Was man über die Auflösung in High Definition wissen muss

Die Xbox 360 und die PS3 machen das Zocken in der HD-Auflösung populär. Diese Kolumne versucht, die Vorzüge und Tücken der HD aufzuklären.

Die Fernsehauflösung war noch vor wenigen Jahren kein Thema: Normiert entweder auf NTSC- oder PAL-Auflösung flimmert der Fernseher seit Jahrzehnten ohne grössere Veränderungen. Doch heute werden in den Märkten vor allem High-Definiton-Geräte angeboten. Warum also nicht die höhere Auflösung auch in den Spielen nutzen? Microsoft und Sony haben deshalb ihre Konsolen den Anforderungen entsprechend gebaut, auch um das Spielerlebnis intensiver zu gestalten. Leider haben viele Leute keine Vorstellung, welche Veränderungen HD mit sich bringt – ich will deshalb die zwei Aspekte vorstellen:

1) Höhere Auflösung bedeutet mehr Rechenleistung und höhere Kosten. Gegen höhere Auflösung gibt es an und für sich keine Argumente, denn sie bringt eine höhere Detailstufe mit sich, während eine niedrige Auflösung eine geringere Sicht bedeutet. Umstritten ist deshalb nicht die hohe Auflösung an und für sich, sondern der erforderliche Aufwand: Die erforderliche Rechenleistung der Konsole steigt enorm bei jeder Erhöhung der Auflösung. Die Konsole benötigt deshalb mehr Speicher, ein schnelleres Laufwerk, und ein grösseres Speichermedium, um die Anforderungen zu genügen. Dieser Umstand erklärt, warum die Xbox 360 und die PS3 so teuer sein müssen. Langfristig gesehen führt aber kein Weg an HD vorbei, und das weiss auch der Nintendopräsident Satoru Iwata, der schon 2006 einräumte, irgendeinmal eine HD-kompatible Konsole zu bauen. Die Frage ist nur, wann diese erscheinen soll…

2) HD ist vor allem bei grösseren Fernsehern sinnvoll. Damit will ich nicht sagen, dass eine höhere Auflösung bei kleineren Monitoren nicht sinnvoll wäre – die meisten benutzen heute hochaufgelöste PC-Monitore. Das Zocken vor dem Fernseher lässt sich jedoch nicht mit jenem vor dem PC direkt vergleichen, und deshalb möchte ich eine Faustregel des HD-Fernsehens erläutern: Die Distanz des Zuschauers zum Fernseher ist von der Grösse des Gerätes und von der Auflösung abhängig. Die Faustregel besagt, dass man in der Standard-Auflösung zum Fernseher mindestens eine Distanz einhalten soll, die etwa dem Dreifachen der Fernsehdiagonale entspricht. Das bedeutet bei einer Diagonale von 102 cm (40 Zoll) also um die 3 Meter. Natürlich kann man auch näher zum Fernseher sitzen, doch die meisten werden es merken, dass das Bild bei naher Sicht erstens nicht besser aussieht und zweitens die nahe Sicht bereits in kurzer Zeit ermüdend wirkt. HD-Auflösung bringt die Zuschauer nun näher vor dem Bildschirm: Nach der Faustregel sollen die Zuschauer in der HD-Auflösung zum Fernseher mindestens eine Distanz einhalten, die gerade mal dem Zweifachen der Diagonale entspricht. Hat man also einen grossen Fernseher, muss man nicht mehr weit davon entfernt sitzen, sondern kann in der „normalen“ Distanz (zwischen 2 bis 3 Meter) sitzen. Die Faustregel macht keinen Unterschied zwischen 720 und 1080 Bildzeilen, aber man darf annehmen, dass ein 1080p-Bild eine noch nähere Betrachtungsweise erlauben kann. Mit diesem Wissen kann man jedoch schlussfolgern, dass HD vor allem einen Nutzen bei grossen Fernsehern hat – etwa ab 37 Zoll. Wer in der Regel zwischen 2 bis 3 Meter sitzt und einen kleinen Fernseher (kleiner als 30 Zoll) hat, der wird den Unterschied wohl wahrnehmen, ihn aber nicht als besonders speziell erachten.

HD-Gaming hat wohl mit dieser Generation begonnen, aber wie ich es gezeigt habe, ist das Zocken in der HD-Auflösung ziemlich teuer: die in Frage kommenden Konsolen kosten ziemlich viel, ein guter – und grosser – Fernseher noch viel mehr, wenn er hohen Ansprüchen genügen soll.

3 Antworten zu Was man über die Auflösung in High Definition wissen muss

  1. ness sagt:

    Hm, find HD immer noch nicht wirklich ein Thema für mich. Alles noch zu teuer, und manch HD-Fernseher haben immer noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Da warte ich lieber noch ne Weile =).

  2. ahe sagt:

    Da kann ich nur zustimmen. Full Hd-Geräte beginnen derzeit bei 1500 Euro. Und was anderes kommt für mich nicht in frage. Ansonsten ärgert man in spätestens 2 Jahren, dass man ein bereits veraltetes 720p-Gerät rumstehen hat und zu nem günstigeren Preis ein Full Hd-Gerät bekommt. Schließlich ist 720p auf mittlere bis längere Sicht nur eine Übergangslösung. Sollte Sony in nächster Zeit für die PS3 wider erwarten doch noch ein paar Must Have-Titel rausbringen, würde ich mir dafür eher einen PC-Monitor mit HDMI-Kaufen als einen HD-Fernseher. Aber auch da siehts mit Full HD momentan noch mau aus. Wird wohl noch eine Weile dauern, bis das alles für die breite Masse erschwinglich wird.

    Als Nintendo angekündigt hatte, dass die Wii kein HD unterstützt, war ich erstmal geschockt. Mittlerweile wird mir langsam bewusst, wie genial diese Idee doch eigentlich war ;)

  3. piccolo-junior sagt:

    Ich kann ahe nur zustimmen. HD ist zwar ein Trumpf, doch wer kauft sich nur wegen der PS3 einen neuen Fernseher? Nintendo hat hoch gepokert und gewonnen (zumindest im Moment).

    Dass die hohen Preise für PS3 und 360 an den Erfordernissen für die hohe Auflösung liegen, glaub ich nicht. Schliesslich war die PS2 nur unwesentlich günstiger zum Launch, als ihre Nachfolgerin.