Bye-bye home consoles, welcome handhelds!

Die verkaufkräftigsten Spielgeräte sind zurzeit der DS und seine Iterationen DS Lite und DSi. Aber auch in meinem Wohnzimmer heimste der DS mehr Spielstunden ein als alle anderen Geräte.

Ich gebe es offen zu: In dieser Videospielgeneration werde ich einfach nicht so richtig warm mit Heimkonsolen. Meine Wii lief zwar in der ersten Jahreshälfte täglich mit Animal Crossing und später mit Little King’s Story auf Touren, ansonsten war aber wenig los. Das liegt nicht am Spielangebot, sondern an der Nintendo-internen Konkurrenz. Dragon Quest V, Suikoden Tierkreis und Disgaea DS heißen die meistgespielten Spiele auf meinem DS, und Etrian Odyssey II: Heroes of Lagaard ist bereits unterwegs. Neben diesen Krachern haben alle anderen Spiele Mühe, meine Aufmerksamkeit zu ergattern.

Suikoden Tierkreis

Gewiss ist ein Vergleich des Spielangebots unfair, denn der DS erschien zwei Jahre früher als die Wii und die PS3, und hat immerhin ein Jahr Vorsprung vor der Xbox 360. Meine DS-Sammlung nimmt deshalb auch mehr Platz ein als jene der Wii. Im Unterschied zur letzten Generation schafft meine Wii jedoch nicht, den DS wegzudrängen – nach wie vor wächst meine DS-Spielreihe stetig. Mein GameCube hingegen beeindruckt den Gästen mit einer üppigen Zahl von Spielen, obwohl der GBA eine Zeit lang das bevorzugte Spielgerät war.

Wie bereits erwähnt, liegt es nicht am Spielangebot, denn nach wie vor fehlen einige „Must-haves“ in meiner Wii-Spielesammlung. Wahrscheinlicher beeinflusst mein Lebensstil die gegenwärtige Bevorzugung der portablen Systeme: Mein DS Lite ist absolut reisetauglich und unkompliziert. Ich kann schnell ein Spiel starten und es sofort abbrechen, wenn irgendetwas dazwischen kommt – das Zuklappen des Gerätes friert das Spiel ein. Heimkonsolen hingegen verlangen nach reservierten Stunden, denn neben dem Einschalten des Fernsehers, dem Abdunkeln des Zimmers und dem Bereitmachen des Controllers braucht schon das Durchklicken des Menüs eine gewisse Zeit. Das Ausschalten der Konsole selbst verlangt mindestens noch das Ausschalten des Fernsehers und das sorgfältige Weglegen des Controllers. Es fühlt sich einfach umständlich an, wenn man nur ein schnelles Spiel spielen will. Beim DS hüpft man hingegen praktisch sofort ins Spiel. Auch kann das Spielen vor dem Fernseher gelegentlich mühsam werden, wenn im Haushalt mehrere Leute wohnen: Selbst wenn zwei große Flachbildschirme in der Wohnung stehen, hat der Spieler nicht immer das Glück, einen freien Fernseher vorzufinden. Außerdem muss man auf andere Leute Rücksicht nehmen, etwa bei einem Telefongespräch, bei der Heimarbeit oder bei Ruhezeiten. Im Gegensatz zu den Heimkonsolen erlauben portable Systeme mehr Individualität, der Spieler kann jederzeit eine andere Ecke des Zimmers besetzen oder gar im Freien zocken.

Wenn ich die hohen Verkaufszahlen des DS anschaue, dann kann ich mir vorstellen, dass eine große Anzahl der Käuferinnen und Käufer ähnliche Ansichten haben. Hinzu kommt, dass der DS schlicht eine höhere Spielbarkeit bietet als andere portable Systeme: Bereits in früheren Kolumnen lobte ich die sechs leicht zu bedienende Action-Knöpfe, während der GBA nur vier hatte und vor allem bei SNES-Umsetzungen limitiert wirkte. Touchscreen und Mikrofon erlauben neue Spielideen, und audiovisuell ist der DS gut genug. Da ich mit der Grafik des GBAs bereits zufrieden war, wirkt der DS gelegentlich sogar luxuriös, wobei dieses Empfinden natürlich nicht jedermann mit mir teilen wird.

Gewiss bekommt meine Wii auch zukünftig genügend Spielfutter, vor allem Spiele mit guten Multiplayer-Modi sind unersetzliche Spaßgaranten. Dennoch sehe ich genügend Anzeichen dafür, dass möglicherweise schon in der nächsten Generation mehr Spiele für Handhelds verkauft werden können als für Heimkonsolen, denn noch sind das Trio Wii, PS3 und Xbox 360 bestimmend, weil sich für sie mehr Spiele absetzen lassen können als für Handhelds. Es ist gut möglich, dass mittelfristig mehr ambitionierte Entwickler Handheldspiele produzieren wollen, weil die Hersteller bisher noch kein Mittel gegen die Kostenspirale der Spielentwicklungen für HD-Konsolen gefunden haben. Die Handhelds der nächsten Generation haben deshalb etliche Trümpfe in der Hand, um über die nächsten Heimkonsolen triumphieren zu können.

