal voller Freude ein Comic-Heft in unserem örtlichen Schreibwaren-Geschäft kaufte, weil das Cover nach Manga aussah. Nur um dann festzustellen, dass das ein schrecklich-schlechter US-Comic über eine Dämonen metzelnde Krieger-Nonne war.

    Im Frühjahr 1997 schließlich hat eine Vorstellung der Mangas von Masamune Shirow, wieder in der Fun Vision, mich dazu veranlasst, bei einer Buchhandlung anzurufen und zu fragen, ob sie mir denn Appleseed, Band 1 bestellen könnten. Ich hätte schon viel früher meinen ersten Manga zulegen können, aber aus irgendeinem Grund war ich dumm genug zu glauben, dass man diese nur in Comic-Läden bekommen würde… Appleseed war der Wendepunkt. Ich habe die Serie Band für Band geradezu verschlungen, jeden Band mehrmals gelesen, habe Leuten im Haushalt geholfen um die nötigen Kröten für den nächsten Band zusammen zu kratzen (und bitte auf keinem Fall mit den sehr schlechten Anime-Umsetzungen vergleichen, dazwischen liegen Welten)… Suchtverhalten par excellence. In den kommenden Monaten werde ich sicherlich noch einen Artikel zu der Serie verfassen, mit dem bitteren Ende, dass ich bis heute auf eine Fortführung der Reihe warte, da Shirow sein Talent nach Ghost in the Shell leider völlig vergeudete und nun nicht mehr daran denkt, die andere Hälfte der Geschichte zu Papier zu bringen.

    Akira konnte ich dank der Bücherei, die nun auch endlich Mangas führte, komplett lesen. Kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie sich die Herren und Damen dort weigerten, mir die Alben zu geben. Also musste mein Vater sie ausleihen. ;) Dann kamen Dominion, Dragon Ball (auch hier gilt, den langatmigen Anime würde ich nicht einmal im selben Atemzug nennen) und mit etwas Abstand die ersten Bände von Eden und Sailor Moon. Aber so langsam aber sicher versickerte das ganz große Interesse. Nach dem Ende der Schule und einem Umzug (zum Hintern Deutschlands…) traf ich kaum noch auf Leute, die etwas mit dem Thema anzufangen vermochten. Und davor habe ich meine halbe Klasse mit dem Thema angefixt. Schon ironisch, wir befanden uns jetzt in den Boom-Jahren und ich verabschiedete mich immer mehr von der Materie. Die Trends in der Branche sprachen mich immer weniger an und mich deprimierten die Release-Listen zunehmend. Und dann die Fans. Oh je. Vielleicht klebte das Pech an meinen Händen, aber damals habe ich fast ausschließlich Personen über das Netz kennengelernt (GU ist keine Ausnahme), die wirklich jeden Müll konsumierten und ihr Hobby auf eine solch peinliche Art und Weise zur Schau trugen, dass man sich fast schämte, damit etwas zu tun gehabt zu haben. Ich glaube immer noch, dass wir hierzulande große Defizite in den Bereichen Reflektion und Anspruch besitzen, anders kann ich es mir nicht erklären, wieso auch die x-te Variante einer Liebesschnulze nach wie vor auf den Spitzenpositionen der Charts landen kann. Auf der anderen Seite, ein Blick auf die Media Control Single- und Alben-Charts ist eigentlich genauso gruselig, wenn ich ehrlich bin. Am meisten Gewicht hatte aber die Entscheidung, meinen Horizont zu öffnen und zukünftig auf allen Plattformen zu spielen (und nicht, wie bei der PS1, erst sehr spät einzusteigen). Mein Budget reichte hier schon längst nicht mehr, um mir alle Titel kaufen zu können, die ich gerne spielen wollte, vom Zeitmanagement möchte ich gar nicht erst anfangen zu sprechen.

