Unglaubliche Fan-Projekte, Vol. 3: Famicom Genki Dama

28. März 2009

Während manch ein Videospiel aus den 80ern heute kaum mehr spielbar ist und allenfalls durch seinen Nostalgiefaktor punkten kann, bleibt eine Tatsache unverändert: Die Musik einiger 8-Bit-Klassiker ist und bleibt trotz der piepsigen Sound-Qualität großartig. Das wissen auch die Erschaffer von „Famicom Genki Dama“…

Professor Sakamoto ist der Künstlername eines japanischen Videospiel-Fans, welcher für seine originalgetreuen Medleys verschiedenster Game-Songs und seine interessante Kopfbedeckung bekannt ist. In Zusammenarbeit mit ihm entstand „Famicom Genki Dama“, ein knapp 11-minütiges Medley aus 28 Musikstücken der 8-Bit-Ära. Neben dem fetzigen Tempo überzeugen vorallem die fließenden Übergänge zwischen den Einzelteilen des Stücks. Wieviele der teils recht obskuren Spiele gelingt es euch herauszuhören?

Eine MP3 des Medleys könnt ihr euch hier herunterladen: http://p.sk-mt.com/music/famicom_genkidama.mp3


Die Ungehörten – Episode II

21. März 2009

Erneut befassen wir uns mit Videospiel-Soundtracks, die zu Unrecht im Schatten bekannterer Werke stehen…

Welches Szenario erschien wahrscheinlicher: Dass Duke Nukem Forever vor oder erst nach der Veröffentlichung des zweiten Teils unserer Reihe über unterbewertete Spiele-Soundtracks in die Läden kommen würde? All jenen Leser, die ihr Geld auf Ersteres gesetzt haben, müssen wir leider mitteilen, dass wir die Damen und Herren von 3D Realms geschlagen haben. Der Rest freut sich hoffentlich über die Titel-Auswahl in dieser zweiten Episode, die es sich wieder zur Aufgabe gemacht hat, unterbewertete, nicht oder kaum beachtete Videospiel-Soundtracks ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Viva Piñata und Viva Piñata: Ärger im Paradies

Viva Piñata

Man mag über Rares Spiele denken was man möchte, aber eine Sache gelingt den Engländern in praktisch jedem Projekt: die musikalische Untermalung. Die beiden Titel der Viva Piñata-Reihe sind hier keine Ausnahme, sondern gehören im Gegenteil zum Schönsten, was jemals von der Entwickler-Schmiede zu hören war. Die Geschehnisse im Garten des einzigartigen Genre-Hybriden werden begleitet von zauberhaften Melodien, die mal zart, mal geheimnisvoll, mal voll majestätischer Erhabenheit aus den Boxen fließen, wobei hier und da auch den Albernheiten dieser Welt Raum gelassen wird. Wie schon bei Kameo: Elements of Power, kam auch hier wieder das Prager Philharmonik Orchester zum Einsatz, die mit ihrer Unterstützung zur Veredelung der Kompositionen beitrugen. Sein weitreichendes Talent darf Banjo-Kazooie- und Perfect Dark-Komponist Grant Kirkhope spätestens bei den die Paarungszeremonien begleitenden Stücken zeigen, die jedes erdenkliche Genre abdecken, sei es Jazz, Death Metal, irische Folklore, klassischer Pop, Rock and Roll, Techno oder Walzer.

DuckTales

DuckTales

Wenn es eine Angelegenheit gibt, bei der ich nicht einer Meinung mit der ehrwürdigen Total! war, dann betrifft es die Soundtracks der Mega Man-Spiele für das NES. Und da bin ich nicht alleine, denn während in jedem Test zu einem Spiel des blauen Bombers zu lesen war, dass dem Spieler einmal mehr lediglich das typische Mega Man-Gedudel geboten wird, gehören die Stücke für Millionen von NES-Spielern dieser Zeit zu den beliebtesten Tracks überhaupt. Yoshihiro Sakaguchi war einer der Musiker, die an den Soundtracks zu Mega Man und dem unvergesslichen Mega Man 2 arbeiteten. Mit diesem Übermaß an Popularität kann seine Arbeit an Duck Tales nicht mithalten, obwohl die Bekanntheit des Werkes steigt, wie man auch an der zunehmenden Anzahl an Cover-Versionen auf YouTube sehen kann. Späte Genugtuung. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem das Thema für den Mond-Level des Jump and Runs, ein Ohrwurm aller erster Güte, der sich hinter keinem Stück der Mega Man-Reihe verstecken muss (ja, nicht einmal vor ihr wisst schon was). Aber auch die restlichen Musikstücke gehören mit zum Besten, was jemals aus dem Soundchip des NES herausgekitzelt wurde. Wenn nur alle Lizenzspiele wie Duck Tales wären…

