Der schlechte Einfluss des Films auf Videospiele

27. November 2009

Viele moderne Videospiele spielen sich wie interaktive Filme. Während manche Gamer dieser Entwicklung nur Gutes abgewinnen können, haben andere die Schnauze voll von diesen Möchtegern-Spielen.

Uncharted 2 - Among Thieves

Videospiele gehören mittlerweile zum Alltag vieler Menschen: Einige Personen spielen nur gelegentlich und kurz, andere machen es zu ihrem zentralen Hobby. Das Medium „Videospiele“ ist also in unserer Kultur integriert, und es hat dieses Kunststück in bemerkenswert kurzer Zeit – 40 Jahre! – geschafft. Da das Medium jedoch noch sehr jung ist, orientieren sich viele Spielentwickler an anderen Kunst- und Kulturformen. Vor allem das Medium „Film“ scheint den Videospielen nahe zu stehen.

Filme beeinflussen die Entwicklung von Videospielen erheblich, und nicht alle Videospielenthusiasten freuen sich über diese Beziehung. Von Mitte der 90er Jahre bis zu den ersten Jahren des neuen Jahrtausends stritten sich die Spieler über Sinn und Unsinn von Full Motion Videos (FMVs), das heißt kurze Filmabschnitte, die als Zwischensequenzen in Videospiele eingebaut wurden. Wahrscheinlich kennt ihr auch einige Pseudo-Spieler, die von gewissen Spielen schwärmen und dabei nur die Zwischensequenzen loben! Dieses Thema sorgt mittlerweile nicht mehr für so viel Aufregung wie früher, und zwar vor allem aus zwei Gründen: Erstens stellt der Speicherplatz bei allen Systemen kein Problem mehr dar, selbst der DS kann Karten mit 256 Mbyte lesen; die Fans der jeweiligen Firmen können das Prinzip „FMV“ deshalb nicht mehr für ihre Konsolenkriege missbrauchen. Zweitens haben viele Spielentwickler ihre Zeit des exzessiven FMV-Gebrauchs nun hinter sich und setzen in der Regel diese Filmchen etwas geschickter ein.

Der Einfluss des Films auf die Videospiele wirkt jedoch weiter: Obwohl die neuen Konsolen über mehr Rechenleistung als die letzte Generation verfügen, streben immer weniger Firmen an, die Animationsqualität auf 60 fps (60 Bilder pro Sekunde) zu hieven. Einerseits kämpfen die Entwickler mit neuen technischen Voraussetzungen wie der höheren Bildauflösung und müssen sich deshalb in anderen Bereichen zurücknehmen; andererseits wollen viele Entwickler gar nicht erst eine höhere Framerate als 30 fps! Eine niedrigere Framerate erlaubt ihnen nämlich, den Detailgrad und die Anzahl der Grafikeffekte zu steigern, weil der Prozessor pro Sekunde weniger Bilder generieren muss. Bizarrerweise zeigen sich einige Spieler gar nicht enttäuscht über diese Entwicklung, im Gegenteil: Die niedrige Framerate erzeuge genügend flüssige Animationen und sei den Filmen näher, da diese nur 24 fps haben. Statt 60 fps geben sich deshalb manche Spielentwickler mit halb so viel zufrieden und nutzen dafür die gewonnene Prozessorenleistung für die Darstellung von „Motion Blurring“. Dieses Schlieren bei bewegten Bildern sorgt für die Bindung der einzelnen Bilder und ist der Grund dafür, dass Filme trotz niedriger Framerate als weich animiert empfunden werden. Gleichwohl entspricht die Filmdarstellung nicht der Wirklichkeit, da ein Mensch angeblich bis zu 90 Bilder pro Sekunde (unbewusst) wahrnehmen kann. Die Filme haben einige Spieler jedoch so stark beeinflusst, dass sie ein Spiel mit hoher Framerate als weniger realistisch empfinden als eines mit 30 fps. Die Filmwirklichkeit wird dadurch zum Status Quo.