    Da ich mir in jüngster Zeit allerdings meine Gedanken darüber gemacht habe, was mir wirklich ist (https://retrov.wordpress.com/2012/06/03/zu-hohe-erwartungen-vor-der-e3/#comment-4833), habe ich nun auch wieder den Freiraum für das Thema Manga. Deshalb bin ich kürzlich etwas einkaufen gegangen und wagte den Versuch der „Neuentflammung“. Versuch geglückt. ;) Um aber endlich deine zweite Frage zu beantworten: An laufenden (bzw. schon abgeschlossenen, aber noch nicht in meinem Besitz befindlichen) Serien habe ich im Moment Pluto, Akira (Neuveröffentlichung im Telefonbuch-Format), One Piece, eine hoch geschätzte Reihe, zu der ich im Moment nichts sagen möchte, da dazu in den nächsten Tagen ein Artikel von mir erscheinen wird, Battle Angel Alita (ich warte ungeduldig auf den 6. Band, damit ich Band 7-9 endlich lesen kann) und das gute alte Dragon Ball in der neuen Sammel-Edition. Am Wochenende ersteigert und schon angekommen sind die ersten paar Bände von Soul Eater und Beelzebub. Letztere Serie werde ich heute anfangen zu lesen, der erste Eindruck war schon sehr gut. Ich bin aber immer sehr offen für neue Anregen, vor allem was Oneshots oder kürzere Serien anbelangt. Mit REC hatte ich einfach Glück oder das richtige Gespür, denn die Inhaltsbeschreibung hat den Manga deutlich unter Wert verkauft.

  3. ness sagt:

    Mein Manga-Einstieg war 1999 mit Dragonball, passend zur TV-Ausstrahlung^^. (Wobei ich die Ur-Serie noch sehr toll und auch aufgrund der äußerst sympathischen deutschen Synchro mehr als nur charmant finde, erst mit den Z-Folgen began ja diese teilweise ziemlich lächerliche Hinhaltetaktik.)

    Danach hatte mich das Manga-Fieber regelrecht gepackt, und die Sammlung wurde über die Jahre größer und größer. Besonders hervorheben möchte ich dabei u.a. 20th Century Boys, welcher fast mein liebster Manga aller Zeiten geworden wäre, hätte sich Urasawa im letzten Drittel nicht so unnötig verrannt^^. Eine schöne Geschichte habe ich zu seinem mind. ebenso genialen Vorwerk, Monster: Als ich diese Reihe nämlich anfing zu lesen, war es bereits schwer, noch neue Bände zu bekommen, so dass ich eigentlich nahezu alle von der EMA-Seite bestellen musste. (Greife zu gebrauchten Sachen nämlich nur ungern, weil ich so den Manga nicht direkt unterstützen kann^^.) Bei Band 17 & 18 allerdings war die Reihe jedoch plötzlich nicht mehr auf deren Homepage zu finden, weshalb ich per E-Mail nachgefragt hatte, und folgende Antwort bekam:

    „Da haben Sie aber Glück gehabt. Eigentlich ist die Reihe „Monster“ inzwischen vergriffen und es sind auch keine Restbestände mehr auf dem Lager. ABER: Der Redakteur von „Monster“ Steffen Hautog hatte noch zwei Bände davon in seinem Regal, die er entbehren kann, und diese senden wir Ihnen kostenfrei zu. Denn Sie müssen diesen grandiosen Manga auf jeden Fall zu Ende lesen können!!!!! :-)“

    Da war ich aber mal positiv überrascht^^.

    Ebenso sehr besonders schöne Erinnerungen (bezogen auf das Lesevergnügen) teile ich mit den Manga-Serien Planetes, King of Bandit Jing (+ „Nachfolger“), Love Hina, Old Boy (lange vor der gelungenen Verfilmung), Great Teacher Onizuka (absolut großartig btw.), nahezu alle Sachen von Jiro Taniguchi und natürlich Dragonball.

    Mein absoluter Lieblingsmanga ist jedoch seit jeher One Piece: Die Grundthematik der Freundschaft, die komplexe und vielschichtige Welt, die wunderschönen und fantasievollen Szenerien, die weitreichenden, zeitlichen Verbindungen und Verknöpfungen von den Figuren, deren Geschichten und Schicksale. Kein anderer Manga hat in mir so oft und so starke Gefühle wie Traurigkeit und Spaß hervorgerufen.

    Aktuell lese ich Toriko, ein wirklich äußerst gelungener und abgedrehter, mit tollen Zeichnungen gespickter Manga über einen durch die Welt reisenden Delikatessenjäger. Kann ich nur empfehlen^^. Ebenso wie Gin Tama. Größtenteils ziemlich kindisch und verspielt, aber dafür so witzig, als dass ich noch nie so oft in einem Manga Lachen oder zumindest sehr stark schmunzeln musste^^.Außerdem sehr, sehr zu befürworten: Yotsuba&! Herrlich naiver & unschuldiger Lesespaß, der mich gerade regelmäßig alles Negative dieser Welt vergessen lässt^^.

