Fire Emblem und seine Fans

Sehr spät hat Nintendo die Fire Emblem-Serie im Westen lanciert. Doch schon nach drei Ablegern hat die Serie eine feste Fan-Gemeinde.

Die Fire Emblem-Serie fing bereits auf dem NES an. Entwickelt von Intelligent Systems und Enterbrain, zeichnen sich die Spiele durch eine hohe Spielbarkeit aus: Ein taktisches Rollenspiel, in dem der Spieler meist eine Vielzahl an Charakteren steuert – rundenbasiert und mit Ähnlichkeit zu Advance Wars. Ein weiteres Kennzeichen sind die meist über zwei Dutzend Charaktere, über die der Spieler verfügt: Die Entwickler geben den Spielern die Freiheit, ihre Lieblingscharaktere gezielt zu fördern, was sowohl die Charakterwerte als auch die Freundschaftspunkte betrifft. Die Geschichten der Spiele basieren auf einer mittelalterlich-fantastischen Umgebung und teilen sich in Kapitel ein, was sie von anderen Rollenspielen unterscheidet. Insgesamt weicht die Serie stark von anderen Spielen ab – vor allem von der Spielmechanik her gesehen.

Es wird für immer das Geheimnis von Nintendo bleiben, warum sie die Serie den westlichen Spielern so lange vorenthalten und erst mit dem achten Teil auch außerhalb Japans auf den Markt gebracht haben. War die Übersetzung zu aufwendig? Traut Nintendo den westlichen Spielern nicht zu, ein strategisches und komplexes Spiel zu mögen? Oder ist die Zielgruppe schlicht zu klein? Tatsächlich ist die Serie trotz hervorragender Spielmechanik schon immer für Vielzocker gewesen, während die Gelegenheitsspieler sie nicht wahrnehmen. Trotzdem hätte Nintendo die Serie den Amerikanern und Europäern nicht vorenthalten dürfen, denn genau wie die Advance Wars-Reihe wurde der erste Teil von Fire Emblem, der hierzulande erschien, von den Hardcore-Gamern frenetisch gefeiert!

Heutzutage zählt Fire Emblem wie Advance Wars zum festen Bestandteil des Nintendo-Marketings: Während „Advance Wars: Dual Strike“ auch im Fernsehen beworben wird, zeigte ein Promotion-Film auf der E3 eine siebensekündige Szene von einem möglichen Fire Emblem-Ableger für die Wii. Obwohl die Zuschauer kaum Hinweise auf das Spiel erkennen konnten, reichte die Ankündigung offensichtlich aus, um die Vielzocker glücklich zu machen. Fire Emblem wird nie ein mehrfacher Millionenseller werden, doch weiß Nintendo, wie wichtig das Spiel für sie ist: Die Anhänger der Serie gehören zu den loyalsten, obwohl die ersten Spiele sehr spät im Westen erschienen sind. Zwar spricht Fire Emblem nur bestimmte Spieler an, aber diese sind gewillt, eine neue Konsole oder einen neuen Handheld nur wegen dieser Spiele zu kaufen. In diesem Sinne kann man Fire Emblem als einen Systemseller bezeichnen, wenn auch die Verkaufszahlen bescheidener sind.

Für Vielzocker zählt Fire Emblem zu den speziell für sie zugeschnittenen Spielen – trotz ihrer eingängigen Spielweise. Nintendo tut also gut daran, der Serie genügend Werbezeit zu widmen, denn diese Art von Spielen sorgt dafür, dass die Vielzocker bei Laune bleiben. Egal wie sehr Nintendo sich um neue Kundschaften und neue Zielgruppen bemüht, so versuchen sie trotzdem, ihre treue Fan-Gemeinschaft nicht zu vernachlässigen. Während Mario und Zelda auch Gelegenheitsspieler ansprechen können und Metroid immerhin respektable Verkaufszahlen aufweist, gehört Fire Emblem jedoch wie F-Zero zu jenen Spielen, die fast nur von den Vielzockern leben. Dafür lieben die Anhänger die Serie umso mehr, schwärmen von der komplexen Spielmechanik und den tollen Charakteren, und spielen die Spiele mehrmals durch. Fire Emblem zeigt, dass ein Spiel durchaus als Nischenprodukt bestehen kann, so lange die Qualität stimmt. Mehr noch: Trotz der kleinen Zielgruppe hilft diese Serie mit, die Hardwareverkäufe zu stimulieren.

Es ist allerdings schade, dass die Serie nicht mehr Leute ansprechen kann. Sollte jemand unsicher sein, ob das Spiel ihm gefallen wird, so hat hoffentlich diese Kolumne dazu beigetragen, das Phänomen rund um Fire Emblem zu erklären. Lasst euch nicht von der zweckmäßigen Grafik täuschen, denn diese Serie bietet so viel Spielspaß wie kaum eine andere.

3 Antworten zu Fire Emblem und seine Fans

  1. Ness sagt:

    Genau, kauft diese Spiele, denn sie sind wirklich geil! =)

  2. piccolo-junior sagt:

    Ja, ich finde auch, dass die Spiele zu spät im Westen erschienen sind. Ich mag diese Spiele, v. a. der Sacred Stones und der GCN-Teil.

    Ich freue mich auf den Wii-Titel, mit hoffentlich entsprechender Grafik

  3. Erik sagt:

    finde die Fire Emblem Teile voll cool hab alle in deutschland erschienenen und werd mir auch den nächsten kaufen.