Game Boy Advance Ade! (Teil 2)

Was können wir von der GBA-Ära mitnehmen, was ist ihr Erbe? Und wie kann der DS davon profitieren?

Wie schon im ersten Teil beschrieben, hat der GBA den Markt nicht erweitern können und hauptsächlich die gleichen Zielgruppen wie jene des Game Boys bedient. Zwar war der GBA sehr erfolgreich und hat sich bisher mehr als 80 Millionen Mal absetzen können, aber die Tie-Ratio, d.h. das Verhältnis zwischen verkaufter Software und Hardware, unterscheidet sich nur wenig von seinem Vorgänger. Und in einem Punkt konnte sich der GBA gegenüber dem GB technisch nicht absetzen: Der Bildschirm besitzt keine Hintergrundbeleuchtung und bleibt somit dunkel. Wie sehr dies das Spielen erschwerte, lässt sich indirekt von den starken Verkäufen des Redesigns GBA SP ablesen.

Als Fazit lässt sich sagen: Der GBA bietet das bessere Spieleangebot als sein Vorgänger, dank seiner technischen Fähigkeiten, dank der größeren Module und dank seiner größeren Anzahl an Aktionsknöpfen. Gleichzeitig erfüllte er aber nicht ganz die Hoffnungen der Vielzocker. Zu wenige Spiele bieten ein neuartiges Spielkonzept, zu viele sind bloß Umsetzungen der Heimkonsolenspiele, zu viele Lizenzspiele hat er auch – aber das letztere haben alle Spielsysteme. Positiv heben sich gewisse Spielreihen hervor, die bisher dem Westen vorenthalten blieben und mit den GBA-Versionen ihren Einstand feierten; Advance Wars und Fire Emblem gehören zu diesen Spielen und haben inzwischen eine feste Fan-Gemeinschaft, die eine Konsole nur wegen diesen zwei Serien kaufen würden. Viele Spieler schätzen es auch, dass der GBA vor alllem 2D-Spiele aufweist und vor dem DS die letzte Bastion solcher Spiele war.

Der DS konnte sich nicht zuletzt dank dem GBA gleich zu Beginn sehr gut verkaufen: Dank Abwärtskompatibilität zu GBA-Spielen weist der DS schon vor dem Release eine große Spielebibliothek auf – ein nicht zu unterschätzender Wert für viele Spieler! Weiterhin profitiert der DS von den GBA-Serien, die nun als DS-Spiele fortgesetzt werden, wie zum Beispiel „Advance Wars: Dual Strike“, das direkt an die zwei GBA-Teile anknüpft. Dabei erweist sich die 2D-Fähigkeit des DS als Vorteil, da die Entwickler einiges von den Vorgängern adaptieren können und nicht alles neu zeichnen müssen. Andererseits kritisieren viele Zocker, dass die Grafik zu sehr jener des GBA ähnelt. Nichtsdestotrotz sollten wir dem DS dankbar sein, weil er gewissermaßen die letzte Plattform für 2D-Spiele ist.

Es mag sein, dass der DS in den USA sich noch nicht voll durchsetzen kann, weil sich der GBA dort noch immer sehr gut verkauft. Aber der DS wird einen Großteil des GBA-Publikums beerben können – spätestens mit dem Release der neuen Pokémon-Teile. Deshalb besteht kein Grund zur Sorge, der DS würde durch den GBA-Erfolg am Durchbruch gehindert. Sein Erfolg in den Staaten kommt nur etwas später, aber wahrscheinlich dafür mit umso mehr Durchschlagskraft.

Der GBA hat nicht nur Erfolge zu verweisen, zahlreiche Ideen sind nicht nach Wunsch realisiert worden: die Vernetzung mehrerer GBAs leidet wie schon beim Vorgänger unter zu langsamer Datenübertragung, außerdem stören die Kabel und die Tatsache, dass viele Spiele nur mit mehreren Modulen einen Multiplayer-Modus zulassen. Ebenso lief die Cube-GBA-Connectivity nicht so gut wie vorgestellt, der Aufwand für ein solches Spiel scheint für die meisten zu groß zu sein. Doch die Fehler des GBAs sind Motivation für Nintendo, es beim DS besser zu machen. Die kabellose Verbindung, die weit höhere Datenübertragungsrate und der größere Speicher erlauben es dem DS, stärker auf Multiplayer setzen zu können. Mit anderen Worten: Alles, was Nintendo bereits mit dem GBA verwirklichen wollte und aus technischen Gründen nicht konnte, holen sie mit dem DS nach und perfektionieren diese Features gar. Deshalb sollten sich GBA-Spieler unbedingt den DS zulegen, um einiges nachzuholen, wie zum Beispiel Bomberman zu acht statt zu viert, und das auch noch ohne lästige Kabel!

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