Diese verringerte Animationsqualität stören Spielenthusiasten wie mich, nicht nur aus darstellerischen Gründen, sondern vor allem aus spielerischen: Eine geringere Framerate bedeutet auch weniger Inputabfrage, das heißt, die Steuerung wird träger. In der Regel reagiert der Prozessor nach einem Input (zum Beispiel ein Knopfdruck) erst ab dem dritten Frame. Gute Spiele mit 60 fps erzielen deshalb eine Reaktionsgeschwindigkeit von 50 bis 70 Mikrosekunden, während gute Spiele mit 30 fps bestenfalls zwischen 100 bis 140 Mikrosekunden liegen. Die leistungsstarken Konsolen wie die PS3 oder die Xbox 360 haben deshalb ungewollt eine Verminderung der spielerischen Qualität verursacht, zumindest was die Steuerung betrifft. Ebenso mitschuldig sind die Spielerinnen und Spieler, die diese Entwicklung unterstützen bzw. toll finden, dass die Spiele wie Filme aussehen und dadurch in Kauf nehmen, dass die Steuerung nicht das Optimum erreicht. Ob das Medium „Videospiele“ sich von Filmen distanzieren kann, hängt deshalb nicht zuletzt davon ab, ob die Spielerinnen und Spieler sich von der Sehgewohnheit bei Filmen emanzipieren können. Denn höhere Prozessorenleistung bringt nichts, wenn der Spielentwickler bei 30 fps bleiben und eine Filmrealität nachahmen will. Und er sieht auch keinen Grund für einen Philosophiewechsel, wenn die Zocker gar keine höhere Framerate wollen und diese gar als unrealistisch abtun.


Konsolen-Preiskrieg: Der Kampf um neue Käuferschichten

28. Oktober 2009

Endlich fängt das große Preispurzeln an! Microsoft, Sony und Nintendo haben die Preise gesenkt oder werden bald senken. Damit können sich nun auch Leute mit kleinem Budget eine Konsole leisten.

Diese Konsolengeneration gilt als die teuerste in der Geschichte: Microsoft startete mit zwei Modellen, eine Basis-Version für 300 $/€ und eine Premium-Version für 400 $/€; Sony folgte ebenfalls mit zwei Modellen für 500 bzw. 600 $/€; und Nintendo bot die Wii für 250 $/€ an, in Japan für rund 20′000 Yen (ohne Wii Sports). Hinzu kommt, dass die Konsolen sehr lange ihren hohen Preis hielten, denn Microsoft setzte den Preis für die Xbox Arcade erst Ende 2008 – fast drei Jahre nach dem Konsolenstart – auf 199$/€ runter. Sony ließ die Preise zweimal fallen, aber die günstigste Version kostete lange mindestens 400 $/€. Und Nintendo blieb einfach beim gesetzten Preis – drei Jahre lang.

Natürlich gibt es auch die andere Sichtweise: Berücksichtigt man die Inflation mit, so war ein Konsolenkauf in der Vergangenheit schon immer relativ teuer, und Spiele hatten vor dem Zeitalter der CD-Rom exorbitant hohe Preise. Dennoch beschweren sich die Spieler zurecht, dass diese Generation eine negative Entwicklung auslöste, denn sowohl Spiele als auch Konsolen wurden merklich teurer, während die zwei vorhergehenden Generationen die Kosten für die Konsumenten stabil hielten oder gar nach unten trieben.

Diese Generation hat lange gebraucht, um endlich die Preise der Konsolen zu senken, aber nun ist die Preisschlacht endlich eröffnet! Nachdem Microsoft letztes Jahr die 200-Dollar-Grenze bereits knackte, zieht Nintendo mit neunmonatiger Verspätung nach. Sony hat währenddessen die 300-Dollar-Grenze unterschritten und bietet zudem noch ein neues Design an, welches langsam das alte Modell ersetzen soll. Das Weihnachtsgeschäft profitiert von diesem Konkurrenzkampf und kann trotz Rezession auf hohe Verkaufszahlen hoffen. Die Konkurrenzsituation könnte außerdem dazu führen, dass die drei großen Hersteller noch weiter Federn lassen müssen und mit günstigen Bundles oder kleinen Geschenken den Konsumenten zum Kauf verführen wollen.

