Impressionen zu „Monster Hunter Tri“

Willkommen in der Welt der Jäger und Sammler! In dieser Kolumne möchte euch kurz in Capcoms neuesten Teil der „Monster Hunter“-Serie einführen, die bisher im Westen nicht so richtig Fuss fassen konnte.


Ich möchte ehrlich zu euch sein: Ein umfassendes Review kann ich nicht schreiben. Dafür ist der Spielumfang dieses Wii-Titels zu groß, denn trotz über 70 Stunden Spielzeit habe ich noch längst nicht alle Kreaturen gesehen. Insofern ist eine Impression die bessere Bezeichnung für diese Kolumne. Falls ihr unsicher seid, ob ihr das Spiel kaufen wollt oder wissen möchtet wie die Kooperation im Online-Modus funktioniert, dann könnte diese Kolumne aber dennoch bei eurer Entscheidung helfen.

Dass die Wii überhaupt Monster Hunter Tri als exklusives Spiel bekommen hat, gehört zu den größten Überraschungen in dieser Generation. Wohlgemerkt, mehrere Zockerveteranen und Marktbeobachter wussten, dass die Wii das eine oder andere Exklusivspiel bekommen wird – zu dominant ist ihr Marktanteil. Dennoch hofften einige Spieler, dass die Reihe auf der PS3 fortgesetzt wird. Capcom entschied sich letzten Endes für die Wii, weil die Konditionen auf dieser Konsole besser sind: Die meisten japanischen Spielerinnen und Spieler haben eine Wii, während die PS3 dort abgeschlagen auf dem zweiten Platz liegt; für eine Serie wie Monster Hunter ist der japanische Markt am wichtigsten, weil sie im Westen deutlich weniger Erfolg hatte – zumindest bisher. Für die Wii spricht außerdem Nintendos großzügige Werbe-Unterstützung, denn aus marktstrategischen Gründen will Nintendo diese Reihe im Westen bekannt machen.

Warum engagiert sich Nintendo so sehr für das Spiel? Gut möglich, dass sich die Firma von den wichtigen Drittfirmenmehr Unterstützung erhofft und sich deshalb als zuverlässiger Partner zeigen will. Gerade mit Capcom arbeitet Nintendo seit langer Zeit gut zusammen. Aus meiner Sicht gibt es aber einen noch wichtigeren Grund für die großzügige Unterstützung: Monster Hunter Tri füllt wie kein anderes Spiel die Genre-Lücke der Wii aus! Obwohl Nintendo stetig die Genrevielfalt ihrer Konsole erweitert, kann die Firma nicht alle Bedürfnisse ihrer Kunden befriedigen. Monster Hunter Tri zeigt, dass die Wii eine großartige Präsentation und gleichzeitig ein gutes Online-Erlebnis bieten kann.

Das Spiel konzentriert sich praktisch nur auf Jagen und Sammeln. Diese elementaren Fähigkeiten des Menschen machen jedoch selten so viel Spaß wie in der „Monster Hunter“-Reihe! Im Gegensatz zu den vielen PC-Spielen genügen dauerndes Drücken auf der Maustaste nicht, stattdessen bewegt man die Spielfigur vorzugsweise mit einem „klassischen“ Controller und übt sich in der Kombination von Schlägen. Mit Timing können selbst schwierige Gegner bezwungen werden! Kämpft man als Jägerin oder Jäger in den ersten paar Stunden noch gegen eher kleine oder harmlose (Phantasie-)Tiere, taucht mit dem Groß-Jaggi, einem reptilähnlichen Raubtier, bereits ein beeindruckender Gegner, der mit seiner Größe und Wucht so manche Spielerinnen und Spieler in Schwierigkeiten bringt. Eine Jägerin oder ein Jäger bekommt für den Sieg reichlich Materialien als Belohnung, die für die Herstellung von Waffen und Rüstungen sehr wichtig sind. Später geben noch größere und gefährlichere Monster eine derart nervenkitzelnde Herausforderung, dass viele Leute wochenlang nur dieses Spiel zocken wollen.

Da viele Jägerinnen und Jäger gegen 18 Meter große Raubtiere nur mit sichtlicher Mühe dagegenhalten können, hilft eine kleine Spielfigur namens Cha-Cha aus. Dieser Kobold kämpft dann auf der Seite der Dorfbewohner, allerdings liegt seine Stärke eher in der Unterstützung. Wer auf größere Hilfe bauen will, sollte ein Online-Spiel wagen. Mit guten, hilfsbereiten Leuten können selbst schwierigste Monster bezwungen werden, nichts geht über eine gute Kooperation. Dieser Fokus auf das gemeinsame Spiel spricht für Monster Hunter: Während viele Online-Spiele auf Kämpfe gegen andere Spielerinnen und Spieler wert legen, kommt man in Monster Hunter Tri nur weiter mit Hilfsbereitschaft und ein wenig Selbstlosigkeit. Natürlich versuchen auch hier Trittbrettfahrer und andere üble Mitmenschen, gerade diese Hilfsbereitschaft auszunutzen, aber diese Typen werden kaum mehr Erfolge haben als jene, die eine gute Zusammenarbeit bevorzugen.

Das Spiel bietet echte Herausforderungen und verlangt deshalb Geduld und Können. Ich rate euch, nicht bereits bei den ersten größeren Schwierigkeiten aufzugeben: Wer trotz anfänglicher Mühe weiterspielt, wird die Stärke und Schönheit dieses Spiels entdecken. Die schwierige Waffenkontrolle geht nach einer gewissen Zeit leicht von der Hand, und die Komplexität des Spiels wird je länger desto deutlicher ersichtlich.

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One Response to Impressionen zu „Monster Hunter Tri“

  1. ness sagt:

    Ich weiß immer noch nicht so recht, ob es was für mich ist. Mein bester Kumpel hat mich zwar schon ein paar mal gedrängt, weil er es sich auch inkl. WiiSpeak geholt hatte, aber bei mir ist es halt so, dass ein Spiel nach zu repetiver Spielweise, was MH3 ja auch sein kann, gerne mal wieder in der Ecke verschwindet =(.