LocoRoco

LocoRoco

Wenn ein Spiel mit Gesängen wie „pacchonbo-mo-inoinoi chakaretapatton pankorakettonto-no-ra churere-rotton poraporapetton pu-rorattantan” unterlegt ist, dann kann dabei nur ein ganz besonderes Juwel heraus kommen. Wie es dann auch bei Sonys LocoRoco geschah. Anscheinend dachte man sich, dass eine ungewöhnliche Spielidee zwar schön und gut ist, aber dann muss auch das Drumherum dazu passen. So kam es dazu, dass die niedlichen LocoRocos selbst zum Mikrofon griffen und die Levels mit melodischen Gesängen überschwemmen durften, bei denen das Charme-Barometer stets zu bersten drohte. Jede LocoRoco-Art singt im Spiel eine persönliche Version des Titeltracks, von den zarten Stimmen der pinken Art bis hin zu den basslastigen Gesängen der schwarzen LocoRocos. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die Gesänge irgendeinen Sinn ergeben (wobei man dies bei japanischen Entwicklern ja nie so pauschal sagen darf), aber auf der anderen Seite wären sie damit eigentlich geradezu prädestiniert für einen Platz in den hiesigen Charts…

Uncharted: Drakes Schicksal

Uncharted: Drakes Schicksal

Ich war vom Talent von Sonys Exklusivschmiede Naughty Dog bereits überzeugt, als ich die meiner PlayStation beigelegten Demo-CD mit der darauf befindlichen Crash Bandicoot 3-Demoversion unter die Lupe nahm. Crash Team Racing ist, zusammen mit Diddy Kong Racing, der bis heute beste Mario Kart-Klon, der mir jemals untergekommen ist und das erste Jak and Daxter wandert jedes Jahr aufs Neue in mein Laufwerk. Wenn es den Naughty Dog-Spielen aber an einer Sache mangelte, dann an erinnerungswürdigen Musikstücken und ikonischen Themen. AAA-Produktionen, wie sie so schön genannt werden, mit mittelmäßigen und schnell vergessenen Soundtracks – eine selten anzutreffende Anomalie im Reich der Videospiele. Wieso dann nicht endlich den Musiker wechseln und fähigere Leute verpflichten? Genau dies tat man bei Naughty Dog und engagierte den TV- und Film-Komponisten Greg Edmonson für Uncharted: Drakes Schicksal. Der durfte ein 65 Mitglieder starkes Orchester auf der Skywalker Ranch nutzen, um Wärme und Detailreichtum des Settings auf einer Weise gerecht zu werden, wie sie mit künstlichen Instrumenten nie hätte erreicht werden können, wie Director Amy Henning später anmerkte. Da Uncharted die verschiedensten Weltkulturen in bester Pulp-Adventure-Manier für seine Geschichte verwendete, sollte sich dies auch im Sound-Design und im Einsatz von ungewöhnlichen und exotischen Instrumenten widerspiegeln. Tibetanische Klangschalen, türkische Lauten, Didgeridoos, Schneckentrompeten, Hallposaunen und viele weitere Instrumente, davon sogar ein paar Eigenerfindungen, kamen dabei zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein Soundtrack, der weniger auf die Unterbreitung von Melodien als auf eine ungemein dichte Stimmung setzt und damit erst im Spiel seine wahre und großartige Wirkung entfaltet. Mit einigen wenigen Ausnahmen, wie dem Titelthema „Nates Theme“, das dem Ansinnen der Entwickler, der romantischen Betrachtung von Abenteurern eine Plattform zu gewähren und damit eher auf den Pfaden Indys zu wandeln und Frau Croft links liegen zu lassen, eine wunderbare Stimme verleiht. Jeder Spieler, der seine Zeit mit Uncharted verbrachte, wird beim Anhören der Titelmelodie sofort wieder das Spiel vor Augen haben. Und genau deshalb sind starke Titelthemen so wichtig. Ein zukünftiger Trailer für die Fortsetzung braucht nur eine neue Variation der Melodie aufzufahren und schon würde es eine kollektive Gänsehaut-Attacke geben.

