Fernsehen macht doch blöd – Eine spontane Hass-Tirade

Schaltet ich in diesen Tagen den TV-Apparat im guten Willen auf zumindest solide gemachte Unterhaltung ein, so wird im Regelfall diese Hoffnung sogleich mit Füßen getreten. Die Privatsender haben sich einer Verblödungspolitik hingegeben, die einem fragwürdigen Trend nach dem anderen hinterher jagt und dabei die Latte immer tiefer hängt. So kamen Mitte der 90er erst die Nachmittags-Talkshows, wurden ergänzt durch die Vormittags- und Mittags-Talkshows, um dann mit dem Übergang ins nächste Jahrtausend Platz für die nicht minder unsäglichen (eher im Gegenteil) Gerichtsshows zu machen. In den letzten Jahren schließlich verpesteten die so genannten Doku-Soaps die Kanäle und degradierten die Bezeichnung „Unterschichten-Fernsehen“ zu einer Neckerei.

Die letzten Jahre des gerade zu Ende gegangenen Jahrzehnts stellten also alles andere als eine Qualitätsoffensive dar. Während RTL weiterhin fleißig daran arbeitete, das TV-Äquivalent zur BILD zu werden und in Partnerschaft mit eben diesem Schmierblatt Leute nur allzu gerne vor der versammelten Nation der Lächerlichkeit und (eigentlich noch schlimmer) Dieter Bohlen preisgab, fiel das Hirn der ProSieben-Redaktion regelmäßig zwischen die Beine und erfreute das Publikum mit wunderbaren Konzepten wie der frauenfeindlichen Fleischbeschau „Sommermädchen“, das Pre-Scheidungs-Lustspiel „Sarah and Marc in Love“ und die Suche nach dem nächsten schlechten Magier mit drei uralten Tricks auf dem Kasten Uri Geller (der eine war anscheinend nicht schon Warnung genug). Ältere Formate wie Galileo passten sich der umfassenden Verdummung nach und nach an. Wo früher an gleicher Stelle versucht wurde, das Prinzip der Kernspaltung und Einsteins Relativitätstheorie auf einfache aber prägnante Weise auch für den Laien verständlich zu machen, stapft heute ein Fleischklops namens Jumbo durch die Gegend und frisst sich in einer pervertierten Zuspitzung unserer Verschwendungskultur durch die XXL-Lokale der Nation oder prüfen bemitleidenswerte „Reporter“ YouTube-Videos auf ihre Echtheit. Noch schöner: Aufgrund der klammen Kassen bei der ProSieben-Sat.1-Gruppe verwertet die Sender-Gemeinschaft ihren alten Müll wieder und immer wieder, anstatt diesen endlich in die Tonne zu klopfen. So werden „We are Family“- und „Deine Chance“-Beiträge mit wenig Mühe zu „Sam“-Clips umgeschnippelt, wandern dann kurz zu Kabel 1 in ein Format, welches kaum eine Woche hält, um dann erneut bei ProSieben in einem neuen Nachmittagsformat zu landen, wo es garantiert keine Woche hält. Nicht unrealistisch, dass, während ich diese Zeilen verfasse, bereits bei Galileo wieder eine Wasserrutschen-Reportage und bei n-tv die selben Dokus zu Riesen-Kränen oder den künstlichen Dubai-Inseln laufen, wenn nicht schon wieder der böse Adolf mit Midi-Gedudel untermalt über den Nachrichten-Sender rumpelt. We love to entertain you.

Wären da nicht die Informationssendungen der Öffentlich-rechtlichen, die Unterhaltungsformate der Dritten und einige wenige US-Serien, wobei davon in der Zwischenzeit auch einige den „Shark gejumped“ haben („House“, „Monk“ – und die „Simpsons“ schon vor zehn Jahren), ich würde mir kaum mehr die Mühe machen, den Receiver an den Scart-Verteiler anzuschließen. Wieso auch, wir befinden uns in der Baukasten-Epoche. Das Angebot neben dem Fernseher ist so groß geworden, dass man sich seine Freizeit heute selbst zusammen zimmert und nicht mehr auf die Programm-Planer angewiesen ist. Filme auf DVD und Blu-ray ohne Werbeunterbrechungen und Schnittorgien zu sehen ist wunderbar und der kleine Filmfreak in mir wird durch Audiokommentare und Blicke hinter die Kulissen umfassend unterhalten. Der Rest deckt das Internet ab und ich schaue mir zu jeder Zeit lieber mehr oder wenigen trivialen Kram wie den neuen „Ashens“, „Angry Video Game Nerd“ oder „Nostalgia Critic“ an, als im Ersten zur Volksmusik zu wippen oder im ZDF bei Rosemunde Pilcher mich ob des aus der Röhre triefenden Schmalzes übergeben zu müssen. Überhaupt dürfen ARD und ZDF, trotz der lobenden Worte zu Teilen des Programms, nicht ohne Schelte davon kommen. Ich finde es immer witzig, wenn Engländer über die BBC meckern und die altehrwürdige Fernsehanstalt als langsames, überbürokratisiertes Ungetüm bezeichnen und aus deutscher Sicht nicht wissen, wie gut sie es eigentlich haben. Ich wäre froh, wenn ARD und ZDF mit dem gleichen Mut an neue Formate gehen würden, anstatt jedem Trend des Privatfernsehens mit einer durchschnittlichen Verspätung von fünf Jahren hinterher zu hecheln, egal ob es sich dabei um Daily Soaps oder Casting Shows handelt.

Eine ganze Generation an Großeltern und Eltern hat uns vor der Verblödung vor dem Fernseher gewarnt und hier bin ich nun, ein Kind des Privatfernsehzeitalters, aufgewachsen mit den „Turtles“, „Konfetti und Klack“, dem „echten“ Tele 5, dem „A-Team“ und vielen anderen Sendungen und stehe der Glotze, untreu wie ich bin, mit wachsender Abscheu gegenüber. Schlimmer noch, stehe ich nun auf der anderen Seite und mache mir Gedanken über die Generation nach mir, die diese Kapitulationserklärungen an den Verstand Tag für Tag schlucken. Also alles Mist? Nein, wer genau hinsieht und sich durch die weiten Kloaken des deutschen Fernsehens gräbt, der stößt auch auf die kleinen, aber dafür umso kostbareren Juwelen, die dem TV-Anschluss dann doch noch seine Berechtigung erteilen. Dabei gilt, je später die Stunde, umso unterhaltsamer, anarchischer und experimentierfreudiger das Programm. Schön, dass wir im Zeitalter der Mediatheken und Streams leben, aber nimmt das der Kiste nicht erneut die ursprüngliche Daseins-Berechtigung…? Ich werde euch demnächst eine persönliche Auswahl näher vorstellen und damit eine neue Reihe auf Retro V starten.

