GameCube: Nintendos erfolgreicher Misserfolg (Teil 1)

Noch nie hat eine Heimkonsole Nintendos so schlechte Verkaufszahlen erzielt. Der GameCube hat aber auch gute Sachen vorzuweisen. Ein Fazit nach über vier Jahren Cube-Ära.

Nintendo präsentierte im Jahre 2000 ihre neue Konsole in ihrer Hausmesse „Spaceworld“ und zeigte sich lernfähig: Sie anerkennt, dass Module zu dieser Zeitpunkt zu teuer waren und über zu wenige Platz verfügten, weshalb sie auf speziell entwickelte und gegenüber der DVD kleinere Discs setzt. Ein weiteres Anliegen ist die vereinfachte Programmierung, denn das N64 schreckte viele Firmen mit seiner komplizierten Architektur ab. Zudem verbesserte Nintendo wieder den Controller, denn die Bedienung eines Spiels hat wie immer eine große Bedeutung in ihrer Philosophie. Um die Bedienung zu erweitern, entwickelten Nintendos Ingenieure eine Verbindung zwischen dem GameCube und dem GBA. Und die Technik an und für sich? In der Zusammenarbeit mit IBM und ATI hat Nintendo eine extrem effiziente Konsole produziert, die sowohl günstig ist als auch viel Leistung zu bringen vermag. Kurz: Nintendo machte vieles besser als beim N64, das Konzept wirkte durchdachter. Aber warum verkaufte sich der GameCube trotzdem schlechter als sein Vorgänger?

Der Cube wurde zuerst in Japan am 14. September 2001 lanciert, dann im November in den USA, und am Schluss in Europa im Mai 2002. Nintendo konnte relativ schnell über 5 Millionen Konsolen verkaufen, doch schaffte sie es erst im Jahre 2006, über 21 Millionen Einheiten zu verkaufen, während Sony über 100 Millionen Einheiten der PS2 und Microsoft über 24 Millionen Einheiten der Xbox absetzen können. Sicherlich hatte Sony den zeitlichen Vorsprung gut genutzt und eine beachtliche Zahl an PS2 verkaufen können, bevor der GameCube rauskam. Microsoft wiederum stieg mit einem aggressiven Preiskampf ins Konsolengeschäft ein und nahm Nintendo einige Marktanteile ab. Doch die Konkurrenz ist nicht der eigentliche Grund für das Scheitern des Cubes, sondern hat nur die Schwächen Nintendos ausgenutzt.

Da die Entwicklungskosten der Spiele ständig steigen, sah Nintendos Firmenchef Yamauchi gezwungen, die Entwicklungszeit zu kürzen und festzulegen. Nicht nur werden die Kosten dadurch reduziert, sondern die Spiele erschienen pünktlich, und die Anzahl der veröffentlichten Spiele nahm merklich zu. Dafür wirken viele Spiele unfertig und weisen einige Schwächen auf. Nicht wenige Spieler waren enttäuscht, daß Nintendo, der frühere Perfektionist, solche Mängel zuließ. Zwar können sich ihre besten Spiele immer noch sehen lassen, aber die kritischen Fans wollten sich damit nicht zufrieden geben. Von dieser Strategie wandte sich Nintendo schnell ab, weshalb sich die Veröffentlichungstermine für ihre Spiele ab der zweiten Hälfte der Cube-Generation wieder verschieben dürfen, häufig um mehrere Monate! Damit können die Produzenten wie Miyamoto und Tezuka die Teams so lange arbeiten lassen, bis die Spiele keine relevanten Schwächen haben.

Rare war während der N64-Ära Nintendos produktivste Second Party, doch baute sie mit der Zeit immer wie mehr ab, ihre Produktionskosten stiegen und der Spielenachschub stagnierte. Nintendo entschied, das einzig Richtige zu machen: Da Microsoft Interesse an die britische Softwareschmiede Rare hatte, verkaufte Nintendo ihre Anteile an Microsoft. Nicht wenige Spieler reagierten auf den Deal mit Enttäuschung, doch wirtschaftlich gesehen macht Nintendo den richtigen Schritt. Nur litt der Cube daran, daß Nintendo gerade zu ihrer Zeit im Umbruch war und sich neu orientierte: Der Firmenchef Yamauchi ernannte Satoru Iwata zu seinem Nachfolger, die firmeneigenen Entwicklerteams wurden neu strukturiert und aufgeteilt, und die Strategie an die Situation neu angepasst. Angesichts der enormen Änderungen kommt es einem Wunder gleich, daß Nintendo auch während dieser Zeit gute Gewinne erzielen konnte, in erster Linie dank des großartigen Geschäfts mit dem GBA und seinem Redesign GBA SP. Zweifellos halfen die Massnahmen dem DS und der Wii mehr als dem GameCube, denn für ihn kamen die Veränderungen zu spät.

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7 Antworten zu GameCube: Nintendos erfolgreicher Misserfolg (Teil 1)

  1. piccolo-junior sagt:

    Rare wurde sehr früh von Nintendo verkauft, nur kurz nach dem GCN-Launch. Nintendo hat auch den Fehler gemacht, dass die Konsole einfach scheusslich aussieht. Wer stellt sich so eine Konsole schon ins Wohnzimmer? Im Gegensatzt dazu ist die PS2 und die kleine PS2 ein sehr stylisches Gerät.

    Nintendo macht auch den Fehler jede Konsole anders zu benennen, anstatt wie Sony einen passenden Namen zu finden und diesen zu einer Marke ausbauen.

  2. Ness sagt:

    Hoffen wir auf bessere Zeiten mit dem Wii! =)

  3. connor sagt:

    wii !!! WWIIII !!! die konsole die am meisten spaß macht

  4. ... sagt:

    sorry piccolo-junior hat wohl eine derbst falsche auffassung. einige jahre her der eintrag? was solls… auf jeden fall bleibt es doch jedem selbst überlassen wie er/sie den cube findet. ich glaube das erfolgreichste spiel ist wohl super smash bros. melee… aber klar wie brawl ist weiß ich nicht, da ich keine wii besitze und diese mir wahrscheinlich auch nicht kaufen werde, da ich diese fernbedienung einfach besch… finde, schon als ich mario party 8 auf der wii zockte war es wirklich mehr als ankotzend. gegen die grafik möcht ich ja nix sagen aber die steuerung bei der wii ist gegenüber dem cube deutlich verschlechtert worden. ich hoffe nintendo macht mal wieder was gescheites…solln se doch wieder mit sony kooperieren und diesmal sony nicht hintergehen..ne fusion wär ma nich schlecht…

  5. ness sagt:

    „solln se doch wieder mit sony kooperieren und diesmal sony nicht hintergehen..ne fusion wär ma nich schlecht…“

    Ich glaub vorher friert die Hölle ein^^.

    Aktuell gäbe es sowieso keinen Grund für solche Zusammenarbeiten, dass hätte eher in der GameCube Ära passieren können, als Microsoft Nintendo ein Kaufangebot unterbreitet hatte.

  6. Ich fand den GameCube toll….
    Leider hab ich meinen damals verkauft.
    Was ich bis heute nicht verstehe ist wieso Nintendo nicht einfach normale DVD’s als Speichermedium benutzt hat…..

  7. Wahrscheinlich da sich Nintendo von den Mini-DVDs einen besseren Kopierschutz erwartet hatte.