Wie es bereits bei der ersten Episode der Ungehörten der Fall war, haben wir auch diesmal wieder ein entsprechendes Video zu den hier genannten Spielen auf YouTube hochgeladen, das zu jedem Titel mindestens ein ausgewähltes Musikstück enthält. Schließlich geht nichts über die Praxiserfahrung.

Wir hoffen, den einen oder anderen Leser auf mindestens einen zuvor unbeachteten Soundtrack aufmerksam gemacht zu haben. Wir sind übrigens immer offen für Vorschläge für die kommenden Episoden. Wenn ihr also an einem Videospiel-Soundtrack hängt, der von der Welt sträflich missachtet wurde, dann meldet euch. Fortsetzung folgt.


Top 5 Zelda Oberwelt-Songs

4. Juli 2008

Das berühmte Zelda-Hauptthema kennt wohl so ziemlich jeder Videospiel-Fan, doch nicht jedes Spiel der inzwischen über 20 Jahre alten Reihe verwendet diese Melodie, um den Spieler auf seiner Reise durch die weitläufigen Steppen Hyrules musikalisch zu begleiten. Welche Songs die Abenteuerlust am schnellsten wecken, erfahrt ihr in diesem Artikel…

„The Legend of Zelda“ gehörte seinerzeit zu den ersten non-linearen Adventure-Spielen mit einer riesigen, frei begehbaren Oberwelt und verdiente damals zurecht das Prädikat „episch“. Dem stand die Musikuntermalung natürlich in nichts nach und auch wenn die NES-Cartridge nur einige wenige Melodien (komponiert von Nintendos hauseigenem Maestro Koji Kondo) beherbergte, stach doch vorallem das Hauptthema, welches dem Spieler Stunde um Stunde außerhalb der Dungeons entgegendröhnte und trotzdem selten auf die Nerven ging, durch seine für Videospiele der damaligen Zeit ungewöhnliche Art heraus. Statt einer fröhlichen Melodie á la „Super Mario Bros.“ vermittelte das Zelda-Thema ein Gefühl für die schiere Größe von Links Abenteuer und dem Mysterium namens Hyrule.

Die kommenden Zelda-Spiele versuchten immer wieder aufs Neue, diese Stimmung bei der Wanderung durch die hylianischen Landschaften zu erzeugen; mal durch ein neues Arrangement des Hauptthemas (beispielsweise in „Majora’s Mask“) oder durch neue Kompositionen. Im Folgenden möchte ich meine persönliche Top 5 der besten Oberwelt-Themen der Zelda-Serie aufstellen und da es witzlos wäre, nur über Melodien zu lesen, gibt es am Ende des Artikels (wie auch schon bei „Die Ungehörten“) ein Video mit Hörproben der einzelnen Songs, die ihr entweder nebenher laufen lassen oder nach dem Lesen des Beitrags am Stück genießen könnt. Nun aber genug der Vorrede…

The Wind Waker

Platz 5: Great Sea (The Legend of Zelda: The Wind Waker)
Diese Komposition traf den Nagel dermaßen auf den Kopf, dass man während des Zuhörens anfängt, Wellengeräusche zu hören. Die Oberwelt von The Wind Waker unterschied sich nämlich insofern von seinen Vorgängern, dass es sich dabei nicht um grasige Steppen und Hügellandschaften handelte, sondern ein riesiges Meer. Um dem (meist) ruhigen Wellengang gerecht zu werden, wurde auf den Einsatz von treibenden Trommelnrhytmen (welche z.B. in „Lylat Wars“ für Militär-Flair sorgten und auch für Zelda-Lieder typisch sind) zwar nicht ganz verzichtet, jedoch traten diese eher in den Hintergrund. Bedrohlich klingende Komponenten wurden der Hintergrundmusik eher dann hinzugefügt, wenn sich ein Gegner oder ein Wirbelsturm Links Boot näherten. Das „Great Sea“-Thema schaffte es, den Spieler auf den manchmal etwas eintönigen Seefahrten zur Ruhe zu bringen und gleichzeitig die enorme Größe des Meeres zu vermitteln. Insgesamt besitzt dieser Song jedoch nicht ganz den Ohrwurmcharakter und Wiedererkennungswert der folgenden Melodien, daher nur Platz 5.