PlayStation 3 Slim

Gewiss steckt hinter diesen Preissenkungen nicht etwa Großzügigkeit, sondern die Notwendigkeit, etwas gegen die geringe Nachfrage in den letzten Monaten zu tun: Die Verkäufe haben sich seit dem Jahresanfang auf tiefem Niveau stabilisiert, eine Machtverschiebung zwischen den drei Konsolenherstellern war nicht in Sicht. Sony hat dank der Offensive mit dem Redesign und der Preissenkung mehrere Wochen gute Schlagzeilen gemacht, derart dass Nintendo überraschend nachziehen musste, obwohl ihre Verkäufe lange besser waren als jene der Konkurrenten. Ob diese Preisrunde die Konsumentenstimmung nachhaltig verbessert? Angesichts der Tatsache, dass die Hiobsbotschaften in der Wirtschaft nicht weniger werden und nach wie vor wöchentlich Hunderte von Leuten ihre Arbeit verlieren, kann man sich zu Recht fragen, ob die Konsumenten in den nächsten Monaten wirklich Spielkonsolen kaufen wollen – geschweige denn Spiele, die generell keine Vergünstigungen erfahren. Eine ausbleibende Erholung der Märkte würde zwar schneller zu einer weiteren Preissenkung führen, aber sie würde die Spielindustrie kurzfristig noch tiefer in die Krise stürzen lassen. Nur höhere Konsolenverkäufe können mehr Absätze ermöglichen!

Zum Schluss möchte ich noch eine Prognose wagen: Eine weitere Preissenkungsrunde wird bereits im nächsten Jahr stattfinden, und damit meine ich Preissenkungen von allen drei Herstellern. Noch zögern ärmere Haushalte mit dem Kauf einer Konsole, denn noch haben die drei Spielkonsolen die 150-Euro-Grenze nicht unterschritten, eine Grenze, die in der letzten Generation zu diesem Zeitpunkt bereits geknackt gewesen wäre. Um neue Käuferschichten zu erreichen, können die Konsolenhersteller deshalb gar nicht anders als die Preise weiter nach unten zu korrigieren. Nicht nur die Konsumenten würden ihnen danken, sondern auch die Dritthersteller.


Spielkonsolen und Zeitgeist

24. Februar 2009

Was ist „in“, was ist „out“? Was ist das jetzige Motto, und warum gelten Leitsätze, die vor wenigen Jahren in den Köpfen aller waren, jetzt nicht mehr? Und was hat das überhaupt mit Videospielen zu tun?

Waren die Xbox 360 und PS3 von Anfang an zum Scheitern verurteilt, was das Geschäftliche betrifft? Wer diese Frage mit „ja“ beantwortet und gar noch behauptet, er habe die geschäftliche Niederlage der HD-Konsolen bereits vor Jahren kommen sehen, betreibt mit großer Wahrscheinlichkeit Geschichtsrevisionismus. Mit Ausnahme der optimistischsten und verrücktesten Nintendo-Fans wettete kein Mensch vor Winter 2006 auf eine unüberholbare Marktführung der Wii: Die Konkurrenz nahm enorme finanzielle Verluste in Kauf, um ihre Konsolen verkaufen zu können, die Leistungsdifferenz ist augenfällig groß, und speziell die Marke „PlayStation“ hatte noch die Aura des Unbesiegbaren (allerdings bekam sie im Handheldbereich bereits den ersten Kratzer). Vor allem aber passte die Konkurrenz zum damaligen Zeitgeist.

PlayStation 3 und Xbox 360

Der damalige Zeitgeist war geprägt durch Größe, Wachstum um jeden Preis und kurzfristiges Denken. Vielleicht würden Zyniker das Wort „Dekadenz“ zu Munde nehmen, aber die moralische Dimension halte ich für verfehlt, weil die Moral selber nicht unveränderlich ist und vom Zeitgeist bestimmt wird. Das Denken während dieser Zeit hatte viele Facetten: Leute kauften oft und gerne SUVs, aufgemotzte und benzinsaufende Geländewagen; Schulden machen gehörte zum guten Ton, mal wollten die Leute ein viel zu teures Haus oder einen übertrieben großen Fernseher. Die Entwicklung der Technik ging nur in eine Richtung: immer mehr PS bei gleichem Benzinverbrauch, immer mehr Leistung in den Prozessoren, ohne große Rücksicht auf Stromverbrauch und Hitzeentwicklung. Die Politik regulierte nicht viel und unterstützte sogar diese gesellschaftliche Entwicklung mit aller Kraft.