    @ Offen für Oneshots: Von der Natur des Menschen; Vertraute Fremde; Die Sicht der Dinge; Die Stadt und das Mädchen; Negative Happy Chainsaw Edge

    =)

  4. Oliver sagt:

    Danke dir herzlich für die Anregungen. Diesen werde ich auf jeden Fall nachgehen.

    Ich bin deiner Meinung, die Abenteuer des jungen Son Goku sind auch als Anime höchst unterhaltsam (auch wenn die Dialoge in der deutsche Version bis zur unfreiwilligen Komik zensiert wurden – „Eine Mütze, mit Löchern für die Ohren“… Ja klar, Oolong…).

    Mir war ja gar nicht bekannt, dass du ein solch großer Manga-Leser bist. Da redet man seit Jahren miteinander und dann kommen hier solche Geheimnisse ans Tageslicht. ;) Die Geschichte mit Monster ist wirklich nett, wenn mir Carlsen mit dem 6. Band von Alita bloß auch so helfen könnte (und ich möchte wirklich ungern auf die für 2013 geplante Neuedition warten). Ein Comichändler in Kassel hatte den Band noch auf seiner Webseite als „Erhältlich“ angegeben, aber das scheint ein Fehler gewesen zu sein, so dass ich wohl auf den Gebrauchtmarkt zurückgreifen werde. Sehe es übrigens ähnlich wie du selbst, ich kaufe mir auch am liebsten die Bände neu (fast immer von Amazon), um meinen Teil für die Lizenzierung weiterer hochwertiger Werke beitragen zu können. Bei der ebay-Auktion mit Soul Eater und Beelzebub (+ein paar weiteren Shōjo-Oneshots und zwei schrecklichen Manga-Alben aus der Zeichenfeder deutscher Mangaka (Das ist ein Thema für sich…)) konnte ich aber nicht wegsehen, das Schnäppchen war einfach zu groß und ich kann außerdem in mehrere Serien hinein schnuppern. Beelzebub zum Beispiel ist bis jetzt absolut klasse und ich habe schon bei Amazon geschaut, ob die anderen Bände lieferbar sind.

    Dass ich Great Teacher Onizuka über mich habe vorbeiziehen lassen, dafür könnte ich mir heute selbst in den Hintern treten. Das könnte mühselig und teuer werden, selbst bei den gebrauchten Exemplaren.

    Mit Love Hina kann ich leider nichts anfangen, diese Harem-Manga sagen mir nicht zu. Mit Ausnahme von Ranma ½, da die Geschichten vielfach interessanter sind, die weiblichen Charaktere weniger den üblichen Mustern folgen und unabhängier wirken und der Held kein völlig nutzloser Lappen ist, der sich nach Lust und Laune herum schubsen lässt.

    Vor ein paar Tagen habe ich meinen letzten Band von One Piece, Nummer 9, durchgelesen und der Arbeitseifer Odas schreckt mich schon fast etwas ab. 62 Bände, Band 63 erscheint im August.. Ich hoffe, er kann das Niveau des Trommelfeuers der schrägen Einfälle halten und die späteren Bände setzen noch mehr auf die dabei entstehende Dynamik, sobald alle Mitglieder der Crew miteinander (außerhalb eines Kampfes) interagieren. Die Szene im schwimmenden Restaurant am Tisch war auf jeden Fall köstlich.
    Dass man kaum vorhersagen kann, was im nächsten Kapitel geschehen wird, das erinnert mich ungemein an Dragon Ball, auch wenn Oda die einzelnen Storybögen sehr viel mehr streckt, als Toriyama bis zum ersten Kampfturnier. Nur mit den vielen „TADAAAS“ übertreibt es Oda etwas (Und kommt es nur mir so vor, oder sehen sich die weiblichen Charaktere verdammt ähnlich?). Sind die Fragen in der Postecke eigentlich echt? „Mag Sanji Scheiße?“ Ähm, ja…

  5. ness sagt:

    @ GTO: Oh ja, ich musste mir damals über Amazon den 10. Band bspw. sogar als englische Version holen, ansonsten wäre ich ziemlich arm geworden^^.

