Abwärtskompatibilität gewinnt!

Wer eine neue Konsole kauft, versorgt sich in der Regel mit neuen Spielen. Warum ist Abwärtskompatibilität trotzdem so wichtig?

Neue Konsolen versprechen den Kunden mehr Leistung und dadurch schönere Spiele, den Entwicklern versprechen sie neue Kaufimpulse und mehr Möglichkeiten für die Gestaltung. Dennoch können die Konsolenhersteller eine Sache nicht umgehen: Abwärtskompatibilität gehört heutzutage zu jeder Konsole, Sonys PS3 hat sie, die Wii hat sie, der DS auch, und die Xbox 360 hat sie zumindest teilweise. Wie wichtig ist Abwärtskompatibilität? Schaut man sich die Kauf- und Spielgewohnheiten der Spieler an, so stellt man fest, dass nur wenige sich wirklich viel mit alten Spielen unterhalten. Zudem kaufen eher wenige Leute eine neue Konsole mit dem Bewusstsein, ein paar alte Spiele nachzuholen. Dennoch hat die Abwärtskompatibilität viele Gründe, weshalb die Konsolenhersteller auf sie nicht verzichten dürfen:

  • Sie vermittelt den Spielern der Vorgängerkonsole Sicherheit. Sie zeigt gewissermaßen Kontinuität, die Spieler können nahtlos vom Vorgänger- zum Nachgängermodell wechseln und müssen nicht auf ihre alten Spiele verzichten.
  • Sie lässt die Spieler Platz sparen. Statt zwei Konsolen aufzustellen, können die Spieler ihre alte einmotten. Bei einer so großen Konsole wie der PS3 ist diese Eigenschaft bitter nötig, weshalb sie sowohl zu PS2- als auch zu PS1-Spielen abwärtskompatibel ist.
  • Sie sorgt zumindest für kleine Absatzzahlen der alten Spiele. Vielzocker mögen gelegentlich einige alte Spiele kaufen und diese auf der neuen Konsole spielen – insbesondere jene, welche die Vorgängerkonsole nicht besitzen oder bereits verkauft haben.
  • Sie macht die Spielebibliothek künstlich größer. Die meisten kaufen keine aktuelle Konsole wegen der alten Spiele, aber wenn die Kunden wissen, sie haben gleich zu Beginn neben den aktuellen Spielen auch noch hunderte alten, die sie kaufen könnten, dann hat der Konsolenhersteller eine gute Möglichkeit, Werbung zu machen.
  • Sie macht die alten Spiele attraktiver, zumindest was die PS2 und den DS betrifft: Während die PS2 die PS1-Spiele mit Blurring-Effekt weniger eckig macht, können die Spieler auf dem DS die GBA-Spiele mit einem wesentlich helleren Hintergrund spielen.

Die Vorteile betreffen vor allem die Vielzocker. Die Abwärtskompatibilität hilft also der Konsole, die alte Kundschaft zum Kauf zu bewegen, und zwar am besten gleich zum Launch. Für den Massenmarkt spielt sie keine große Rolle, oft wissen die Leute nicht einmal, dass die alten Spiele auch auf der neuen Konsole laufen. Die Vielzocker mögen zwar nicht die größte Zielgruppe sein, zweifellos gehören sie aber zu den wichtigsten, denn sie bestimmen die Trends und setzen beim Launch einer neuen Konsole mit dem Kauf bzw. Nichtkauf der Konsole ein erstes Zeichen für die Entwickler. Kein Wunder, achten die Konsolenhersteller sehr auf ihre Bedürfnisse, zumindest zu Beginn. Auch Nintendos Strategie, mit der Virtual Console sozusagen eine vollständige Abwärtskompatibilität zu garantieren, zielt vor allem auf die Vielzocker ab, denn wer sonst würde regelmäßig das Download-Angebot nutzen, wenn nicht sie und allenfalls die Retrozocker?

Es gibt noch eine Gruppe, die vor allem Nintendo mit der Abwärtskompatibilität zum Kauf überzeugen kann: Kinder spielen auf dem GBA nicht selten Game Boy-Spiele, denn die meisten Kinder haben noch nicht die Kaufkraft von Teenagern oder jungen Erwachsenen und spielen deshalb oft mit den alten Spielen, weil sie nicht oft neue Spiele bekommen können. Diese Beobachtung habe ich im Zug gelegentlich machen dürfen, und neuerdings spielen die Kinder nun auf dem DS GBA-Spiele.

2 Antworten zu Abwärtskompatibilität gewinnt!

  1. wahrheit sagt:

    Das schöne am DS ist vor allem auch…, man hat zur gleichen Zeit zwei Spiele mit dabei ohne wechseln zu müssen oder eines seperat aufzubewahren! So machen alte GBA Spiele (oder auch neue, die ja durchaus noch erscheinen) gleich mehr Spaß und werden häufiger gespielt, hätte man nur das alte GBA Spiel dabei würde man die Konsole vielleicht lieber zuhause lassen, aber so, so spielt man es vielleicht doch ein paar Minuten – dabei hat man es schließlich sowieso.

    In diesem Sinne…, schade, dass das ganze beim Lite so schick nicht mehr aussieht…

  2. piccolo-junior sagt:

    Mag sein, doch frag ich mich, wieso Leute einen DS kaufen, um darauf GBA-Titel zu spielen. Ich spiele die meisten GBA-Spiele auf dem GBA SP.