Link\'s Awakening

Platz 4: Overworld Theme / Tal Tal Heights (The Legend of Zelda: Link’s Awakening)
Das für Fans der Serie ab und an geradezu surreal wirkende GameBoy-Spiel besaß ein äußerst passendes Hauptthema, denn wie das Abenteuer selbst wirkte auch der Song zuerst sehr vertraut, bevor er auf eine vollkommen neue Weise verzerrt wurde. Das „Overworld-Theme“ aus Link’s Awakening begann wie die bekannte Zelda-Melodie, verwandelte sich aber nach kurzer Zeit in ein neues, etwas flotteres, peppigeres Arrangement. Besonders augenscheinlich (bzw. „ohrenscheinlich“) wurden die Änderungen, sobald der Protagonist die Tal Tal Erhöhungen betrat und ein noch schnellerer, deutlich veränderter Remix des Themas einsetzte (Immer wenn ich Link’s Awakening spiele und an diesem Gebiet vorbeikomme, lege ich einen kleinen Umweg über das Gebirge ein, nur um auf meinem Weg der Melodie lauschen zu können.). Zusätzlich vermittelte der Remix dem Spieler den Eindruck, dass es sich bei besagtem Gebiet und ein wichtiges handelte und dass man im Laufe des Abenteuers wieder dorthin zurückkehren musste. Und genauso war es auch, schließlich lag dort das Ei des Windfischs, dem eigentlichen Ziel von Links Reise.

Twilight Princess

Platz 3: Main Theme (The Legend of Zelda: Twilight Princess)
Twilight Princess bildete nicht nur aufgrund seines Grafikstils einen Kontrast zum Vorgänger The Wind Waker: Während man im Cel-Shading-Abenteuer über eine recht ungefährliche See segelte, reitete man in Twilight Princess über unebene Steppen voller Feinde, die Bedrohung war stets präsent. Dementsprechend legte das Oberwelt-Thema von Links neuestem Abenteuer viel Wert auf Trommeln und ähnliche Instrumente, welche den Spieler geradezu durch die Landschaft peitschten, auch die Geschwindigkeit des Songs war im Vergleich zu dessen Kollegen beachtlich. Den Großteil der Strecke legte der Spieler auf dem Rücken von Epona zurück, weshalb der Rhythmus des Lieds gallopierend wirkte. Twilight Princess’ „Main Theme“ stach aber leider auch deshalb heraus, weil es dem Spiel ein wenig an hochqualitativen Neukompositionen wie dieser mangelte.

A Link to the Past

Platz 2: The Dark World (The Legend of Zelda: A Link to the Past)
Nachdem Link den bösen Zauberer Aganihm in dem Super Nintendo-Klassiker A Link to the Past besiegt zu haben glaubte, verbannte dieser den grünen Recken in eine groteske Alternativwelt Hyrules. Jeder Spieler, der zu SNES-Zeiten erstmals die Stufen der großen Pyramide hinabstieg, kennt noch das Lied, welches zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal die Ohren verwöhnte. Der Anfang des Songs klang ungewöhnlich für ein Oberwelt-Thema, doch nach einer Weile zeigten sich Ähnlichkeiten zur bekannten Zelda-Melodie (welche in A Link to the Past gleichzeitg als Oberwelt-Song des normalen Hyrules diente), genauso wie die Ähnlichkeiten zwischen der Licht- und Schattenwelt unverkennbar wurden. Im Laufe des Lieds ließen sich immer wieder melancholisch klingende Einschübe erkennen, gefolgt von Passagen, welche Hoffnung aufkommen ließen, dass es für das einst goldene Land noch Hoffnung gab. Nach einigen absolvierten Dungeons wirkte dann auch die dunkle Welt nicht mehr allzu bedrohlich und man freundete sich mit der flotten Melodie an.

Ocarina of Time

Platz 1: Hyrule Field (The Legend of Zelda: Ocarina of Time)
Die Oberwelt von Zelda-Spielen wirkte oft gewaltig, doch in keinem Spiel bot sich ein solch überwältigender Anblick wie in Ocarina of Time. Die ersten Spielstunden verbrachte der Spieler in einem kleinen Dorf, abgeschlossen von der Außenwelt, der erste Dungeon war nichts weiter als das Innere eines Baumes. Irgendwann jedoch wurde es Zeit, das kleine Nest im Wald zu verlassen und sich der großen weiten Welt zu stellen. Und wie groß und weit sie war! Vor Link erstreckte sich eine riesige Steppe, erstmals in 3D, welche das Vorbild für alle Oberwelten der kommenden Zelda-Spiele und sogar Action-Adventures allgemein darstellen sollte. Sofort setzte dann auch schon das neue Oberwelt-Thema wie ein Paukenschlag ein, wobei dieses dem Spieler genauso unbekannt war, wie das riesige und noch unerkundete Hyrule. Während der Spieler über die Landschaft blickte und am Horizont rauchende Vulkane und weite Wüsten erkennen konnte, schlichen sich immer wieder neue Motive in die Hintergrundmusik ein, welche klarmachten: „Du magst jetzt schon überwältigt sein, aber du hast noch gar nichts gesehen!“
Ocarina of Time ist eines der wenigen Zelda-Games, die nicht das berühmte Hauptthema beinhalten; doch was es stattdessen an Musikuntermalung bietet, sucht Seinesgleichen. „Hyrule Field“ ist dabei nur eines von unzähligen unvergesslichen Liedern.