Die 360 und die PS3 sind deshalb logische Produkte, denn sie folgen einfach den damaligen Trends: stärkere Prozessoren, schnellere Laufwerke, mehr Speicher, größere Unterstützung der vorhandenen Technik wie hochauflösende Fernseher und Dolby Digital-Anlagen. Die beiden Konsolen waren bei der Veröffentlichung teurer als die meisten vorherigen Konsolen. Dies entsprach genauso dem Zeitgeist wie die abnormal hohen Subventionen, denn beide Konsolen wurden trotz des hohen Preises deutlich unter ihrem Wert verkauft. Die Verantwortlichen gingen nicht nur davon aus, dass Millionen von Kunden diesen Preis bezahlen würden, sondern dass sie noch viel mehr Geld für Spiele und Zubehör ausgeben würden. Heute nennen wir einen solchen Geschäftsplan riskant, wenn wir wohlwollen sind, absurd und ruinös, wenn wir nüchtern bleiben wollen.

Es gab eigentlich nur eine Marschrichtung, und beide Firmen, Microsoft und Sony, lieferten Produkte, die der damaligen Vorstellung zu entsprechen schienen. Deshalb schenkten die Medien den wenigen Kritikern kaum Gehör, glaubten, die Geschäftspraxis bleibe gleich und werde einfach nur mit höheren Investitionen fortgesetzt. Viele Spielehersteller sahen die Situation genau so und fingen früh mit der Entwicklung hochauflösender Spiele an. Analysten prognostizierten umwerfende Verkaufszahlen für beide Konsolen und im Wesentlichen die Ära der HD-Spiele. Natürlich lachen wir heute über diesen Fatalismus, aber viele (und nicht nur die Konsolenhersteller) sahen gar keine Alternative zum eingeschlagenen Weg – außer Nintendo.

Wii

Der Blick zurück offenbart die vielen Schwächen des Geschäftsplans und der Historiker kommt aus dem Staunen nicht heraus, warum nicht schon viel früher die Alarmglocken geläutet haben. Er stellt aber auch fest, dass praktisch alle – Spieler, Entwickler, Produzenten und Konsolenhersteller – mit dem eingeschlagenen Kurs einverstanden waren. Dieses Denken hält sich bei einigen bis heute hartnäckig. Doch je sturer sie auf den früheren Kurs der Leistungssteigerung setzen, desto härter werden sie mit der Realität konfrontiert, die längst auf einen neuen Zeitgeist setzt: Weg von der verschwenderischen Kraftmeierei und Wachstum um jeden Preis, hin zu mehr Energieffizienz, bodenständiger Geschäftspraxis und Nachhaltigkeit. Wenn dieser Zeitgeist für alle Lebensbereiche gilt, dann sicherlich auch für Videospielkonsolen.


Marktherrschaft um jeden Preis

24. Juli 2006

Noch nie hat eine Firma in der Videospielgeschichte so riesige Verluste wie Microsoft gemacht. Der Preis für die Marktherrschaft?

Schon vor der Einführung der Xbox hatte Microsoft angekündigt, sich langfristig etablieren zu wollen. Nach J. Allard sollte die Xbox eine Langstreckenläuferin sein, weshalb Verluste einkalkuliert waren. Zwar gab Microsoft die Xbox auf – sie war doch keine Langstreckenläuferin –, doch die Investition bleibt auf einem sehr hohen Niveau. So soll Microsoft auf jede Xbox 360 über hundert Euro draufzahlen, um gute Verkaufszahlen zu erreichen und möglichst schnell eine große User-Basis vorweisen zu können. Der Preis, den Microsoft dafür zahlt, ist hoch: Mit der Xbox hat sie schon beinahe fünf Milliarden Dollar Verlust gemacht, für 2006 erwartet Microsoft eine weitere Millarde Verlust! Mit einem phänomenalen Preis/Leistungsverhältnis will sie die Konkurrentin Sony unter Druck setzen, was ihr auch gelungen ist – Sony muss die PS3 unter Herstellungspreis verkaufen.

Warum geht Microsoft derart in die Offensive? Sicherlich macht immer jeweils der Marktführer in der Regel den höchsten Gewinn, doch bei derart hohen Verlusten kann man sich fragen, wann Microsoft das Geschäft je im grünen Bereich führen kann. Um fünf Milliarden zu tilgen, bedarf es über sieben Jahre hohe Gewinne, außerdem nehmen die Verluste ja noch eine Weile zu. Dabei ist Microsoft überhaupt nicht gezwungen, mit Defiziten zu wirtschaften: Aufgrund des Zeitvorsprungs hätte sie ihre Konsole auch zu einem höheren Preis verkaufen oder die 360 mit etwas bescheidenerer Leistung ausstatten können. Aber mit ihrer Taktik, die Konsole enorm zu subventionieren, setzt Microsoft die Konkurrenten unter Druck: Sony und Nintendo dürfen ihre neuen Konsole nicht zu spät lancieren, weil sonst Microsoft bereits zuviel Marktanteile hat. Außerdem muss Sonys PS3 ein mindestens so gutes Preis/Leistungsverhältnis bieten, wenn nicht ein noch besseres! So kostet die PS3 nun 600 €  bei einem Herstellungspreis von über 750 €. Ein gefährliches Spiel – für beide Konsolenhersteller.