22 Antworten zu Fernsehen macht doch blöd – Eine spontane Hass-Tirade

  1. Otaku1990 sagt:

    Vor ein paar Jahren zappte ich gelangweilt durch die TV-Kanäle, als ich mich plötzlich erhob, meinen Receiver vom Fernseher abklemmte und diesen im Keller deponierte. Dort steht er bis heute und ich habe ihn bisher nicht vermisst.
    Egal, ob ich mich über ein bestimmtes Thema mithilfe bewegter Bilder informieren oder einfach nur mal abschalten möchte: das Internet ersetzt für mich seit Jahren das TV. Dementsprechend habe ich nicht wirklich eine Ahnung davon, was gerade im deutschen Fernsehprogramm vor sich geht, aber wenn ich mir deinen Artikel so durchlese, glaube ich, damals die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

  2. Robert Riesebeck sagt:

    Ich hab mich von dem normalen TV Programm auch schon lange verabschiedet und schaue eigentlich auch nur noch den History Channel :D ^^

  3. mkraxx sagt:

    Fernsehen? Ahahahaaaaa – da gibt’s eigentlich kaum was Sehenswertes, ich schalte vielleicht einmal wöchentlich die Simpsons ein, aber dann ist auch schon Schicht im Schacht – zu groß ist der Verblödungsfaktor…

  4. ness sagt:

    So sehr ich dem Artikel bzgl. der angesprochenen Sendungen recht gebe, könnte ich mir eine Woche ohne Fernseher garnicht wirklich vorstellen. Sei es wegen den ganzen Serien (z.B. Scrubs, King of Queens, Family Guy, South Park, Futurama, FlashForward, One Piece), manchen Sendungen (z.B. TV Total/Schlag den Raab, Wer wird Millionär, Wetten, dass…, Harald Schmidt, Kurt Krömer), Dokumentationen (in 3sat, Arte, ARD/ZDF) oder vor allem den Filmen. In der Woche schaue ich mir fast regelmäßig 3, 4 oder 5 Filme an, und ohne Fernseher wär ich auch dahingehend ja völlig aufgeschmissen^^. Und mir nur irgendwas vom Erwähnten auf den PC-Bildschirm anzuschauen wär mir echt zu ungemütlich.

  5. Oliver sagt:

    Eine Woche ohne TV wäre auch für mich eine Ausnahme, aber nur weil ich dann nicht daran spielen könnte ;)
    King of Queens ist beendet und ich schaue mir bis auf winzige Ausnahmen keine Wiederholungen mehr an, bis ich die Serie komplett auf Blu-ray holen kann. Selbiges gilt für Futurama (Ja, ich weiß, es kommen neue Folgen, aber das dauert noch bis die in Deutschland laufen). Überhaupt hat mir die unglaublich schlechte Programm-Planung von MTV, VIVA und Comedy Central den Spaß bei vielen Serien genommen. Diese Genies dort bringen es tatsächlich fertig, die selbe Folge einer über 100 Folgen umfassende Serie innerhalb weniger Wochen 6 bis 7 mal über den Bildschirm flimmern zu lassen, gerade wenn es um South Park und Family Guy geht, die für mich beide nebenbei gesagt ihren Zenit überschritten haben. Auch wenn SP über 10 Staffeln durchgehalten hat und FG schon nach der Wiederaufnahme der Produktion nervte. Ich frage mich, wie lange Seth MacFarlane es noch gelingt, die selben paar Gags (vor allem wenn zwei Typen gelangweilt und überbetont „normal“ miteinander sprechen..), unter das Volk zu bringen. Weißt du noch damals, Peter, als du….Argh. Ich glaube ja, die komplette kreative Energie ist auf American Dad übergesprungen und nie wieder zurück gekommen.

    „Und mir nur irgendwas vom Erwähnten auf den PC-Bildschirm anzuschauen wär mir echt zu ungemütlich.“
    Tue ich auch höchst selten, auch da wir uns die Videos fast immer zusammen anschauen und hier am Computer-Tisch ist schon für eine Person sehr wenig Platz (wie wir jedes Jahr aufs Neue bei den E3-Streams feststellen). Wenn es einen neuen Nerd und Co. gibt, lade ich mir das Video herunter und ziehe es auf die PS3, um es auf unserem Fernseher anzusehen.

    Aber zu den anderen von dir genannten Formaten sage ich nichts. Noch nicht. ;)

  6. ness sagt:

    Ich wollte mit den ganzen Serien eigentlich nur aufzeigen, dass ich viele durch das (Privat-)Fernsehen überhaupt erst „kennengelernt“ habe. Neben den bereits erwähnten waren es in neuerer Zeit auch noch ‚Pushing Daisies‘, ‚Supernatural‘, ‚Reaper – Ein teuflischer Job‘, ‚Alle hassen Chris‘, ‚Two and a Half Men‘ oder das erwähnte ‚FlashForward‘. Allesamt wären ohne (in diesem Fall) ProSieben absolut an mir vorbeigegangen, und das hätte ich vor allem wegen den 3 erstgenannten mehr als nur schade gefunden, da sie inzwischen sogar zu meinen „Lieblings“serien gehören.

  7. mkraxx sagt:

    Ich weiss nicht, ich weiss nicht…

    Zum Thema „Ungemütlichkeit“: Mein Notebook lässt sich prima an den Fernseher anschließen und die Couch ist seeeehr gemütlich.

