Heiteres aus der Gerüchteküche

Nextbox ohne Laufwerk, Monster Hunter für die Vita und AMD-Grafikkarte für die PS4? Hier findet ihr Argumente, warum in manchen Gerüchten wohl auch ein Körnchen Wahrheit steckt und welche wahrscheinlich Unsinn sind.

Mag es unser Blog in letzter Zeit etwas ruhiger angehen, umso hektischer bewegt sich die Welt der Gaming-Industrie. Tapfer haben die Konsolen und Handhelds in den letzten Jahren Spielewelten auf Bildschirme geächzt, die Spieleentwickler nochmals alles aus ihnen herausgeholt. Eine Wachablösung fand letztes Jahr bereits für die Handhelds statt, dieses Jahr kommen die Heimkonsolen dran. Aber noch sind sie nicht da, deshalb brodelt der Gerüchtetopf zurzeit heftig. Warum also nicht einen Blick darauf werfen, was im Moment die Gemüter beschäftigt?

„Die Xbox 360-Nachfolgerin ist etwa sechsmal leistungsfähiger als ihre Vorgängerin und 20% stärker als die Wii U.“ Konsolenhersteller schließen mit Drittherstellern Verträge zur Geheimhaltung ab, aber irgendein Plappermaul lässt sich immer finden, der es dann einem Freund weitererzählt, der wiederum dann in Foren oder bei der Presse sein Wissen weitergibt. So ganz genau weiß man es dann leider auch nicht, also werden runde Zahlen in die Welt posaunt. Mit simpler Mathematik haben einige sofort daraus lesen können, dass die Wii U nach diesem Gerücht rund fünfmal so viel leisten kann wie die 360. Was können wir jedoch mit diesen Zahlen anfangen? Nicht wirklich viel, denn die Spezifikation lässt sich daraus nicht lesen: Eine Konsole hat nicht einfach zehnmal mehr Leistung, wenn sie zehnmal mehr RAM hat als ihre Vorgängerin. Außerdem haben die Entwickler nicht die finale Konsole, sondern nur vorläufige Dev-Kits, selbst die Wii U wird noch weitere Updates erhalten. Das Gerücht hat also kaum Informationswert, dafür sorgt es für viel Heiterkeit, weil technikgeile Fans (ohne Technikverstand) Depressionen bekommen bei der Vorstellung, nur einen kleinen Techniksprung – nur 6 Mal mehr Technik! – zu bekommen. Dabei hat noch niemand geschafft zu erklären, was wir uns genau unter dieser Zahl vorstellen können.

„Die neuen Konsolen unterstützen die Politik der anti-used-games“. Gerüchten zufolge verfolgen sowohl Microsoft als auch Sony das Ziel, den Markt für gebrauchte Spiele zu eliminieren. Spieleproduzenten hassen die gängige Praxis, dass Konsumenten die Spiele bei Bedarf an Händler zurückverkaufen. Die Händler wiederum verkaufen die gebrauchten Spiele mit guter Marge, während die Spieleproduzenten davon nichts abbekommen. Man könnte zum Beispiel mit einer obligatorischen Online-Aktivierung dafür sorgen, dass gebrauchte Spiele weniger Wert haben. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die nächsten Konsolen eine solche Politik unterstützen? Ich befürchte, sehr groß: Die Spieleproduzenten sind dumm und gierig genug, um ein solches System durchzusetzen – trotz negativer Auswirkungen und geschädigter Reputation. Aber viele Spielerinnen und Spieler wären auch dumm genug und würden sich nicht gegen solche Machenschaften wehren, obwohl sie am meisten verlieren! Die Spiele hätten weniger Verkaufswert, und Sammler schauen dumm aus der Wäsche, wenn sie die Spiele nicht original verpackt finden. Für mich ist klar: Die neuen Konsolen von Sony und Microsoft werde ich wegen dieser Politik nicht kaufen. Aber vielleicht steckt hinter diesem Gerücht ja gar nichts dahinter.

„Die Wii-U ist stärker als die Xbox 360! Nein, etwa gleich stark! Quatsch, sie ist ziemlich leistungsfähig!“ Nichts beschäftigt die Spielewelt so sehr wie Nintendos neueste Konsole, sie ist auch die einzige mit handfesten Fakten. Die Leistung der Konsole hingegen steht noch immer im Dunkeln, umso heftiger spekulieren die Spielerinnen und Spieler in den Onlineforen. Dahinter stecken Fanboykämpfe: Manche wollen partout keine Nintendo-Konsolen kaufen und rechtfertigen ihre Haltung, indem sie die Konsole permanent schlechtreden. In jeder vagen Äußerung sehen sie die Bestätigung, dass die Wii-U nichts weiter als eine 360 mit einer Tablet-Steuerung darstellt. Auf der Gegenseite verweilen manche Nintendo-Fans im rosigen Optimismus und glauben fest an eine Powermaschine. Dabei liegt die Wahrheit doch dazwischen: Die Wii U ist sicherlich fortschrittlicher als die 360, die immerhin bereits 7 Jahre alt ist; aber wohl auch ökonomisch vernünftig, daher sollten die Fans keinen Kraftakt erwarten. Außerdem können die Daten selbst kurz vor der Produktion noch geändert werden! Eine höhere oder tiefere Taktfrequenz, mehr oder weniger RAM, ein zusätzlicher Ventilator – Änderungen im letzten Moment passieren in dieser Industrie immer wieder. Ich hätte übrigens nichts dagegen, wenn die Wii U im Prinzip eine (moderne) 360 mit einer neuen Steuerung wäre, denn schlussendlich kommt es auf die Spiele an.

Eine Antwort zu Heiteres aus der Gerüchteküche

  1. Anonymous sagt:

    Ich hoffe auch, dass es kein Online-Aktivierungszwang geben wird, ich würde aus Protest das eine oder andere Spiel nicht mehr kaufen. Ich sehe nicht ein, wieso ich für ein älteres Game, das ich Second-Hand gekauft habe, den vollen Preis bezahlen muss.

    Das es letzendlich auf die Spiele drauf ankommt, ist richtig. Nur sollten die Dritthersteller auch diese Games auf der Wii U entwickeln. Und nicht wie heute nur auf PS360.