120 frames per second? Aber ja!

Sony-Manager Ken Kutaragi träumt gerne und lässt auch gerne jeden wissen, wie seine Visionen aussehen. Nur sind diese in ihrem Wahnwitz kaum zu übertreffen und lösen bei den erfahrenen Zockern nur Kopfschütteln aus: Die PS3 an zwei HDTVs anschliessen, am besten gleich zwei 1080p-Modelle? Die meisten haben nicht einmal Geld für ein einziges Gerät! Und für ein 32:9-Bild braucht man gleich zwei identische Fernseher. 4D soll die PS3 beherrschen – reist man mit der PS3 durch die Zeit?

In einer Sache jedoch kann Kutaragi selbst mich begeistern: 120 Bilder pro Sekunde soll die PS3 darstellen können, doppelt so viel wie die flüssigsten Spiele! Mittelfristig wird diese Vision zwar nicht erfüllt, denn ohne einen Fernseher, der 120 fps (frames per second) zeigt, wäre ein Spiel mit 120 fps eine Verschwendung. Aber die Stoßrichtung stimmt! Liebe Entwickler, macht bitte flüssigere Spiele – keine Ruckelsessionen mehr! 60 Bilder pro Sekunde sollte man mit Next-Gen gleichsetzen; wir fordern geschmeidige Bilder, direktere Spielkontrolle und mehr Dynamik! 60 fps verspricht Lebendigkeit und Natürlichkeit, denn im realen Leben gibt es weder Ruckler noch wird die Welt plötzlich langsamer, nur weil wir gerade mehrere Personen treffen.

Zocker aus der ganzen Welt erwarten den nächsten technischen Sprung; Slowdowns, Ladezeiten und andere technische Krankheiten sollen endlich der Vergangenheit gehören. Doch die Zocker wurden bisher enttäuscht: Zuerst machte Microsoft einen „Geniestreich“ und brachte zwei verschiedene 360-Modelle raus, davon eines ohne Festplatte. Das bedeutet keine guten Aussichten darauf, dass die Ladezeiten verschwinden würden. Zweitens brachten einige Publisher halbgare 360-Spiele raus, gespickt mit Slowdowns und Abstürzen: 60 fps sind immer noch nicht Standard, noch immer laufen etliche Spiele mit 30 fps – im besten Fall konstant. Auf der E3 2006 gibt es keine Anzeichen von Besserung: „Too Human“ von der Softwareschmiede Silicon Knights lief weit unter 30 fps, böse Zungen nannten gar Zahlen weit unter 20 fps. Auch wenn Too Human noch nicht fertig ist: Von einem Spiel, das so lange in der Entwicklung ist, kann man mindestens eine spielbare Demo-Version erwarten. Auch Sony, die 120-fps-Vorreiterin, hält nichts von einem 60-fps-Standard; ihr Vorzeigespiel „Heavenly Sword“ läuft nach jetzigem Stand mit 30 fps, für ein Kampfspiel ist dieser Wert nicht gerade vorbildlich.

Bleibt also noch Nintendo. Zwar verzichten ihre aufwendigeren Spiele wie „Zelda: The Wind Waker“ auch auf 60 fps zugunsten einer aufwendigeren Grafik, und das Nachfolgespiel „Zelda: Twilight Princess“ wird wohl kaum eine Bildrate von 60 fps aufweisen. Aber wie keine andere Firma versucht Nintendo, Ladezeiten und niedrige (und unkonstante) Framerate zu minimieren, im schlimmsten Fall verzichten ihre Spiele auf grafische Pracht. Deshalb wird die Nintendos neue Konsole Wii zwar 60 fps nicht als Standard etablieren können, aber auf mehr flüssig dargestellte Spiele als in der vergangenen Konsolen-Generation können wir schon hoffen. Ausgerechnet auf der technisch schwächsten Konsole der drei Spielegiganten! Denn eine flüssige Darstellung hängt zwar auch von der Technik ab, jedoch noch viel mehr vom Willen des Entwicklers.

2 Antworten zu 120 frames per second? Aber ja!

  1. Ness sagt:

    Dem kann ich mich nur anschliessen. Nintendo hat es auch mit dem GameCube geschafft, Ladezeiten gekonnt aus dem Weg zu gehen, so dass man diese (nachzu) nicht bemerkte, und dass trotz eines DVD-Mediums. =)

  2. piccolo-junior sagt:

    Super! Wie dein erster Beitrag gefällt mir dein zweiter genau so gut. Big N hat es mit dem Cube sehr gut verstanden, Ladezeiten aus dem Weg zu gehen. Ich hoffe, in Zukunft werden Umsetzungen wie FF X (BALKEN!) nicht mehr vorkommen. Schon in Dragon Quest 8 mag ich die Ladezeiten nicht. Auf eine bessere Zukunft ;-)