Die Bedeutung des DS Lite

Der Erfolg des DS lässt sich im Wesentlichen mit der Software erklären, und die DS-Spiele stechen gerade durch die neue Bedienung hervor. So hat die PSP inzwischen auch einige Spiele im Style von Nintendogs und Brain Training, aber ohne Mikrophon und Touch Screen bleiben solche Spiele sperrig und wenig intuitiv.

Der DS ist deshalb in seinem ersten Jahr dank dieser Software extrem erfolgreich und wird in seinem zweiten Jahr weltweit noch zulegen, da Brain Training endlich auch im Westen als „Brain Age“ bzw. „Gehirn-Jogging“ erschienen ist. Nintendo scheint sich aber mit diesen Tatsachen nicht zufrieden geben zu wollen und hat im ersten Halbjahr von 2006 den „DS Lite“ veröffentlicht, zuerst in Japan seit März erhältlich, dann Ende Mai in den Vereinigten Staaten, und zum Schluss in Europa ab Mitte Juni. Dadurch hat der DS als Marke einen weiteren Schub erhalten, die Verkaufszahlen in Japan nehmen ungeahnte Formstärke an, und auch in den Staaten als auch in Europa ist der Lite sehr begehrt. Es wird also Zeit, über die Bedeutung des Lite zu diskutieren.

Seit jeher werden Handhelds wie jedes andere Gerät immer wieder erneuert, meistens in einer der zwei Varianten: Entweder wird der Handheld in seiner Form verkleinert oder verbessert, ohne dass er technisch mehr zu bieten hat – dann spricht man von einem Redesign. Oder der Handheld wird runderneuert und technisch grundverschieden neugebaut – dann hat man es mit einem Generationenwechsel zu tun. Der Lite ist ein typisches Beispiel für ein Redesign, denn er ist technisch beinahe identisch mit seinem Vorgänger, die technischen Verbesserungen liegen primär in verbesserter Akkudauer, schnelleren Akku-Ladezeiten und in den verbesserten Screens. Weitere Verbesserungen betreffen das Äußere und die Kontrolle: Der Lite ist rund ein Drittel bis zwei Fünftel kleiner als der alte DS, hat ein eleganteres Aussehen und bietet leicht veränderte Knöpfe und andere Steuerungselemente.

Der Lite verbessert das Image des DS: Während die Leute den alten DS eher als Spielzeug wahrnahmen, präsentiert sich der Lite ausgesprochen edel; die Form ähnelt nicht zufällig an ein Apple-Produkt, das favorisierte Modell in Weiß erinnert sofort an einen iPod. Kein Wunder, gilt der Lite als sehr attraktiv und findet trotz eines relativ hohen Preises seine Kunden. Mit dem Lite will Nintendo verschiedene Zielgruppen ansprechen:

  • Core Gamer, also die Vielzocker; einige unter denjenigen, die bereits den DS haben, kaufen den Lite als zweiten DS oder verkaufen den alten, um sich den Lite leisten zu können. Glaubt man den Internet-Umfragen, so haben bis zu einem Drittel dieser Leute bereits den Lite gekauft oder werden es in Kürze tun, was ein sehr hoher Wert ist. Denn einige werden diesen Schritt später vielleicht auch machen, sobald der Lite günstiger geworden ist. Und dann gibt es Core Gamer, die sich bisher noch nicht für den DS entschieden haben und jetzt froh sind, stattdessen den Lite kaufen zu können.
  • Junge und ältere Erwachsene; ohne Zweifel versucht Nintendo mit dem Lite die ungeübten Spieler zu überzeugen, und der Lite stellt mit dem Spieleangebot ein wichtiges Argument dar, weil dieser im Gegensatz zum alten DS nicht nur besser in der Hand liegt, sondern auch nicht so sehr nach einem Spielzeug aussieht. Der Lite baut Hemmungen ab!
  • Das gleiche gilt für Teens, die sehr auf Image achten.

So sehr Nintendo auch darauf achtet, vor allem das Spielen zu verbessern, indem die Ingenieure das Bild schärfer und heller machen, den Knöpfen einen besseren Druckpunkt geben und den Stylus vergrößern; das Äußere des Lites ist das offensichtlichste Merkmal und spielt eine entscheidende Rolle in der Kaufentscheidung der Kunden. Mit dem Lite hat Nintendo einen Volltreffer gelandet und die Handheldverkäufe in eine schwindelerregende Höhe katapultiert, obwohl der DS schon vorher die Erwartungen übertroffen hat. Man darf gespannt sein, ob Sony mit einem Redesign der PSP reagieren wird.

Kommentare sind geschlossen.