Nintendos Entwicklerstätte EAD und SPD (Teil 1)

Wenn Spiele die Gesellschaft verändern, dann stammen sie mit grosser Wahrscheinlichkeit von Nintendos EAD und SPD. Eine Kolumne über Nintendos stärkste Waffe.

Nintendo zeichnet sich nicht nur durch ihre Hardware, sondern vor allem durch ihre Software aus. Neben Electronic Arts gehört Nintendo zu den erfolgreichsten Softwareentwickler der Welt, im Westen verkauft sie oft als am zweitmeisten an Software pro Jahr, nur EA hat in den letzten Jahren noch mehr Erfolg. Im Laufe der Jahre nahm Nintendo immer mehr an Grösse zu, selbst Fans haben Mühe, die First-Party-Entwickler (Nintendos hauseigener Entwickler) und Second-Party-Entwickler (Entwickler mit Nintendos finanzieller Beteiligung) zu unterscheiden. Um hier Abhilfe zu schaffen, sollen Nintendos wichtigste Softwareproduktionsstätte EAD (Entertainment and Analysis Development) und SPD (Software Production und Development) kurz betrachtet werden.

Die Geschichte von EAD enthält reichlich viele Wendungen und soll hier nicht Gegenstand der Kolumne sein. Bevor EAD seinen Namen erhielt, war die Abteilung als R&D4 (Research and Development bekannt – mit Shigeru Miyamoto als Produzent. Aufgrund der vielen Erfolge erreichte die Abteilung bald höchsten Einfluss unter allen Abteilungen. Da die Struktur des gesamten R&D veraltet schien, reorganisierte Firmenchef Iwata als Nachfolger von Firmeninhaber Hiroshi Yamauchi die Abteilungen. EAD, die vor der Restrukturierung schon diesen Namen erhielt, hat nun mehrere Teams unter ihrer Leitung, als Hauptproduzent (General Manager) fungieren Shigeru Miyamoto und seine rechte Hand Takashi Tezuka. Zumindest formal, da Miyamoto gewisse Narrenfreiheit hat und seine Aufmerksamkeit auf gewisse Produktionen richten darf, andererseits aber auch externe Produktionen verfolgt. Gewisse Mitarbeiter stiegen von „Directors“ zu Produzenten auf: Directors sind die Chefentwickler eines Spiels, während Produzenten mehrere Spiele überwachen. Anders gesagt, hat Iwata die vorher eher flache Struktur in sichtbareren Hierarchien unterteilt und die ehemaligen Directors mehr Macht gegeben, um die zwei wichtigsten Produzenten wiederum mehr Freiheiten zu geben.

Zurzeit umfasst EAD fünf Gruppen unterschiedlicher Grösse: Hideki Konno leitet die Gruppe 1 und hat Spiele wie Mario Kart: DS und Nintendogs produziert; Katsuya Eguchi ist Produzent der Gruppe 2, und entwickelte Spiele wie Animal Crossing und WiiSports; die Zelda-Franchise liegt unter der Führung von Eiji Aonuma, Produzent der Gruppe 3; Hiroyuki Kimura leitet Gruppe 4 und hat mit seinen Teams Spiele wie Big Brain Academy und New Super Mario Bros.; schliesslich gibt es noch die Gruppe 5, die unter Leitung von Takao Shimizu Spiele wie Super Mario Sunshine und Donkey Kong: Jungle Beats. Die ersten vier Gruppen haben eine beachtliche Grösse, denn sie haben immer mindestens zwei grossen Titel in der Entwicklung oder mehrere kleine. Nur die fünfte Gruppe, auch als EAD Tokyo bekannt, entwickelt jeweils nur einen Titel, bevor sie zum nächsten Titel rübergehen.

Neben diesen fünf Gruppen existieren noch weitere, die in der ersten Phase der Restrukturierung noch unter dem Namen EAD bekannt sind, aber nun SPD heissen und Akira Ootani als Hauptproduzent haben. Ob Miyamoto Zugang und Einfluss auf die SPD-Produktionen hat, kann bisher noch nicht klar gesagt werden. Die SPD-Gruppen können in der Regel nur kleinere Produktionen im Alleingang machen oder mehrere, auch grössere in Zusammenarbeit mit Second-Parties und Dritthersteller. Gruppe 1 unterliegt der Führung von Yoshio Sakamoto und stellt Spiele wie Wario Ware und die 2D-Metroids her, oft in der Zusammenarbeit mit Intelligent Systems, ein weiterer First-Party Nintendos; Gruppe 2 wird von Hitoshi Yamagami geführt und entwickelt Spiele wie Tetris: DS und Super Princess Peach, das in der Zusammenarbeit mit Tose entstanden ist; Kensuke Tanabe leitet Gruppe 3 und stellt meist Spiele in der Zusammenarbeit mit externen Teams her – auch mit westlichen Teams. Im zweiten Teil werden dann noch zwei weitere Teams vorgestellt und vor allem die Bedeutung der Teams erläutert.

Eine Antwort zu Nintendos Entwicklerstätte EAD und SPD (Teil 1)

  1. Ness sagt:

    Bietet doch schon mal einen guten Einblick in Nintendos Entwicklerstudios. =)