    Aber beim Serienfernsehen bin ich ohnehin schon lange ausgestiegen, aber ihr müsst ja Zeit ohne Ende haben (völlig wertfrei ausgedrückt)…ist aber alles auch eine Sache der persönlichen Vorlieben. Geschichten wie „Schlag den Raab“ oder „Two-and-a-half-men“ fallen für mich allerdings unter die Volkverblödungskategorie – da blogge ich lieber…

    No offense meant…

  8. Oliver sagt:

    Bei Two and a Half Men kann ich diese Einschätzung unterschreiben, aber Schlag den Raab würde ich als die im Moment beste Samstag-Abend-Show im deutschen TV bezeichnen. Okay, das sagt gegen Zeugnisse des geistigen Intellekts wie DSDS und die Dauerwerbe- (+Altherrenwitze)Veranstaltung namens Wetten Dass nicht viel aus, aber was leichte Unterhaltung angeht, macht es zumindest mir einfach Spaß zu sehen, wie sehr sich Stefan Raab in die Geschichte reinhängt (was glaube ich kein anderer Moderator hierzulande in dieser Intensivität tun würde). Auch wenn es de facto nur eine Show ist, bei der sich zwei Typen für durchschnittlich 5 Stunden (!) durch Spiele arbeiten, die zwischen Kindergeburtstag und Sportveranstaltungen für Amateure schwanken.

    Zeit ist ein gutes Stichwort. Das Konzept des TVs mit seinen festen Sendezeiten hat sich ohnehin überholt, da man seine wenige Freizeit heute freier gestalten möchte und auch kann denn je. Content on Demand ist da für den arbeitenden Menschen weitaus praktischer. Früher kosteten auf VHS erhältliche Staffeln einer Serie ein kleines Vermögen (fragt mal die bemittleidenswerten Star Trek Fans der 90er..), dies hat sich dank der preiswerten Silberscheiben deutlich geändert.

  9. mkraxx sagt:

    Na gut, dass Stefan Raab ein engagierter Entertainer ist, will ich nicht bestreiten – man kann zumindest sagen, dass er bei jedem Blödsinn den er macht 100 % gibt (lobenswert) – trotzdem (auch im Bezugsrahmen zu Zeit): ich würde sie mir für das Sitzen vor der Glotze einfach nicht nehmen wollen – zu passiv das Ganze, zuviele Menschen draußen und im Netz, zuviele Spiele, zuviele Bücher…

  10. to sagt:

    Fernsehen macht dumm. Keine Frage, andere Medien auch… Internet zb., da gibt es schon viel mehr Mist und Lüge als Wahrheit, wie beim Fernsehen.
    Generell lohnt sich die Frage nach der heutigen Medienlandschaft.
    Aber nichts ist so passiv wie das Fernsehen, da wird einem alles abgenommen, es ist die schärfste Waffe der allgemeinen Verdummung.
    Lustig ist in diesem Zusammenhang auch, dass es zwar unendlich viele Bücher gibt, welche das zb. das Internet kritisieren – aber Bücher die sich kritisch mit dem Fernsehen und seiner Wirkung auf den Seher auseinandersetzen…? (Abgesehen von Fachliteratur in Kommunkationswissenschaften)
    Wie viele solcher Bücher gibt es? Also vor rund 5 Jahren waren es genau zwei Bücher, heute sind es ein paar mehr, aber es reicht noch immer eine Hand zum zählen.
    Schon erstaunlich oder nicht?
    Von diesen Büchern kann ich nur eines empfehlen: Pierre Bourdieu – Über das Fernsehen. Das sollte jeder gelesen haben.
    Ich komme seit gut 10 Jahren prächtig ohne Fernseher aus.

  11. ness sagt:

    Ich finde es interessant zu lesen, dass einige hier das Fernsehen für zu passiv halten. Liest ihr auch keine Bücher/Zeitschriften/Internetseiten und hört auch keine Musik oder schaut nicht mal Filme auf DVDs/im Kino an?
    Sorry, aber das Argument finde ich echt etwas dürftig, zumal manche Sendungen mit Passivität auch nicht mehr viel zu tun haben.

    Und ach ja, ich kann ebenso ein Buch nur sehr empfehlen. Von Steven Johnson: „Die neue Intelligenz: Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden“
    Wirklich sehr interessant und auch informativ geschrieben, zudem auch recht günstig zu erwerben.

  12. rille sagt:

    @ to:

    Fernseher und Internet sollen dumm machen? Keineswegs mein Freund. Es stellt sich immer wieder die Frage, was man konsumiert. Wenn ich mich lediglich mit sinnlosem, seichten Entertainment berieseln will, finde ich das. Wenn ich gute Comedy, eventuell mit Gesellschaftskritik und einem satirisch gezeichneten Bild unserer aktuellen Gesellschaft, möchte, finde ich das. Wenn ich Blockbuster-Filme möchte, finde ich das. Klar gibt es auch TV-Formate, die unter aller Sau sind und wirklich nur die Verblödung als Absicht haben, aber dem TV pauschal die Verblödung der Jugend zu unterstellen, erachte ich als falsch. Ich habe schon so viel durch Serien, Filmen etc gelernt. Egal, ob Filme/Serien mein Interesse für bestimmte Aspekte geweckt haben (Sprachen, Naturwissenschaft, Medien etc) oder ich durch die vielen Serien und ihren Geschichten so viel Lebensweisheit für mich selbst einverleibt habe, sodass ich im echten Leben oft Vergleiche mit Situationen in Serien ziehen kann und das mir dabei hilft, wie ich mich in bestimmten Situationen am besten verhalten soll.

    Dass RTL und Formate wie „Mitten im Leben“, die übrigens gescriptet sind, so einen Erfolg haben, spiegelt auch leider die Vorliebe unserer aktuellen Gesellschaft. Und dass RTL auch noch so dreist ist … Ja, das ist Verblödung. Aber nicht das gesamte TV-Programm.

    Zu Serien: Meiner Meinung nach hat South Park nicht den Zenith überschritten, gerade die Folge mit Facebook und andere neue Folgen sind einfach lustig. Neue Serien wie FlashForward sind sehr spannend und die verfolge ich auch regelmäßig.

    Two and half men erachte ich keineswegs als Volksverdummung und wieso man das so sehen sollte, verstehe ich nicht. Weil in der Serie getrunken wird und Charley nach der Reihe eine nach der anderen falchlegt? Seid nicht so prüde, die Serie ist witzig. Neue Serien wie How i met your Mother sind regelrechte Lichtblicke und qualitativ hochwertiger wie nie zuvor. Es lässt sich eh der Trend erkennen, dass US-Serien immer besser werden. Natürlich verlieren alte Serien, die aus kommerziellen Antrieb Staffel um Staffel erweitert werden, Reiz und auch Quoten. Aber wie gesagt, nicht heulen, sondern nach neuen Serien umsehen.

