GANBARE! Goemon!! (Teil 1)

Es ist schon merkwürdig, dass Konamis Videospielserie, welche in Japan höchstes Ansehen genießt und sich glänzend verkauft, hierzulande kaum gekannt wird. Zwar konnten die jüngsten Teile der Reihe nicht mehr so sehr überzeugen, wie die N64- oder gar SNES-Teile, eine Veröffentlichung im Westen hätte aber vorallem das DS-Spiel verdient.

Die Rede ist von der Ganbare Goemon-Serie, wobei die Titel hierzulande wohl eher unter dem Namen Mystical Ninja bekannt sind. Von der ganze 27 Spiele umfassenden Reihe sind gerade einmal 4 hierzulande erschienen, allesamt auf Nintendo-Plattformen. Kein Wunder also, dass Ganbare Goemon im Westen nie richtig Fuß fassen konnte. Dafür kann die Serie eine zwar kleine, aber dafür sehr treue Fangemeinde aufweisen, zu der auch ich gehöre. Um auch Nichtkennern die Reihe näher zu bringen, beleuchte ich in diesem mehrteiligen Special die besten Spiele aus der Ganbare Goemon-Serie, wobei 3 davon auch hierzulande erschienen sind.

Zwar begann die Geschichte des Diebes Goemons 1986 mit Mr. Goemon in den Spielhallen und ging mit viel Erfolg (in Japan) auf dem NES weiter, anfangen möchte ich jedoch mit den ersten beiden SNES-Teilen: Ganbare Goemon: Yukihime Kyuushutsu Emaki, welches hierzulande unter dem Namen Legend Of The Mystical Ninja erschien und dem ausserhalb Japans unveröffentlichten Ganbare Goemon 2: Kiteretsu Shogun Magginesu.

Ganbare Goemon: Yukihime Kyuushutsu Emaki / Legend Of The Mystical Ninja

In dem ersten im Westen erschienenen Abenteuer Goemons spukt ein furchterregender Geist in den Wäldern Oedos, als sich plötzlich die Dorfbewohner vor Goemon und Ebisumarus Augen in Dämonengeschöpfe verwandeln (im Westen hießen die beiden Helden übrigens Kid Ying und Doktor Yang, allerdings nur in diesem Spiel). Die beiden japanischen Recken gehen der Sache auf den Grund und erfahren von dem tellerwerfenden Geist nach seiner Niederlage von Prinzessin Yuki, der Tochter des Lords, welche von einem Finsterling verschleppt wurde. Das dürfen unsere Helden natürlich nicht dulden und beginnen eine abenteuerliche Reise, die sie durch Ninjaschlösser, Vergnügungsparks, dichte Wälder und Friedhöfe führt. Dabei machen ihnen diverse Gegner wie dicke Geishas, Skelettsamurais und ein riesiger Sumoringer-Kopf das Leben schwer.

Legend Of The Mystical Ninja war bereits ein Qualitativ hochwertiger Titel, steht allerdings den 3 anderen SNES-Teilen ein wenig nach. In diesem Spiel wurden diverse Spielmechanik-Grundsteine gelegt, die bis heute ihren Platz in den neuesten Teilen der Serie finden. Auch Charaktere, die später zum festen Aufgebot eines jeden Goemon-Titels gehörten, wurden hier erstmals eingeführt. Sasuke, der kleine Uhrwerkroboter, macht euch mit seiner Ninjacrew das Leben als Endboss auf dem Dach eines Schlosses schwer, während euch Attentäterdame Yae an einer Stelle des Spiels mit Infos versorgt. Und auch Iga Wiseman ist euch beim Transport auf eine ferne Insel eine mehr oder weniger angenehme Hilfe.

Legend Of The Mystical Ninja konnte nicht nur mit seinem Zweispieler-Kooperationsmodus, mit dem der Titel gleich doppelt soviel Spaß machte, überzeugen, sondern bot auch diverse Minispiele, wie Pferdewetten, ein Mode 7-Rennen oder den ersten Level von Konamis On Rail-Shooter Gradius. Diese Minigames werden von einigen Fans sogar als größter Pluspunkt des Spiels gewertet. Fernab von jenen Zeitvertreiben bieten Teil 1 der SNES-Quadrologie (zählt man den Ebisumaru-Puzzler nicht dazu) fordernde Jumper-Action, tolle Musik, viel Humor und herrlich japanische Szenarien. Als einer der 4 Westtitel sollten Interessierte vielleicht mal ein Auge auf eBay werfen (wobei das Modul recht selten ist), einen Freund von den Fernseher zerren und das Spiel zu zweit genießen.