Wird Microsoft mit dieser Taktik den Konsolenkrieg gewinnen? Gewiss stehen die Chancen nicht schlecht für einen Erfolg, allerdings hat sie bisher aus dem zeitlichen Vorsprung nicht viel gemacht. Die Gründe liegen im eigenen Versagen: Zwar meinten manche sogenannten Insider vor dem 360-Release, die Verantwortlichen der Xbox-Sparte hätten aus ihren Fehlern gelernt, die sie in der ersten Konsolengeneration gemacht haben. Dafür haben sie aber in anderen Bereichen versagt – vor allem in der Software-Politik! Es dauerte zu lange, bis die 360 über ein einigermaßen breites Spieleangebot verfügte, denn die Auswahl beschränkte sich zu Beginn auf einige wenige Genres wie Rennspiele, First-Person-Shooter und Action-Spiele. Außerdem hat Microsoft es wieder verpasst, den Kunden in Japan ein genügend großes Angebot japanischer Titeln anzubieten. Im Westen ärgert die Core-Version der 360 nicht nur Kunden, sondern vor allem die Entwickler: Da die Core-Version keine Festplatte beinhaltet, müssen die Entwickler ihre Spiele so programmieren, dass sie auch mit Speicherkarten laufen können. Die Kunden hingegen haben die Wahl zwischen zwei Versionen zu unterschiedlichen Preisen, was vor allem bei uninformierten Kunden für Verwirrung sorgt. Am schlimmsten jedoch zeigten sich die stockenden Nachlieferungen, weshalb die Nachfrage im Westen monatelang größer als das Angebot ist.

So lässt Microsoft ihre Konkurrenten immer noch im Spiel, und diese greifen mit ihren neuen Konsolen im Winter 2006 an. Vor allem Nintendo kann dank ihrer komplett an die Situation angepassten Strategie punkten, denn mit einem tiefen Preis bei bescheidenerer Technik weicht sie Microsofts Angriff aus. Dafür zielt sie gleich am Anfang auf die Gelegenheitsspieler und auf die neuen und ungeübten Spieler, ohne jedoch ihre alte Kundschaft zu vernachlässigen. Beim DS scheint diese Taktik zu funktionieren. Aber Microsoft wäre nicht Microsoft, wenn sie keine Antwort auf Nintendos Strategie hätte.


Drei Konsolenhersteller sind einer zu viel

20. Juli 2006

Einige haben schon in der letzten Generation befürchtet, dass einer der Konsolenhersteller nicht mehr weitermachen würde. Jetzt geht der Dreikampf in die zweite Runde.

Konkurrenz belebt das Geschäft! Manche glauben an diesen Satz, ohne sich je Gedanken zu machen, ob er tatsächlich in jeder Beziehung zutrifft. Sind die Konsolen durch mehr Konkurrenz günstiger geworden? Zwar haben Nintendo und Microsoft ihre Konsolenpreise schnell senken lassen, aber die Xbox hat am Anfang immens viel gekostet und kostet nach einer zusätzlichen Subvention immer noch eine Menge – zumindest für eine Weile. Außerdem kaufen Multikonsoleros (Spieler mit mehreren Konsolen) nun drei Konsolen und haben dennoch nicht mehr Spiele als zuvor, ja nicht einmal ein größeres Spielangebot, da die Spielefirmen nicht mehr Spiele machen, sondern ihre Reihen einfach unter den drei Konsolen aufteilen oder sie zu Multiplattformtiteln machen. Die Spiele wurden nicht günstiger, außer bei den Xbox-Titeln, die am Anfang bis zu 10 € mehr gekostet haben als jene für Cube oder PS2. Am meisten Geld haben die Konsolenhersteller bei der Hardware verloren, indem sie ihre Konsolen subventionierten. Für den Gelegenheitsspieler mag diese großzügige Geste toll sein, da sie sich so für wenig Geld eine Konsole leisten können. Aber für die Vielzocker bringt eine Preissenkung der Hardware wenig, weil er die Konsole meistens recht früh kauft.