    ———

    Jetzt zum Internet. Gerade das Internet ist das Medium, in dem man alles findet. Information, Desinformation, Entertainment, Pornos, kranke Sachen …

    Hier muss der Nutzer wieder selbst selektieren und noch mehr als je zuvor. Gerade durch das Internet kann man sich selbst ein „Konsumplan“ zurechtlegen und muss sich nicht dem vorgeschriebenen TV-Plan hingeben.

    Gerade durch das Internet werden Menschen, die eine bestimmtes Hobby und Interessen haben, gezielt gefördert, da sie sich durch das Internet von selbst weiterbilden und tiefer in ihre gewünschten Thematiken eintauchen. Klar gibt es auch Leute, die im Internet nur chatten und lustige Videos anschauen, die keinen Mehrwert haben.

    Die Frage ist aber: Was hätten diese Leute vor der Zeit des Internets gemacht? Denkst du sie wären viel gebildeter und das Intenet verblöde weiter Menschen? Ich denke nicht, sie wären zumindest nicht viel mehr gebildeteter. Sie würden zwar nicht soviel Zeit vor der Kiste und dem Monitor verbringen, dafür aber draußen herumtollen und mit Stöcken spielen.

    Das Internet deckt weit mehr Wahrheiten auf, als es wirklich erfolgreich und auf lange Sicht Desinformationen verbreitet. Gerade das Internet ist in der Informationspolitik eine Revolution. Man ist nicht mehr auf die „Lügen“ bzw „offizielle Version“ der Massenmedien angeweisen, jeder hat eine Stimme und kann seine Gedanken darlegen.

    Und nochmals bezüglich Verblödung: Internet und Fernseher beanspruchen viel Zeit, machen in dem Sinne „faul“, weil man nicht mehr viel für die Schule tun will, da man stattdessen lieber im Internet chattet oder herumsurft.

    Aber: Was heißt für dich Verblödung? Ein gutes Abi kann jeder mit einer gewissen Intelligenz schreiben, solange er lernt. Viele verbringen ihre Zeit aber lieber mit anderen Sachen. Und ich verstehe das. Das, was man lernt, sagt nichts über die Intelligenz aus und du wirst es nie mehr wieder brauchen. Stattdessen können PC und TV einerseits Desinformation und Schwachsinn verbreiten, einerseits aber spitzen Entertainment bieten und Interessen wecken. Fernseh-Produzenten von South Park, Family Guy etc sind die modernen Satiristen.

    Und gerade du, als anscheinend Videospiel-affiner Mensch, bist doch auch der Meinung, dass Videospiele nicht verblöden oder? Auch wenn man aktiv am Geschehen beteiligt ist, ist es ein Medium, dass dich Stunden lang fesselt, während du deine Zeit lieber in andere Sachen investieren könntest. Zum Beispiel ein gutes Buch lesen.

    Und warum die Jugend heute nicht mehr so gerne Bücher liest? Nicht nur weil TV und Internet konformtabler und schneller zugänglich sind, auch weil die Schule breits früh jeden Spaß an Büchern zunichte macht. Jemand, der in seiner ganzen Schullaufbahn nur beschissene, kindische, dümmliche, langweilige, abgefuckte, sinnlose, spannungsarme Bücher als Schullektüre lesen MUSSTE, findet an Büchern keinen Spaß und liest so schnell auch freiwillig keins. Ganz gleich, wie genial einige Werke sind und wie viel sie dir mit auf dein Leben gehen. Diesen Effekt aber Videospielen, Animes, TV-Serien abzusprechen, finde ich sehr beschämend. Das sind nunmal die neuen Medienkanäle, die auch gut funktionieren. Zumindest das Internet.

    Ich spreche Bücher natürlich nicht ihre Genialität ab. Viele Animes, Spiele etc sind durch ganze Bücher oder teile davon inspiriertet.

    Dass Serien wie Galileo immer dümmlicher werden, Formate, die eh egscirptet sind wie Mittem im Leben, ausgetrahlt werden, ist ein Armutszeugnis für Deutschland. Aber nicht für das Medium TV oder Internet.

    Und ja, ich bin ein Kind der neuen Medien. Meine Abi-Noten sind nicht die besten, sondern durchschnitt. Bin ich deswegen aber dümmer? Meine Prioräten sind ein wenig anders gesetzt – obwohl ich mir bewusst bin, wie wichtig ein Schnitt für den NC in Deutschland ist -, aber durch das Internet habe ich bisher mehr fürs Leben gelernt als die Oberstufe in der Schule es mir hätte beibringen können.

    Und da ich jetzt so viel geschrieben habe, möchte ich ne Antwort ;Ü

    @ Oliver S.: Guter Kommentar, wirklich super! Das Geschriebene von dir musste echt mal gesagt werden, die derzeitige Entwicklung, besonders Galileo, ist erschreckend. Wie sagte mal ein Kollege von mir? Jumbo frisst sich mal wieder durch die Weltgeschichte …

  13. mkraxx sagt:

    @ ness: Ähhm, wie, welche Sendungen im Fernsehen habe denn jetzt nichts mit Passivität zu tun? Kann sein, dass ich nicht auf dem Laufenden bin, aber gravierende Umwälzungen in der Art und Weise TV zu konsumieren hätte ich, glaube ich, bemerkt.

    Musik, Zeitschriften, Internetseiten und sogar Kino kann man mit Fernsehen meiner Meinung nach nicht vergleichen, ein Mindestmaß an Interaktivität ist bei allen diesen Tätigkeiten gefordert (ich lache sicher öfter beim Lesen als beim Fernsehen), und das Internet ermöglicht deutlich mehr Interaktion zwischen den Produzenten von Medieninhalten und deren Konsumenten, als alle anderen Medien (oder warum kommentieren wir hier?). Und wenn ich ins Kino gehe, suche ich mir aus was ich sehen will und informiere mich vorher darüber (vielleicht gehe ich deshalb so selten), anstatt mich auf die Couch im Wohnzimmer zu fläzen und Knöpfe auf einer Fernbedienung zu betätigen – wobei ich ausdrücklich festhalte, dass ich dir dieses Verhalten hiermit nicht unterstelle.

    Buchtipp gut, merke ich mir mal vor…

  14. Oliver sagt:

    „Fernseher und Internet sollen dumm machen? Keineswegs mein Freund. Es stellt sich immer wieder die Frage, was man konsumiert. (..) Klar gibt es auch TV-Formate, die unter aller Sau sind und wirklich nur die Verblödung als Absicht haben, aber dem TV pauschal die Verblödung der Jugend zu unterstellen, erachte ich als falsch.“

    Das sehe ich auch so, bitte die Überschrift des Artikels nicht bierernst nehmen. Diese sollte die Ironie hinter meiner Feststellung ausdrücken, dass in einer Zeit, in der das Fernsehen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, viele Leute in meinem Alter zu den größten Kritikern geworden sind.