Wer nun in musikalischer Stimmung ist, sollte schnell zur Kommentarfunktion tänzeln. Nennt mir und den anderen Lesern eure persönliche Top 5 und lasst Erinnerungen wach werden!


Die Ungehörten – Brawl-Edition

15. Februar 2008

Mit über 300 Songs bietet der kommende Prügelspiel-Hit „Super Smash Bros. Brawl“ eine unglaubliche Vielfalt an Musik aus allerlei Zeitaltern der Videospielgeschichte. Nicht jedes Stück trägt jedoch einen solch illustren Titel wie „The Legend Of Zelda Main Theme“, weshalb ich einige der eher unbekannten Perlen in diesem Artikel beleuchten möchte…

Eines der Updates der offiziellen Super Smash Bros. Brawl-Website befasste sich vor kurzem mit denjenigen Hintergrundsongs, welche dem Spieler ab der ersten Spielminute (d.h. ohne das Sammeln von zusätzlichen CD-Items) zur Verfügung stehen werden und allein deren Anzahl ist bereits äußerst üppig. Jedoch kann nicht jeder Zocker etwas mit „Checker Knights“ oder „Preparing to Advance“ anfangen. Hinter diesen eher obskuren Namen verbergen sich jedoch nicht selten großartige Kompositionen, welche den hitzigen Gefechten ohne Zweifel eine ganz eigene Note verleihen werden. Ein paar dieser Werke werde ich im folgenden vorstellen (die Hörprobe am Ende des Beitrags darf auch diesmal natürlich nicht fehlen)…

Preparing to Advance (Fire Emblem: The Sacred Stones)

The Sacred Stones

In Sachen Beliebtheit mag The Sacred Stones (der hierzulande zweite GBA-Teil der Fire Emblem-Serie) aufgrund eines laut Fans zu einfachem Schwierigkeitsgrad und einigen untypischen Änderungen im Spielverlauf seinem Vorgänger vielleicht nachstehen, nicht jedoch in Sachen Musikqualität. Yuka Tsujiyoko erfreute die Fans ein weiteres mal mit einem mittelalterlich angehauchten Soundtrack auf hohem Niveau, wobei der Song „Preparing to Advance“, welcher bei den Vorbereitungen jeder Schlacht gespielt wird, zu den besten des Spiels gehört. Das Stück erzeugt eine gewisse Aufbruchsstimmung und verleiht dem Hobby-Taktiker vor dem Bildschirm den Mut, den Kampf gegen eine Übermacht an Gegnern tapfer aufzunehmen. Für seinen Brawl-Auftritt wurde das Stück natürlich einer Frischzellenkur unterzogen und wirkt nun noch kraftvoller.

Twilight Princess Main Theme (The Legend of Zelda: Twilight Princess)

Twilight Princess

Anhänger der Zelda-Serie bemängelten beim Release des neuesten Konsolen-Zeldas unteranderem den Sound: Nicht nur hatten viele Fans auf einen orchestrierten Soundtrack gehofft, auch ließen die Kompositionen an sich angeblich zu wünschen übrig. Das mag zwar in einem gewissen Maße zutreffen, dennoch brachte das Spiel einige wunderschöne Melodien hervor, wobei speziell die Hintergrundmusik der Hylianischen Steppe meiner Meinung nach zu wenig Achtung erhält. Nie wurde das Reiten durch die hügelige Landschaft akkustisch besser untermalt als mit diesem Song und ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass dieses Lied ganz oben in der Riege der Zelda-Melodien mitspielt und sich vor der „Konkurrenz“ aus Ocarina of Time oder A Link to the Past keineswegs verstecken muss. Dieser Song wurde für Super Smash Bros. Brawl eins zu eins übernommen und verleiht der im Sonnenuntergang schimmernden Brücke von Eldin-Stage die passende Atmosphäre.