6 Antworten zu Bye-bye home consoles, welcome handhelds!

  1. Oliver sagt:

    Bei uns herrschte eigentlich schon immer ein recht ausgewogenes Verhältnis zwischen Konsolen- und Handheld-Spielen. Mich hat es schon Mitte der 90er Jahre gewurmt, wie stiefmütterlich der Game Boy in den Printmedien behandelt wurde. Selbst nachdem der GBA auf den Markt kam, war das Interesse nur von kurzer Dauer, bevor der Fokus wieder im Übermaß auf PS2, Xbox und GCN lag. Von daher ist die gegenwärtige Situation eine enorme Verbesserung.
    Ich persönlich kann nur sagen, dass auch im Jahre 2009 das Verhältnis in unseren vier Wänden unverändert ausgewogen ist. Sprich, NDS und PSP bekommen in etwa genauso viel Spielzeit wie die Konsolen. Was sich aber definitv verändert hat, ist die Zeit, die wir vor der Nintendo Heimkonsole verbringen, auch wenn 2009 schon jetzt besser als 2008 war und mit einem neuen Super Mario Titel zu Weihnachten gekrönt wird.
    Eine weitere Veränderung ist die Favorisierung eines Systems für bestimmte Genres. So habe ich zwar FF VII auf der Festplatte, spiele das Spiel aber aus Gründen der Gemütlichkeit lieber auf der PSP. Andernseits habe ich es bei NSMB bedauert, dass mir andere, wie es sonst bei Mario Spielen der Fall war, beim Spielen nicht zuschauen konnten.

  2. Otaku1990 sagt:

    Bei mir ist das Verhältnis zwischen Wii-Spielzeit und DS-Spielzeit ziemlich ausgeglichen. Allerdings investiere ich in den DS wesentlich mehr Zeit als damals in den GBA oder die Game Boy-Systeme davor.

    Unterwegs spiele ich so gut wie nie (bin auch selten längere Strecken mit Bus oder Bahn unterwegs); den DS zocke ich genau wie die Wii in meinem Zimmer.

  3. hydr0x sagt:

    Ich spiele zur Zeit ca. 90% auf dem DS. Habe zwar keine der aktuellen Konsolen aber eigentlich noch genügend ungespielte Dreamcast/PS2/GameCube Klassiker und natürlich unzählige Retrogames, es liegt also nicht daran. Wie du sagst, der DS ist einfach viel praktischer, vor allem für jemanden wie mich der zu zweit nur einen TV hat.

  4. piccolo-junior sagt:

    Ich spiele selten DS, ich mag Handhelds einfach nicht. Einerseits reise ich nicht weit (und wenn doch lese ich lieber ein Buch), andererseits mag ich die kleinen Bildschirme einfach nicht. Was ich beim DS auch nicht mag, ist, dass die Konsole keine externe Speichermöglichkeit für Spielstände bietet. Wenn meine Brüder die Spielstände verbraucht haben, muss ich entweder einen löschen oder das Spiel neu kaufen.

    Ich game lieber vor dem Fernseher ;-)

  5. motherfreak sagt:

    Nun ich selber spiele auch bevorzugt Handheld; u.a. auch aus den oben genannten Gründen. Aber es liegt auch einfach daran, dass meine Eltern mir jahrelang stationäre Konsolen verboten haben. Ich weiß nicht, wie ich es am Besten beschreiben soll…
    Hmmm…. am Besten so: Bei stationären Konsolen kommt bei mir nicht so dieses Gefühl auf, sich in diese Welt hineinversetzen zu können; dadurch fühle ich mich in dieser auch nicht so wohl, vielleicht bin ich es sogar gar nicht so gewöhnt, weil ich stationäre erst seit drei Jahren und dagegen portable seit neun Jahren spiele. Klar machen diese dennoch Spaß – aber auf dem Handheld finde ich es besser.

  6. ness sagt:

    Bei mir ist die Aufteilung zwischen DS und Wii auch ziemlich ausgeglichen. Mit dem DS spiele ich ebenso unterwegs ab und zu, und zu Hause wird er auch genutzt. Von den Anzahl der Spiele her führt aber der DS.

    Durch den Klapp-Mechanismus wurde er aber auch wirklich noch portabler als seine Game Boy Vorgänger, abgesehen natürlich vom GBA SP, da man nun ja überall und immer, selbst bei normalerweise nicht abbrechbaren Sequenzen, mal schnell eine Pause machen kann.