    Natürlich macht das Medium TV nicht per se blöd, es sind bestimmte Inhalte, denen ich bei regelmäßigem Konsum das Potenzial zur Abstumpfung vorwerfe. Dabei ist mir auch hier klar, dass nicht jeder Mensch in der exakt selben Weise auf das Gesehene reagiert und es sicherlich Personen gibt, die sich bei den Scripted Reality Formaten aufgrund der ungewollten Komik köstlich amüsieren können (was zwar nicht gerade im Sinne des Erfinders ist, aber darauf kommt es ja nicht an). Leider geht diese Entwicklung einher mit der sonstigen Ideenlosigkeit im deutschen TV. Macht RTL den Quatsch und ist damit auch noch erfolgreich, muss Pro Sieben natürlich nachziehen und so weiter. Halte mich für naiv, aber ich hatte zumindest früher den Eindruck, dass die Programmverantwortlichen neben der Quote auch einen Blick auf die Qualität der Formate und das Image ihres Sender hatten. Bei der Betrachtung heutiger Formate hämmert sich mir eher der Eindruck ein, die Führungsetage hält die eigenen Zuschauer gerade noch für den dümmsten Abschaum, der je auf Erden kroch:

    http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/12/09/die-popstars-offenbarung-wie-pro-sieben-sein-publikum-betruegt.aspx (Dazu auch das im Artikel verlinkte Video anklicken)

    http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2010/04/19/der-verlierer-steht-fuer-immer-im-schatten-das-weltbild-von-dsds.aspx

    „Zu Serien: Meiner Meinung nach hat South Park nicht den Zenith überschritten, gerade die Folge mit Facebook und andere neue Folgen sind einfach lustig. Neue Serien wie FlashForward sind sehr spannend und die verfolge ich auch regelmäßig.“

    Sicher, es gibt noch gute Folgen, wie die von dir genannte Facebook-Folge, aber ich vermisse den Charme (und Schwachsinn) früherer Episoden, als die Kinder noch (seltsame;)) Kinder waren und die Satire nicht die ganze Handlung bestimmte. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich liebe gute Satire, aber in den letzten 2-3 Staffeln hatte ich oft den Eindruck, als ob Parker und Stone auf Biegen und Brechen ihre Meinung kundtun wollten, dieses Vorhaben aber nicht zeitig (eine Folge befindet sich nur wenige Tage in der Produktion) mit einer vernünftigen Geschichte verknüpfen konnten. Und den „Zenit überschritten“ ist auch nicht gleichzusetzen mit der Aussage, dass die Serie nicht mehr anschaubar ist.

    „Two and half men erachte ich keineswegs als Volksverdummung und wieso man das so sehen sollte, verstehe ich nicht. Weil in der Serie getrunken wird und Charley nach der Reihe eine nach der anderen falchlegt?“

    Nein, weil ich nach zwei (guten) Staffeln alles gesehen habe, was die Serie bietet. Es ist wirklich immer der gleiche Käse, nur die Frauen im Bett von Charlie wechseln und Jake wird natürlich älter (und weniger witzig). Mit Prüderie hat das nichts zu tun, eine meiner absoluten Lieblings-Sitcom-Folgen ist „Die Wette“ bei Seinfeld, bei der die Vier darum wetten, wer es am längsten ohne Selbstbefriedigung aushält. Das schlägt jede noch so zotige Taahm-Folge um Längen, aber über Humor kann man (nicht) streiten und mir behagt es eigentlich auch nicht, Two and a Half Men im selbigen Atemzug mit Reality Affairs und Co. zu nennen, denn das hat die Serie wirklich nicht verdient und geht eigentlich auch am Tenor des Artikels vorbei.

    „Neue Serien wie How i met your Mother sind regelrechte Lichtblicke und qualitativ hochwertiger wie nie zuvor. Es lässt sich eh der Trend erkennen, dass US-Serien immer besser werden.“

    Auch das kann ich ohne mit der Wimper zu zucken unterschreiben. Beginnend mit Akte X und 24 haben die US-TV-Produktionen ein Niveau erreicht, welches selbst Kino-Produktionen in der Zwischenzeit Konkurrenz macht.

    „Jetzt zum Internet. Gerade das Internet ist das Medium, in dem man alles findet. Information, Desinformation, Entertainment, Pornos, kranke Sachen
    Hier muss der Nutzer wieder selbst selektieren und noch mehr als je zuvor. Gerade durch das Internet kann man sich selbst ein “Konsumplan” zurechtlegen und muss sich nicht dem vorgeschriebenen TV-Plan hingeben.“

    Ja, gerade deshalb halte ich eine gute Medien-Erziehung für wichtiger denn je. Früher hat man eben geschluckt, was einem vorgesetzt wurde und die Leiche im Tatort oder nackte Brüste bei Tutti Frutti stellten das Ende der Fahnenstange in Sachen Gewalt beziehungsweise Erotik dar. Heute kann man sich den „Konsumplan“ selbst zurecht legen, was neben vielen neuen Möglichkeiten und Optionen allerdings auch viele Gefahren birgt. Aber anstatt das Medium zu verteufeln, sollte man, wobei „man“ sowohl das Elternhaus, als auch die Schulen mit einschließen, der jungen Generation lieber eine gute Portion Medien-Kompetenz mit auf den Weg geben. Sonst wächst eine Generation heran, deren Schlaflieder aus Pornos und Happy Slapping Clips bestehen und deren Eltern über den gläsernen Mensch schimpfen, während die eigenen Kinder leichtfertig persönliche und intime Informationen ins freie Netz posaunen. Eltern sind wahrlich nicht zu beneiden..