Checker Knights (Kirby Air Ride)

Kirby Air Ride

Die Kirby-Soundtracks werden ja generell unter Wert gehandelt, doch der OST von Kirby Air Ride gehört wohl zu den am meisten unterschätzten Werken in der Welt der Videospiele, was wohl mit der Qualität der entsprechenden Software zu tun haben wird. Zwar bietet Air Ride auch viele bekannte, größtenteils unveränderte Melodien aus früheren Kirby-Auftritten, den Kern des Soundtracks stellen allerdings die Neukompositionen dar. Besonders „Checker Knights“ sticht als flottes Orchester-Stück heraus und ist ein Schmaus für die Ohren. Mir verbleibt nur noch, auf die Hörprobe am Ende des Beitrags hinzuweisen, wo sich ein jeder Leser selbst ein Bild von diesem unverändert übernommenen Lied machen kann.

Star Wolf Theme (Lylat Wars)

Lylat Wars

Es fiel mir schwer, mich zum Zwecke dieses Beitrags zwischen Area 6 und dem Star Wolf-Thema zu entscheiden, aber da letzteres stets einen besonderen Platz in meinem Videospielmusik-liebenden Herzen einnahm, entschied ich mich für eben jenes. Mit Lylat Wars (bzw. Star Fox 64) okkupierte Hajime Wakai erstmals den Stuhl des Composers und bewies, dass er Koji Kondo im komponieren dramatischer, militärisch angehauchter Stücke in nichts nachstand, ja ihn sogar zu übertreffen vermochte. Lylat Wars bietet Unmengen denkwürdiger Stücke (Zoness, Meteo, Area 6, Corneria, Aquas usw.), doch leider Gottes konnte nicht jeder dieser Songs seinen Weg in den Brawl-Soundtrack finden. Das Star Wolf-Thema, welches bei jeder Begegnung mit dem gleichnamigen Pilotentrupp spielt, wurde in seiner N64-Form übernommen, ein wenig aufgefrischt, und wird fortan während der Lylat-Patrouille zu hören sein.

Metroid Prime Opening / Menu (Metroid Prime)

Metroid Prime

Das seinerzeit mit Skepsis erwartete Metroid Prime, welches das beliebte Spielprinzip der zweidimensionalen Vorgänger in ein dreidimensionales Gewand kleiden sollte, begrüßte den gespannten Spieler mit dieser Melodie, bevor das Spiel selbst all die erwähnte Skepsis innerhalb von Minuten in Luft auflöste. Der Titelsong des ersten Prime-Abenteuers stimmte gleichzeitig auf die neue Musikrichtung der 3D-Teile ein, denn wo die Vorgänger größtenteils auf tieftöniges Höhlenambiente gesetzt hatten, arbeitete man nun unteranderem auch mit „spaciger“ Musik in hohen Tonlagen. Leser, denen der Song nicht mehr geläufig ist, sollten sich am besten das Hörbeispiel zu Gemüte führen, der den Klang der neuen Musikrichtung besser verdeutlicht als Worte.


Die Ungehörten – Episode I

2. Februar 2007

Hörenswerte Videospiel-Soundtracks abseits von The Legend of Zelda, Final Fantasy und Metal Gear Solid…

Im Laufe fast jeder Unterhaltung, die sich um das Thema Videospiel-Soundtracks dreht, werden die gleichen Titel ins Gespräch gebracht. Ich möchte an dieser Stelle nicht an den Qualitäten eines „One Winged Angel“ oder „Kakariko Theme“ zweifeln, das liegt mir fern. Aber viele Videospieler beschränkten sich meiner Meinung nach zu sehr auf die populären Titel, wenn es um großartige Soundtracks geht und lassen dabei andere musikalische Begleitungen, die viel mehr als nur das sind, im Nebel stehen. Über die Gründe möchte ich gar nicht sprechen, obwohl es klar sein sollte, dass die Bekanntheit eines Soundtracks natürlicherweise mit der Verbreitung eines Titels steigt. Was der Videospieler nicht spielt, hört er nicht. Und doch finden sich selbst unter den bekannten Spielen einige Exemplare, deren Soundtracks in damaligen Reviews höchstens in Nebensätzen erwähnt wurden. Deswegen lade ich heute zum Beginn einer Reihe der Ungehörten ein. Beginnend mit fünf Soundtracks, die man meiner Meinung nach wenigstens einmal angehört haben sollte und völlig zu unrecht unbeachtet blieben. Zu jedem Beispiel könnt ihr euch übrigens auch Hörproben in Form eines YouTube-Videos am Ende des Beitrags anhören. Vielleicht findet der eine oder andere tatsächlich seinen neuen Lieblings-OST. Die Reihenfolge stellt übrigens keinerlei Wertung dar:

Kirby’s Fun Pak
Als das Nintendo 64 hierzulande ganz frisch im Regal stand, wurde mit Kirbys Fun Pak eines der letzten Super Nintendo Spiele veröffentlicht. Und selbstredend mit keinerlei Beachtung registriert. Dabei lieferte HAL mit dem in neun Spielen unterteiltem Jump and Run eine Qualitätsarbeit ab und das in jeder Beziehung. Der Soundtrack vereinte alle bis dato erdachten guten Stücke der Franchise (Reihe), schraubte die Qualität dank SNES Soundchip ordentlich nach oben und streute als Sahnehäubchen genügend neue Ohrwürmer obendrauf. Zusammen mit der Rendergrafik hinterließ das ganze Spiel einen sehr luxuriösen Eindruck, auch ohne das Wissen im Kopf, dass der Titel in Japan als Hoshi no Kirby Super Deluxe veröffentlicht wurde. Viele Stellen im Soundtrack machten den Eindruck, als habe Musiker Jun Ishikawa, hier in seiner einzigen Zusammenarbeit mit Dan Miyakawa, die Tracks mit einem Orchester im Hinterkopf komponiert und am SNES auch instrumentalisiert. Am deutlichsten wird dies bei einem Track, der später in Super Smash Bros. Melee fast 1:1 mit einem Orchester übernommen werden konnte. Der OST ist eine Ansammlung an quirligen Ohrwürmern, wie man sie in dieser Menge selten gesehen hat.

Kirby's Fun Pak

Kameo: Elements of Power
Steve Burke arbeitete einer assistierenden Funktion mit Filmkomponisten zusammen, bevor er Anfang dieses Jahrtausend eine Anzeige im englischen Videospielmagazin EDGE sah, die sein Aufsehen erregte: Die Spielschmiede Rare suchte dort unter anderem nach einem neuen Komponisten, was sich Burke als Videospielfan nicht zweimal überlegen musste. Kameo: Elements of Power sollte am Ende dann auch sein Erstlingswerk bei der englischen Schmiede werden und überdeutlich zeigen, weshalb der Mann dort einen Posten bekommen hat.

Es gibt unzählige Videospielsoundtracks, die sich heutzutage mit einem Orchester schmücken und dabei eine epische Stimmung vermitteln wollen (man denke nur an all die unsäglichen, im Pathos schwimmenden 2. Weltkriegs-Shooter). Bei Burks Einstand in die Welt der Videospiel-Soundtracks hat dagegen die Orchestrierung, vorgenommen durch das Prager Philharmonik Orchester, ein beeindruckendes Debüt zu einem kolossalen Geniestreich gemacht. Wenn die allzu inflationär genutzte Bezeichnung „episch“ einen Einsatz verdient hat, dann hier. Selten hat sich ein Triumphmarsch in einem Videospiel so Welten umwälzend angehört wie hier. An anderer Stelle wird der Spieler mit Pauken und Trompeten und einem ewig nicht mehr aus dem Kopf gehenden Thema in einen regelrechten Kampfrausch getrieben. Und doch schwingt fast überall eine Leichtigkeit und teils auch kalkulierter Überheblichkeit mit, die an John Williams (Indiana Jones) Abenteuerstücke erinnert. Doch nicht nur diese Momente beherrscht Burke wie ein Virtuose. In ruhigen Momenten zeigt er in seinen Melodien eine der Vergangenheit nachtrauernden Schönheit, die den Vergleich mit einem Howard Shore (Der Herr der Ringe) nicht scheuen muss, eher im Gegenteil. An Danny Elfmans (Edward mit den Scherenhänden) bitter-süß-schrägen Stil hingegen erinnern die verspielten Stücke im Soundtrack, die sich perfekt zur Feen-Welt in Kameo einfügen. Trotz aller Einflüsse hat der Komponist dennoch keine Schwierigkeiten, einen eigenen Stil zu entwickeln, was die vielleicht größte Leistung überhaupt ist. Burke wird in der Zukunft zu den besten Männern seines Fachs gezählt werden.

