Die PS3 muss schnell gegenüber der Xbox 360 aufholen

Seit November 2005 können wir die sogenannten „Next Generation“-Spiele spielen, und zwar auf der Xbox 360, der ersten Konsole der neuen Generation. Die Verkäufe der 360 liefen jedoch eher mäßig, wenn man bedenkt, mit welchem Tamtam Microsoft den Generationenwechsel ankündigte. Verschiedene Gründe hindern Microsoft daran, den Vorsprung vor Sony und deren PS3 entscheidend zu vergrößern:

  • Microsoft hat die komplizierte Herstellung der 360 unterschätzt. Monatelang hat man in Europa und in den USA auf Nachschub gewartet, das Angebot hinkt der Nachfrage hinterher.
  • In Japan interessiert sich kaum einer für die 360. Microsoft hat es verpasst, gleich von Beginn weg genügend japanische Top-Spiele anzubieten. Der westliche Einheitsbrei aus Rennspielen und Shooter lockt kaum jemanden an.
  • Auch im Westen sorgt der mangelhafte Nachschub an Spielen für Langeweile. Dabei braucht Microsoft möglichst schnell gute Gründe, warum man 400 € für eine Konsole ausgeben soll, zudem die Spiele mit einem Preis von bis zu 70 € auch für viele zu teuer sind.
  • Viele Spieler sind mit der jetzigen Generation noch gut bedient; für die PS2 kommen noch eine Menge gute Spiele raus, und das Handheld-Geschäft läuft auf Hochtouren. Außerdem warten Sony-Fans auf die PS3, die Nintendo-Fans auf die Wii.

Microsoft wird sich noch anstrengen müssen, um den Vorsprung nicht allzu schnell aus der Hand zu geben, wenn Sony und Nintendo ihre neuen Konsolen lancieren. Das ist eigentlich die einzige positive Nachricht für Sony, denn ansonsten hat Microsoft vieles richtig gemacht und Sony ziemlich unter Druck gesetzt. Die PlayStation 3, Sonys neueste Konsole, hat zwei potenzielle Stolpersteine: Die Konsole kostet zu viel und wird am Anfang nur die Technikbegeisterten erreichen. Dazu hat die PS3 ein ähnliches Spieleangebot wie die 360, nur dass es kleiner ist, weil die 360 seit fast einem Jahr Spielenachschub bekommen hat. Trotzdem muss Sony die erwarteten 6 Millionen Geräte ab Herbst 2006 bis Ende März 2007 verkaufen, um nicht zu viel an Boden gegenüber Microsoft zu verlieren. Verliefe das Geschäft schleppend, würden die Dritthersteller wie Namco und Capcom wohl mit der Software-Unterstützung zögern und eventuell mehr Produkte für die anderen Konsolen veröffentlichen. Bisher hat Sony immer dadurch geglänzt, dass sie das breiteste Spieleangebot für ihre Konsolen bieten konnten. Doch die teure Spieleproduktion für die PS3 rentiert sich nur, wenn die PS3 über eine große Spielerbasis verfügt. Aber wird Sony gegenüber Microsoft aufholen können?

Auf alle Fälle pokert Sony sehr hoch und setzt die Hoffnung auf ihre Fans, die für Sony bluten und 599 € plus weitere Ausgaben für Spiele, Fernseher und Peripherie auf den Tisch legen müssen. Denn die Fans müssen wissen, dass ein Warten auf einen Preisfall Sony schaden wird. Je schneller Sony den Preis senken muss, desto mehr muss sie auf die PS3 draufzahlen, und desto tiefer und länger bleibt sie im roten Bereich. Nur wenn 6 Millionen Fans willig sind, Sony zu unterstützen und die überaus teure Software zu kaufen, wird Sony den Kampf um Marktanteile gegen Microsoft gewinnen.

Und Nintendo? Auch Nintendo benötigt einen guten Start, um schnell das Vertrauen der Dritthersteller zu gewinnen. Da Nintendo jedoch eine völlig andere Strategie wählt als Sony und Microsoft, muss sie nicht um die exakt gleichen Zielgruppen kämpfen, sondern kann sich auf diejenigen konzentrieren, die sich von der 360 und der PS3 nicht angesprochen fühlen: Kinder, Frauen, Menschen über 25 Jahren, Gelegenheitsspieler und unerfahrene, also ihre DS-Kunden, die gerne Spiele wie Nintendogs und Gehirn-Jogging auf dem Fernseher spielen wollen. Ob das DS-Konzept auch im Heimkonsolenbereich funktioniert? Zumindest hat Nintendo alles getan, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, sei es mit dem neuen, einfach zu bedienenden Controller, sei es mit der Abwärtskompatibilität für Cube-Spiele oder dem Virtual Console-Service, der die früheren Nintendo-Spieler ansprechen soll.

2 Antworten zu Die PS3 muss schnell gegenüber der Xbox 360 aufholen

  1. piccolo-junior sagt:

    Wenn Sony Probleme hat mit dem Verkauf der PS3, werden sie den Preis um 100 bis 150€ senken müssen. Ich glaube aber nicht, dass jap. Spielehersteller auf die Xbox umsattelen, wenn die PS3 sich schlecht verkaufen würde.

    Sehr guter Artikel, ich frage mich , woher du immer diese Ideen zu den Artikeln nimst.^^

  2. Doubl sagt:

    Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen. Das bisherige voraussichtliche Angebot an Spielen ist aber wirklich etwas dürftig. Ich hoffe aber ganz stark das GTA IV und GT HD dann verfügbar sind. Das wären ersten meine Favoriten. BTW: Nettes Blog.