    Und vielen Dank für das Lob.^^

  15. ness sagt:

    @ mkraxx: Damit, dass einige Sendungen nicht so viel mit Passivität zu tun haben, meine ich, dass es heutzutage, im krassen Gegensatz zu früher, viel mehr Serien gibt, die eine Vielzahl an Handlungssträngen besitzen und Querverweise auf die Gesellschaft, das Leben oder einfach auch auf frühere Episoden haben. Man kann eben nicht mehr nur dumpf davorsitzen und das Gehirn ausschalten, man muss konzentriert dabei sein, sonst bekommt man fast nichts mehr mit und versteht nur Bahnhof.
    (Das beschreibt z.B. mein erwähnter Buchtip auch sehr gut und ausführlich, mit etlichen Beispielen und so^^.)
    Und wieso Musik, Zeitschriften und das „Internetseitenlesen“ mehr Aktivität abverlangen, kann ich nicht nachvollziehen. Es mag sicherlich bei dem einen oder anderem unterschiedlich sein, aber allgemein unterscheiden sich alle vom Grad her nicht so viel voneinander.

    @ Diskussion: Was ich bisher noch ganz vergessen hab, und was mir ohne das Fernsehen ebenso ziemlich fehlen würde: Sportübertragungen. Seien es Fußballländerspiele, die Bundesliga + internationale Wettbewerbe allgemein, Snookerübertragungen (, welche mich überhaupt erst auf diesen tollen Sport aufmerksam gemacht haben), die olympischen Spiele, Handballwelt- und Europameisterschaften, die Leichtathletik-WM, große und äußerst spannende Tennisturniere, ab und zu mal Boxen und Formel 1.

  16. TV macht dumm? Gehen wir doch wirklich mal durch die Jahre. Volksmusik und Wetten dass…?!, wie stark hat es sich verändert? Volksmusik: Da ist ein kleiner grinsender Blondi, der die ganze Zeit mit seinem Mitte 20 einen auf Volksmusiker macht. Nein, ich glaube, der möchte das Fernsehniveau nicht erhöhen. Wetten dass…?! Viele Wetten waren spektakulär, andere wurde gefaket. Iregndwo kann das bald nicht mehr sein, Auch dieser Blondi im fortgeschrittenen Alter möchte das Niveau nicht emhr erhöhen, denn selbst trägt er nur noch wenig zur Show bei. Was ist Wetten dass…?! noch? Da sitzen Promis auf der Couch und reden miteinander, stellen neue Kinofilme vor und ab und zu singt mal jemand seinen neuesten Hit. Dann kommen die Wetten, Kinderwetten gibts nicht mehr. Dann ist da jetzt diese Hunziker, die schon bei DSDS für Gute Laune sorgen wollte…tja es will ihr nicht gelingen.
    Doch wollen wir uns nicht damit aufhalten, was haben wir noch? Aktenzeichen XY…ungelöst, eine sehr interessante Sendung, die, wie Kripo Live darauf aus ist, mit den Zuschauern zusammen Verbrechen aufzuklären. Was mir allerdings nicht in den Kopf will ist, warum sie jede Szene nachstellen, das bringt dem Zuschauer auch nichts, wenn den Täter eventuell vom Phantombild erkennt-.- Es soll wohl der Unterhaltung dienen. Dann haben wir ja auch noch jedes Jahr diesen Eurovision Song Contest, für den sich kaum noch einer interessiert, oder warum scheint Stefan Raab, fast bei jedem vertreten zu sein? Apropos, kommen wir doch mal zu Stefan Raab, früher reiste er noch um die Welt in „Raabs Gefahr“ oder brachte immer mal ein paar Musikgags raus. Heute legt er sich mit Kandidaten bei Schlag den Raab an und muss sich nicht mal drauf vorbereiten, er kommt hin, gewinnt oder verliert, egal, seine Kohle kriegt er. TV Total hat sich ja auch radikal verändert. Stefan nimmt jetzt öfters mal ein Blatt vor den mund, was früher undenkbar war. Doch halt, da gabs doch noch was, achja Autoball WM, Turmspringen, Poker, WokWM, ja Stefan hat ne Menge zu bieten, solange es der Unterhaltung dient. Doch TV Total zeigt eigentlich, was die TV Verblödung angerichtet hat, denn nicht zuletzt, werden in der TV Total Box und auf der Straße nur Vollidioten gezeigt, ist das Absicht, oder ist echt jeder ein Depp, und weiß nicht, wer der aktuelle Bundespräsident ist und wo England liegt? Was soll das? Warum zeigen die nur Deppen, die keinen plan haben? Das ist doch nicht Deutschland.
    Apropos Deutschland, der Superstar wird ja anscheinend immernoch gesucht, oder warum läuft das jedes Jahr? Der Herr Bohlen findet anscheinend keine Superstars mehr. Es geht ja auch nur noch um Skandale dort. Die jetzige Staffel ist ja voll davon. PR ohne Ende. Nichts anderes ist Das Supertalent. Da wird gezielt manipuliert um den Publikum etwas einzutrichtern, was denen gefallen soll. Niveaulos! Menschenverachtend, wo wir nun schon beim nächsten Thema wären, das Dschungelcamp und Big Brother, wo D-Promis ohne Ende auftauchen, ich meine, kaum ei ner kennt die! Und nur weil die Mediengeil sind, lassen die sich Wochenlang beobachten oder essen Kakerlaken? Respekt, echt. Oh mann-.-
    Dann kommen wir zum nächsten Format: Spiegel TV, da hat der Günther aber auch eine Arbeit, Woche für Woche immer über Lea und Tabea zu berichten oder Conny Reimann aus Texas einzuladen, kann es sein, dass da echt immer dieselben kommen? Dann sind wir jetzt beim Jauch, bleiben wir auch gleich dort, Wer wird Millionär? Nach so vielen Jahren, ist das abgedroschen, das will keiner mehr sehn, deswegen wurde einfachheithalber mal ein neuer Joker eingeführt, Wahnsinn, und alle sehen wieder WWM….Nein, ich fasse es nicht.
    Selbst die Kleinkinder werden schon der Fernsehverdummung ausgesetzt, bzw wurden es, oder was weiß ich, eine sprechende Lokomotive? sprechendes Werkzeug, Teletubbies, die nicht richtig sprechen können, da muss man doch völlig bekloppt werden!
    Doch schauen wir mal weiter. Serien, ein schönes Thema, was hatten wir denn da alles? Frauenknast, Lindenstraße, GZSZ, Balko, Der Clown, Doppelter Einsatz, Medikopter 117. Alles schöne un terhaltsame Serien, aber nicht wahrheitsgetreu, sie spiegeln ein Wunschdenken dar, und so beläuft sich das heute weiter: Alarm für Cobra 11, als ob Polizeiarbeit, so aussieht und täglich die Autobahn wegen explodierenden Autos gesperrtw erden müsste-.- Dann haben wir da Alles Was zählt, Julia wege zum Glück, Nur die Liebe zählt, Unter uns und was weiß ich, alles solche Soaps, die voller intrigen sind, was soll das? So ist die Welt doch nicht, und offenbar kommt jetzt schon in jeder Soap ein Schwulenpärchen vor, soll das der Emanzipation dienen? Aber gehen wir mal weiter, da ahben wir dann die Gerichtsshows und die Talkschows, also das nenne ich mal RealityTV, unter aller Sau! Die Gerichtsshows sind ja mal sowas von gestellt und erfundene und aus den Fingern gezogene Geschichten, sowas passiert einmal durch Zufall-.-
    Aber nein, da kann man sogar nochwas draufsetzen: Raus aus den Schulden, Rach der Restauranttester, Tine Wittler, die Ausreißer, was soll das denn? Da wird das Leid von Menschen gezeigt, ich versteh nicht, wie man sowas sehen kann. Ach da fällt mir grad was ein, hat jemand hier schonmal Bauer sucht Frau gezeigt? Gibt es denn nur Inzestbauern oder was? Oder noch besser: Die Farm, lief letztens noch auf RTL, ich dachte ich geh kaputt, mein gehirn hat geschmerzt und geschrien. Das ist doch nicht mehr normal, werden denn keine normalen menschen mehr gezeigt, baruch man fürs Fersnehen einen IQ Unter 14 und alles darüber, hat keine Chance reinzukommen oder was? Ich versteh es nicht!
    US Fersnehen scheinta ber auch nicht grad fördernd zu sein, Monk, Dr House etc scheinen ja unterhaltsam zus ein,a ber folgen dem Schema und sind auch nur moderne Columbo. Wahrheitsgetreu: Null komma null. Irgendwann vertauschen die Zuschauer eben dann Realität und Fernsehen und denken es ist wie in einer Soap oder what ever. King of Queens, der Prinz von Bel Air, Two and a half men, da kann man zwar noch lachen aber leider sind die gezeigten Probelem auch nur in der Redaktion entstanden.
    Achso, lachen, kommen wir zu was ganz heiklem: Comedy: Cindy aus Marzahn, Mario Barth, Oliver pocher, OMG! Die Witze sind doch nicht komisch….Nicht zu vergleichen mit der Didi Show, ind er es lustig war, dumm zu sein, oder Samstag Nacht, 7 Tage, 7 Köpfe, wo sind solche Formate hin? Jetzt: Genial Daneben ja total super genial, wenn man da raten muss, was ein fischernetz sein soll….
    Dokumentationen sind ja auch so ein Ding, Wissenschaftsfremd werden die lanmgsam. Galileo schon ewig, die wollen mit der Zeit gehen, dadurch verlieren sie aber an Intellekt. JUmbo ist ein gut genanntes Beispiel.
    Welt der Wunder, Kochprofis, Big Brother, Schau dich Schlau, Grip, das sind alles Sendungen auf RTL 2, und irgendwie alles auf einem Niveau. Big Brother vielleicht ganz tief unten noch….Apropos Welt der Wunder, NTV, wow diese alten kriegsdokus von Guido Knopp, oder wie der heißt, langsam wissmers doch, dass Hitler Vegetarier war und dass die Russen sein Leichnam hatten. Oh Weh. Ach ich ahb was vergessen: Galileo Mystery: echt krass, dass wir auf dem Mond waren, aber es könnte auch sein, adss wir es nicht waren, coole Erkenntnis.
    Doch weiter im Programm: QVC, Homeshopping, früher nur nervende Werbung, heute schon ganze Sender, und zufälligerweise klingelt es gerade: Der Hermesmann bringt Pakete-.-
    Kennt jemand dann noch AstroTV? Ja? Also wenn man sich schon in Echt nicht wahrsagen lässt udn nicht dran glaubt dann sicher im Fersnehen, wobei 9Live ja auch nicht grad Hauptschulniveau ist. Alles ziemlich weit unten angesetzt, vom Intellekt her.
    Fersnehen verdummt uns, unterhaltsam sind höchstens noch Spielfilme und Satiresendungen wie Extra3 oder Harald Schmidt. Aber sonst ist Fernsehen ein No Go, zum Glück gibt es das Internet. Aber dennoch konsumieren einige noch den TV Müll, jeder selbst schuld!