Elements of Power

Tetrisphere
Ich persönlich kann nicht viel mit Techno und Trance anfangen, mit sehr überschaubaren Ausnahmen. Dazu gehört die Vertonung von Tetrisphere von Neil D. Voss. Selten ging ein Soundtrack eine derzeit faszinierende Symbiose mit dem Geschehen auf dem Bildschirm ein. Fast wie in Trance versucht der Spieler die Steine auf der Kugel aufzulösen und dieser Zustand rührt nicht zuletzt durch die hochklassig musikalische Untermalung. Beim nackten Anhören der Tracks, also ohne Puzzlespiel vor Augen, kann nicht ansatzweise die Begeisterung nachvollzogen werden, mit der diese von der kleinen Scharr an Fans aufgenommen wurde. In diesem Punkt sehe ich eine Verbundenheit zur Ridge Racer Serie, deren Musik ihre Stärken ebenfalls nur in Verbindung zum Gameplay ausspielen konnte. Dann aber richtig.

Tetrisphere

Mystical Ninja: Starring Goemon
In den 90er Jahren schien es, als würden die guten Komponisten bei Konami auf den Bäumen wachsen. Doch mit der zu Ende gehenden 16 Bit Generation, endete auch die goldene Ära Konamis. Nichtsdestotrotz schuf man mit dem Soundtrack zum ersten Nintendo 64 Ableger der (leider viel zu wenig gerühmten) Goemon-Reihe ein wahres Juwel. Vier Komponisten, darunter Veteranen wie Hironobu Kageyama (Dragon Ball Openings und Endings), warfen Zutaten wie typisch-traditionelle Klänge aus dem asiatischen Mittelalter, herrlich alberner, sowie fetziger Anime-Musik in den Topf, unterlegten viele Stellen mit einem gesalzenen, fetzigen Groove, verrührten den Mix mit dem berüchtigten Ohrwurm-Kochlöffel, den Konami inzwischen leider nicht mehr findet – und fertig war ein Soundtrack, bei dem fast alle von gut fünfzig Stücke zum hemmungslosen Mitpfeifen anregten. Zusätzlich stellten Konamis Genies fast alle ihre Konkurrenten auf Nintendos 64-Bitter beschämt in die Ecke: Wo andere Musiker den Spieler mit schrecklich künstlich klingenden Musiken quälten, wobei die Schuld der Nintendo Konsole mit ihrer bizarren Architektur (kein Soundchip) nicht abzusprechen ist, ertönen die Instrumente in Mystical Ninja in einer erstaunlichen Natürlichkeit und hätten ohne Probleme als Untermalung eines Animes herhalten können. Das wird durch die drei, mit Gesängen ausgestatteten Songs noch unterstützt. So bin ich damals (Carlsen Comics sei Dank) gleichzeitig in den Kontakt mit den Dragon Ball Mangas getreten und habe dabei immer die Musik Goemons im Hinterkopf gehabt. Als der Anime Jahre später in hiesigen Gefilden anlief, war die reale Musikbegleitung schon eine mittelheftige Enttäuschung…

Starring Goemon

Wii Sports
Bevor der Mauszeiger zuckend zur Kommentarfunktion hechtet: Klar, die Menge an musikalischen Ergüssen hält sich in Wii Sports in bescheidenen Grenzen. Aber dennoch wird die Musik meines Erachtens nach fast nie beachtet. Ungerechterweise, denn der Komponist machte einen tollen Job: Von der klanglichen Seite betrachtet achtete man darauf, keinen allzu nach „Videospiel klingenden Stil“ zu verwenden, sondern saubere, klare Töne, verbunden mit einem starkem Leitthema, das gut genug ist, um die ganze Sammlung tragen zu können. Dass dahinter Wave Race 64 und Animal Crossing Komponist Kazumi Totaka steckte, zeigt sich an zwei Stellen sehr deutlich: So erinnert der Einsatz bestimmter Elemente im Titelbildschirm tatsächlich frappierend an Wave Race 64, während die ruhigen Stücke immer noch gut genug sind, um nicht als Fahrstuhlmusik auf den Geist zu gehen. Das Ergebnis von Totakas Soundtrack zeigt, was ich unter einer gelungenen musikalischen Untermalung verstehe, die die Atmosphäre bzw. den Look des Spiels einfängt und in Tönen wiedergibt und damit gleichzeitig für eine Verstärkung derselbigen sorgt. Eine interessante Überlegung: Da für eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Personen Wii Sports die erste prägende Erfahrung mit dem Medium wird, könnte das Leitthema in einigen Jahren vielleicht eine große Bekanntheit im kollektiven Bewusstsein erlangen.

Wii Sports

Wer nur schnell einen Eindruck von den Soundtracks, die heute vorgestellt wurden, bekommen möchte, kann in dieses YouTube Video reinschauen:

Damit beenden wird den kleinen Überblick für heute. Die Reihe wird zukünftig in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt werden.