    @ One Piece: Heißt das etwa, du weißt noch garnicht, wie es nach dem 9. Band mit der Serie weitergeht, auch nicht aus dem Anime? Wow, das wäre irgendwie wirklich beneidenswert, die ganzen Abenteuer nochmal wie neu lesen zu können^^. Da stehen dir ja die emotionalsten und unglaublichsten Momente noch bevor. Vor allem, wie sich das Weltgefüge immer komplexer erweist, wird sehr spannend werden.
    Und ja, Oda streckt die Storybögen weiter, wobei mir das bis jetzt, abgesehen von ein, zwei Kleinigkeiten nicht negativ aufgefallen ist, da man so bspw. meistens mehr von der Geschichte erzählt bekommt und man die Bewohner und auch die Gebiete an sich öfters ins Herz schliesst^^.
    @ weibl. Charaktere: Joa, die sehen sich allg. schon eher ähnlich, aber keine Sorge, da werden noch genügend (optisch) einzigartigere Persönlichkeiten auftreten^^.

    Death Note kann ich neben den aktuellen Serien, die ich gerade lesen, übrigens auch noch empfehlen, falls du den Manga noch nicht „kennst“.

  6. Oliver sagt:

    Nein, ich habe wirklich keine Ahnung, wie es mit der Geschichte weitergeht. Den Anime habe ich nur sporadisch und mit riesigen Lücken gesehen. Das Einzige, was noch hängen blieb, ist dieser kleine Hirsch-Kerl namens Chopper (der die Stimme von Buster Bunny aus Tiny Toons hatte).
    Gut, denn abgesehen von Alvida, sahen sich die Frauen bis jetzt wirklich verdammt ähnlich, während die Männer… Ich meine, niemand wird Jacko mit Arlong oder diesen mit Corby verwechseln. ;)

    Doch, mir ist Death Note bekannt, habe die ersten beiden Bände um den Wii-Release herum lesen können (das war dann auch für Jahre mein wirklich letzter Manga). Um auf den Punkt zu kommen, ich kann DN nicht ausstehen. Das Konzept hätte in eine packende Serie aufgehen können, aber dazu hätte es eben auch Leute gebraucht, die glaubwürdige und intelligente Dialoge schreiben können. Diese Rededuelle zwischen Light und L wirken wie der gescheiterte Versuch, die Dialoge zwischen Graham und Lecter in Roter Drache, bzw. Starling und Lecter in Das Schweigen der Lämmer nachzuahmen und dabei eine Prise Coolness aus der Tarantino-Schule drüberzustreuen. Das Resultat sind pseudo-philosophische Worthülsen erster Kajüte (auch wenn ich nicht zu sagen wage, inwieweit die deutsche Übersetzung hier mit reinspielte, aber eigentlich macht Tokyopop, so weit ich das beurteilen kann, einen guten Job). Ein ewiges Hin und Her, dass sich selbst viel zu wichtig nimmt. Weiter finde ich das Universum des Manga sehr unglaubwürdig und in sich nicht stimmig. Das Verhalten der ermittelnden Beamten ist oft so fragwürdig, dass ich selbst Kommissar Hunter aus den Lustigen Taschenbüchern mehr Kompetenz zusprechen würde. Eigentlich hege ich den Verdacht, dass die restlichen Figuren nur deshalb so unterbelichtet dargestellt werden, damit die Hauptcharaktere im Kontrast smarter erscheinen, als sie tatsächlich sind. Außerdem haben die Macher mit der Charakterisierung der Schwerverbrecher eine große Chance vertan. Ambivalentere Charaktere hätten den Leser durch die Richtersprüche Lights über Leben und Tot in ein größeres moralisches Dilemma gestürzt.

    Ich wäre froh, wenn das Thema in einigen Jahren von talentierteren Leuten erneut aufgegriffen werden sollte. Denn wie gesagt, das grundsätzliche Konzept ist sehr interessant und besitzt massenhaft Potenzial. Ich hoffe, ich stoße dir mit meiner Meinung nicht allzu sehr vor dem Kopf. Mich ärgert es nur, dass Death Note, wie Eden, eine solche Sonderstellung als Vorzeigeobjekt eines betont intelligenten Manga eingenommen hat.
    (.. Oder vielleicht habe ich das Werk auch einfach nur zu ernst genommen und es als „Dark Comedy“ ansehen sollen..Über die Misogynie könnte ich jedoch so oder so nicht lachen..)