  17. mkraxx sagt:

    Jetzt ist hier schon sehr viel Meinung versammelt, deshalb nochmal kurz:

    @ness: ohne Frage, man kann TV möglicherweise auch „aktiver“ konsumieren als von mir angesprochen, aber das ist nichts was ich im Bekanntenkreis erlebe – eher bei Filmen auf DVD oder im Kino. Vielleicht war „Interaktivitätsniveau“ falsch ausgedrückt, wenn du’s auf „Aktivitätsniveau“ reduzierst steigt TV jedenfalls gaaanz schlecht aus, bei Büchern und Zeitschriften musst du zumindest umblättern (ja, der hinkt ein bisschen, ich weiß), ins Kino musst du gehen, und im Internet nur „Seiten zu lesen“ – k.A. ob das jemand ausschliesslich macht – ich finde es gibt mehr Möglichkeiten als man wahrnehmen kann, um selbst aktiv zu werden, in meinem Bekanntenkreis wird das Internet auch nicht einfach nur „gelesen“.

    Zu Sportübertragungen kann ich kaum was sagen, da wird’s jetzt wieder sehr subjektiv, ich sehe mir eigentlich nur die Fußball-WM an, Formel 1 war immer mehr so das Schlafmittel nach Grillfesten – und das hat sich auch schon seit etlichen Jahren aufgehört – mittlerweile ziehe ich es vor, selbst Sport zu betreiben, als anderen dabei zuzusehen – der Sinn dessen hat sich mir noch nicht nachhaltig erschlossen, und bei der Fußball-WM bin ich wohl betriebsblind, obwohl ich da dem Public Viewing auch jederzeit den Vorzug ggü. dem Fernseher gebe.