Bisher hat Microsoft am meisten Geld in diesem Geschäft verloren, während Sony und Nintendo schwarze Zahlen schreiben können. Nun möchte Microsoft die Konkurrenten links überholen und brachte die neue Konsole „Xbox 360“ schon Ende 2005 raus. Dabei ist der Vorgänger der 360 nur knapp vier Jahre auf dem Markt und hätte technisch gesehen noch eine Menge Potenzial, das bisher nur von wenigen Titeln ausgeschöpft worden ist. Microsoft hat die Konsolenzyklen kürzer gemacht, denn Nintendo und Sony dürfen ihrem Konkurrenten keinen zu großen Vorsprung geben und legen im Winter 2006 nach. Für die Spieler bedeutet dies, dass sie sich wieder neue Konsolen zulegen müssen, obwohl sie erst mit den vorherigen Konsolen gerade warm geworden sind. Außerdem ärgern Microsoft und Sony den Spieler mit hohen Preisen, sowohl die Hardware als auch die Software kosten mehr als bisher. Die Hoffnung, dass bei einem Dreikampf die Hersteller zu tieferen Preisen gezwungen werden würden, hat sich nicht bewahrheitet! Zwar zwingt die Konkurrenzsituation den Herstellern dazu, ihre Konsolen unter Wert zu verkaufen, dennoch kosten speziell die Konsolen von Microsoft und Sony mehr als früher. Dabei verschlimmern sie die Situation durch die Teilung ihrer Konsolen in zwei Versionen.

Xbox 360, Wii, PlayStation 3

So verbittert die Hersteller um Marktanteile kämpfen, wird wahrscheinlich mindestens eine der drei Konsolenfirmen rote Zahlen schreiben müssen. Für Sony und Microsoft spielen Marktanteile eine größere Rolle als der finanzielle Gewinn, weil andere Geschäftsbereiche mitinvolviert sind: Sony will Blu-Ray groß rausbringen, der PSP mit der PS3 einen Schub geben und das Online-Geschäft ankurbeln; Microsoft ihrerseits möchte die HD-DVD unterstützen und das Online Gaming zwischen PC und Konsole vereinheitlichen. Angesichts der Kriegskasse Microsofts hat sich Nintendo für einen völlig anderen Weg entschieden und versucht mit einer technisch soliden, aber nicht überragenden Konsole gleich zu Beginn alle möglichen Spieler zu überzeugen – und nicht nur die Vielzocker! Diese Strategie kann aufgehen, aber Nintendo riskiert auch eine Menge, nicht zuletzt die Unterstützung durch die Dritthersteller hängt von der Resonanz in den ersten zwei Jahren ab.

Werden wir also den Fall eines Konsolenherstellers miterleben? Wahrscheinlich nicht, dafür sind Microsoft, Sony und Nintendo zu mächtig und das Geschäft zu lukrativ, um es aufzugeben. Aber finanzielle Niederlagen und Verluste der Marktanteile einer oder zwei der Firmen sind möglich. Die Spieler wiederum müssen befürchten, dass der Verlierer in der nächsten Konsolengeneration wiederum auf einen kurzen Konsolenzyklus drängt, um vor der Konkurrenz auf dem Markt zu sein. So viel zu „Konkurrenz belebt das Geschäft“.


Die PC-isierung der Konsolen

11. Juli 2006

Einst waren die Grenzen zwischen Konsole und PC klar, doch seit Microsoft im Konsolengeschäft mitmischt, leiden die Videospieler.

Der Graben zwischen Konsolenzockern und PC-Gamern lag für lange Zeit tief: Auf der einen Seite die Konsoleros mit ihren standardisierten Geräten und Pads, auf der anderen Seite die PC-Spieler mit ihren ausbaufähigen Maschinen, mit Keyboard und Maus. Konsolenspieler rühmen die Einfachheit des Videospiels und hassen die PC-Unsitten wie Patches, Abstürze und Inkompatibilität, wenn zum Beispiel wieder einmal nicht genug RAM zur Verfügung steht. PC-Zocker hingegen mögen es, immer auf dem neuesten Stand zu sein und lassen sich dies auch einiges kosten. Sie schwören auf Online-Gaming und verstehen nicht, warum man so viel Kohle für Videospiele ausgeben soll, während sie für PC-Spiele deutlich weniger (oder gar nichts?) zahlen müssen.

