Impressionen zu „Crystal Defenders“ (Wii- & iPad-Version)

Kluge Resteverwertung nach Art von Square-Enix: „Crystal Defenders“, das Tower-Defense-Spiel mit den Charakteren aus „Final Fantasy Tactics“. Meine Eindrücke zu den Wii- und iPad-Versionen…

Crystal Defenders – um es gleich vorwegzunehmen – wird seit längerer Zeit auf verschiedenen Plattformen angeboten. In diesem Jahr habe ich es erstmals bei meinem Cousin auf dem iPad gespielt, kurze Zeit später habe ich es für die Wii gekauft. Obwohl das Spielprinzip auf allen Plattformen gleich ist, unterscheiden sich die Wii- und iPad-Versionen doch wesentlich.

Worum geht es in Crystal Defenders? Die Spieleserie von Square-Enix lebt von den bekannten Figuren aus Final Fantasy Tactics, sonst hat sie mit der Reihe wenig zu tun. Crystal Defenders ist ein sogenanntes „Tower-Defense-Game“: Gegner dürfen die Burg nicht erreichen, die Verteidigung muss in jeder Runde verbessert werden. In Crystal Defenders kommt allerdings keine Burg vor und die Gegner greifen auch nicht an. Stattdessen laufen sie vom Eingang zum Ausgang, während der Spieler seine Kämpfer aufstellt, die den Gegner eliminieren, so dass niemand den Ausgang erreicht. Der Spieler oder die Spielerin kann in jeder Runde neue Schwert- und Faustkämpfer, Bogenschützen, Magier und Diebe aufstellen, sie auf einen höheren Level bringen und notfalls Esper zur Hilfe rufen. Eine Mission gilt als erledigt, wenn der Spieler alle Runden übersteht, ohne dass er zu viele Feinde vorbeilaufen lässt. Schafft ein Gegner den Spießrutenlauf durch die vielen Kämpfer, klaut er dem Spieler oder der Spielerin einen Kristall, manchmal auch mehrere. Verliert der Spieler alle seiner ursprünglich zwanzig Kristalle, ist die Mission gescheitert.

Das Spiel lebt von seiner taktischen Tiefe: Die vielen Gegnertypen haben alle ihre Stärken und Schwächen und die Verteidigung kann nur dann standhalten, wenn der Spieler oder die Spielerin zusätzliche Figuren aufstellt oder den Level der vorhandenen Kämpfer, Schützen und Magier erhöht. Zugleich bekommt der Spieler am meisten Gil, wenn er seine Mittel sparsam einsetzt und mit Hilfe von Dieben möglichst viel Geld von den Gegnern abluchsen kann. Schwierige Missionen verlangen geschickte Planung, denn nur mit genügend Gil kann man auch neue Figuren kaufen und aufstellen.

Für die Wii gibt es zwei Versionen zu kaufen: Crystal Defenders R1 und R2. R1 eignet sich gut als Einstieg, die Gegner laufen einen klar definierten Weg entlang und die Missionen lassen sich ohne große Mühe bewältigen. R2 hat zwar ebenfalls einfache Missionen als Tutorials, ist aber ansonsten komplexer und schwieriger. Dafür sorgen mehrere Ein- und Ausgänge, Abzweigungen, eine größere Auswahl beim Einsatz der Figuren, verstärkende Kristalle als Hilfsmittel, und mehr Runden. Beide Versionen kosten 800 Punkte und bieten für das Geld gute, mehrere Stunden andauernde Unterhaltung.

Für 5,99 € bekommt man jedoch die iPad-Variante, die gleich drei Versionen enthält (W1, W2 und W3). Wie bereits in einer früheren Kolumne angesprochen, sorgt Apples Preisstruktur dafür, dass die Firmen ihre Spiele möglichst günstig anbieten müssen, um gegen noch billigere Spiele überhaupt eine Chance zu haben. Ist die iPad-Variante also das bessere Angebot? Zwar bietet sie viel für wenig Geld, allerdings haben die einzelnen Versionen weniger Missionen. Außerdem ist der Schwierigkeitsgrad deutlich höher: Während die Wii-Versionen am Anfang etwas zu einfach geraten sind, kann das Spiel auf dem iPad zuweilen frustrieren. Animationstechnisch enttäuscht es auf dem iPad ebenfalls, zumindest erscheinen die Spielfiguren auf der Wii flüssiger in ihren Bewegungen. Die Steuerung auf dem Multitouch-Bildschirm nervt den Perfektionisten, während es dem Spiel auf der Wii dank Steuerkreuz an Präzision nicht mangelt. Empfehlen würde ich den Titel sowohl für die Wii als auch für das iPad, jedoch sollten Käufer und Käuferinnen darauf achten, was ihnen wichtiger ist: Preis, Umfang oder Gameplay?

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