    Und klar, Selektivität und Wahlmöglichkeiten sind wichtig, aber was sagen diese Worte einem Kind von zehn Jahren, das denkt, dass Fernsehen (z.B. DSDS) die Welt abbildet? Und wie beeinflusst das Kinder „von heute“? Und wie viele Eltern verwenden das Fernsehgerät dafür, ihr Zöglinge in stressigen Umständen rasch zu beruhigen? Ich denke mir dass das der Kernpunkt der Verdummungsdiskussion sein sollte (frei nach Marge Simpson: „Könnte mal irgendjemand an die Kinder denken?“), wir sind schließlich alle alt genug, um auf subjektiver Ebene zwischen gut & schlecht zu unterscheiden, aber das kann (noch) nicht jeder…

  18. ness sagt:

    @ getwitterwolke: „Fernsehen verdummt uns, unterhaltsam sind höchstens noch Spielfilme und Satiresendungen wie Extra3 oder Harald Schmidt. Aber sonst ist Fernsehen ein No Go“

    Erst sagst du, dass US-Serien unterhaltsam sind, dann aber wieder, dass dies nur Spielfilme oder Satire wäre. Des weiteren ignorierst du sämtliche seriöse Wissens- und oder Informationssendungen.

    @ mkraxx: „mittlerweile ziehe ich es vor, selbst Sport zu betreiben, als anderen dabei zuzusehen – der Sinn dessen hat sich mir noch nicht nachhaltig erschlossen“

    Hast du etwa so viel Zeit, jede Sportart, die dich interessiert, auch zu betreiben? Bei mir wär das mit dem, was ich alles aufgezählt habe, denke ich etwas problematisch, von daher gestaltet sich das Zusehen schon deutlich einfacher^^.

    „ohne Frage, man kann TV möglicherweise auch “aktiver” konsumieren als von mir angesprochen, aber das ist nichts was ich im Bekanntenkreis erlebe“

    Es ist ja auch nicht etwas, was man direkt sieht. Mir geht es ja wie gesagt darum, dass man bei vielen Serien „konzentriert“ dabei sein muss, sonst hat man einfach keinen Plan mehr was da grad vor sich geht. Das war früher anders, da gab es in einer Serie vielleicht 2, höchsten 3 parallele Handlungsstränge, wenn überhaupt. Heutzutage allerdings kann das in Extremfällen schon in den 2-stelligen Bereich gehen, und da wird dem Gehirn einfach mal viel mehr abverlangt, man ist unbewusst deutlich aktiver dabei.
    Und wenn die Folgen beim Fernsehbeispiel sogar noch je eine Woche auseinanderliegen, tritt der Effekt sogar umso mehr auf.
    (Das Beispiel mit den Handlungssträngen wird im erwähnten Buch ebenso ausführlicher erklärt^^.)

    (Filme sind im Vergleich zur Serie, in diesem Fall, übrigens sogar im Nachteil, da sie eine Geschichte in 2 Stunden packen müssen und keine 5, 10 oder 15 Stunden Zeit haben für allzu viele Handlungsstränge.)

    Dein letzter Absatz bestreitet denke ich auch keiner, aber ich dachte wir schreiben eher aus unserer Sicht^^.

  19. mkraxx sagt:

    Als Abschluss meinerseits nochmal @ness: bei der Sportfrage wird’s heikel und wieder sehr individuell – ich übe die Sportarten die mich interessieren (wieder mal bis auf Fußball) auch aktiv aus – das sind allerdings nicht sehr viele, eigentlich nur zwei, und solche die mich interessieren könnten sehe ich mir trotzdem nicht im Fernsehen an, weil ich damit beschäftigt bin, jene die mich wirklich interessieren selbst auszuüben – das wird zeitlich manchmal schon etwas eng…aber ist definitiv eine Frage des persönlichen Genschmacks.

    Beim Thema „Mitdenken“ bin ich geneigt dir zuzustimmen, der diebezügliche Anspruch ist wahrscheinlich gestiegen (wenn ich an „Knight Rider“ zurückdenke – oh, hups, habe ich mich gerade geoutet???), aber ob das wirklich mit Interaktivität oder Aktivität gleichzusetzen ist, dabei bin ich mir nicht sicher. Von meiner beruflichen Bildung (also aus ergotherapeutischer Sicht) aus sicherlich nicht, da Handlungen zwar für das Individuum sinn- und bedeutungsvoll sein sollten (was ja durchaus sein kann), aber auch ein gewisses Maß an körperlicher Aktivität beinhalten sollten (was definitiv nicht der Fall ist, außer man sitzt dabei auf einem Heimtrainer).

    Schlußendlich kocht ja ohnehin jeder sein eigenes Süppchen – und muß dieses auch essen…

    Greetz…

  20. ew72 sagt:

    Ich habe meine Glotze vor sech Jahren abgeschafft und mir fehlt rein gar nichts. Mir ist schon damals eine deutliche Qualitätsabnahme und Wiederholungstendenz bei den Öffentlich-rechtlichen aufgefallen. Und die sollten zumindest versuchen, ein höheres Niveau zu bieten, schliesslich sind sie nicht von der Werbung abhängig. War nicht immer so, früher konnte man im Abendprogramm bei ARD und ZDF öfter mal japanische Klassiker sehen, z.B. von Kurosawa.

    • kb20 sagt:

      Ich kann nur sagen tv schaun macht nicht doof naja kommt drauf an was man schaut meine noten in der schule waren somieß ich wollt schon garnicht mehr in die schule gehn habe mir dann immer in tv dokus und sowas reingezogen und schwubs meine noten schossen in die höhe erdkunde geschichte deutsch mahte war für mich einfach nurnoch leicht und da sage einer tv schaun macht nur dumm für mich gabs eine sehr posetive erfahrung! ;)

  21. Winston Smith sagt:

    Recht hast Du !!!
    Aufgrund des Tatbestandes der „aktiven und böswilligen Volksverblödung“ (leider gibt`s das rein rechtlich nicht wirklich) gehören alle Privatsender verboten. Durch ihre Programme tragen sie allesamt zur systematischen Verblödung ganzer Bevölkerungsgruppen, die ohnehin nicht sonderlich helle sind, bei. Das ist aber eine typische Randerscheinung des Kapitalismus. Die Leute sollen nicht denken sondern konsumieren dann kann man sie besser kontrollieren. Passend dazu haben wir ja auch das entsprechende Verbrechergesindel aller Parteien in der hohen Politik, die diese Tendenzen durch Lobbyismus und durch ihre „Arbeit“ im allgemeinen noch fördern.

    Lösungsvorschlag: hängt sie alle auf, (jaja, ich weiss, das darf man doch nicht und ist ethisch nicht tragbar oder?) :-)