Ganbare Goemon 2: Kiteretsu Shogun Magginesu

Um die Verwestlichung Japans durch den General Magginesu und seine Männer im Hasenkostüm zu verhindern, stellt sich Goemons Truppe mutig den größten Gefahren und muss wieder gegen allerlei eigenartige Gegner antreten. Das Japan-exklusive Ganbare Goemon 2 führte viele wichtige Neuerungen der Serie ein. Zum einen einen dritten spielbaren Charakter, den Fanliebling Sasuke, ein mechanischer Ninjaroboter, welcher das Kunai die Waffe seiner Wahl nennt. Zum anderen den riesigen Uhrwerkroboter Impact, mit dem Goemon und seine Freunde selbst die größten Widersacher in die Knie zwingen können. So kam dann auch ein neues Spielelement hinzu, denn der Spieler konnte erstmals in das Cockpit des Giganten steigen und die Endbosse in einer Pseudo-3D-Darstellung mit Schlagkombos und Laserangriffen vermöbeln. Vorher musste man sich allerdings den Weg zum Endgegner bahnen und mähte mit Impact Gegnerhorden und im Weg stehenden Dörfer und Schlösser nieder, ohne aber in die gefährlichen Erdspalten zu rutschen oder zu stolpern.

Abseits von den Mode 7-Kämpfen präsentierte sich Goemon in Bestform: Nicht umsonst wird Ganbare Goemon 2 als einer der besten Teile der Serie gehandelt. Wie in Super Mario World bewegt sich der Spieler zunächst auf einer Landkarte, um dann das Level seiner Wahl zu betreten. Wie in Nintendos Vorbild gibt es auch hier geheime Ausgänge, allerdings nicht ganz so häufig. Betritt man schließlich eines der Level, läuft Goemon zu Hochtouren auf: In klassischen Jump ’n Run-Sidescrollern mäht man sich wahlweise mit Goemons Pfeife, Ebisumarus Fächer oder Sasukes Kunai-Dolch durch Gegnerhorden, während man über Abgründe springt und Hindernissen ausweicht. Hin- und wieder darf man auch diverse Vehikel besteigen, wie einen Seifenblasen spuckenden Panzer und einen Sumoroboter.

Am Ende jeder Welt wartet ein letztes Schloss, welches sich jeweils an einem Thema orientiert, wie Kabuki, Sumoringen oder die japanische Küche. Diese letzten Level stellen sowohl den grafischen, musikalischen, als auch spielerischen Höhepunkt jeder Welt da und sind Belohnung genug. Danach darf man dann aber auch noch einen der oben erwähnten Impactkämpfe bestreiten. In Städten wird wie im Erstling mit Einwohnern gequatscht, Items eingekauft und der Ausgang gesucht. Natürlich sind auch die Minispiele wieder mit von der Partie: Diesmal winken ein spielbarer Level des Arcade-Shooters Xexex und natürlich viele weitere Spielereien, auch gerne mit Mode 7-Effekten versehen, eine der Lieblingstechniken der Goemon-Entwickler bei Konami, wie es scheint.

Ganbare Goemon 2 ist nicht ohne Grund einer der besten Teile der Reihe, ist es doch quasi der zweite N64-Teil (das beste Spiel der Serie), nur in 2D. Ausbalacierter Schwierigkeitsgrad, ein großartiger Zwei-Spieler-Modus, die herrlichen Jump ’n Run-Level und nicht zuletzt die Impactkämpfe machen diesen Teil zu etwas ganz besonderem. Eine Schande, dass Ganbare Goemon 2 nie die westlichen Gefilde zu Gesicht bekommen hat.

Im nächsten Teil geht es weiter mit Ganbare Goemon 3 und 4, zwei SNES-Knüllern. Freut euch drauf! (zu Teil 2)

Eine Antwort zu GANBARE! Goemon!! (Teil 1)

  1. piccolo-junior sagt:

    Ich hoffe, man kann die Spiele via Virtual console herunterladen und Konami lokalisiert zum mindesten in englisch