Weil Sony und Nintendo sich bisher ein sehr lukratives Geschäft teilten und zudem Sony mit der PS2 dank DVD-Kompatibilität das Wohnzimmer erobern wollte, musste Microsoft reagieren, da sie sich ihrer Stellung bedroht sieht und selber das Wohnzimmer besetzen will – wie zuletzt mit der „Windows XP Media Center Edition“. Mit der Erfahrung im PC-Bereich und einer gefüllten Kriegskasse will Microsoft das Konsolengeschäft gehörig aufmischen, brachte als erster Konsolenhersteller das Online-Gaming in großem Stil aufs Tapet und bietet zudem als erste Firma eine Konsole mit Festplatte an. So weit, so gut, doch damit kamen auch PC-Krankheiten dazu: Mal müssen Spiele geflickt werden, weil es einige Firmen offenbar nicht mehr so genau mit dem Testen nehmen; man könne ja den Patch runterladen und auf der Festplatte speichern. Außerdem werden jetzt Zusatz-Contents angeboten, natürlich nicht umsonst! Dafür kosten die Spiele immer noch deutlich mehr als solche für den PC, und die Hersteller achten nicht mehr darauf, dass die Daten auch auf Speicherkarten geladen werden können – man hat jetzt halt die Festplatte. Online-Gaming ist auf der Xbox übrigens nicht kostenlos, das wäre dann doch zu viel des Guten.

Mit der 360 treibt Microsoft die PC-isierung weiter und raubt noch die letzte Gewohnheit der Konsolen: Die 360 wird in zwei Versionen angeboten, einer fehlt sowohl die Festplatte als auch das Kabel für HDTV, außerdem hat der Controller ein Kabel, während die „360 Premium“ einen kabellosen Controller vorweist. Damit macht Microsoft den Entwicklern keine Freude, da sie nicht davon ausgehen können, dass jeder Spieler eine Festplatte hat, und sie somit die Hardware nicht so ausschöpfen können, wie sie es wollen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine 360 mit eingebautem HD-DVD-Laufwerk auf den Markt kommt, um Sony kontern zu können. Drei Versionen der 360? Himmel hilf! Die 360-Zocker sollten beten, dass nicht plötzlich noch Spiele auf HD-DVD kommen und die Spieler gezwungen sind, sich ein Add-On-Laufwerk zuzulegen.

Leider bleibt Microsofts Unsitte nicht nur in ihren eigenen Produkten, sondern Konkurrent Sony nahm das neue Geschäftsmodell auf und veröffentlicht ebenfalls zwei Versionen der PS3. Genau wie bei der 360 fehlt dem günstigeren Modell einiges: Die Festplatte ist nur 20 GB groß, während die teurere Version 60 GB bietet; außerdem hat nur die teure Version HDMi-Anschluss und eine Öffnung für die Speicherkarte. Nur Nintendo bleibt der Idee der Konsole treu, wird nur eine Version anbieten und auf unnötigen Multimedia-Schnickschnack verzichten. Ganz im Gegensatz zu Sony oder Microsoft: Während die PS3 nicht nur CDs, DVDs, sondern auch Blu-Ray schluckt und letzteres groß rausbringen will, macht die 360 das selbe, nur statt Blu-Ray eben mit HD-DVD. Da aber Microsoft unter allen Umständen vor Sony auf dem Markt sein will, wird HD-DVD nun halt nachgeschoben. Keine sehr glückliche Entscheidung, denn nicht nur fehlt der 360 ein HDMi-Anschluss, sondern durch den frühen Start hat Microsoft es verpasst, die 360 richtig gut zu testen, weshalb skandalös viele Konsolen ihren Geist aufgeben, obwohl viele Zocker ihr Gerät mit Samthandschuhen anfassen.


Japan: Microsofts Waterloo

8. Juli 2006

XBox 360 in Japan

Die meisten mögen mitbekommen haben, dass Microsofts letzte Konsole, die Xbox, in Japan wenig Resonanz bekam – höflich ausgedrückt! Da Hartnäckigkeit zu den Stärken der Firma Microsoft gehört, versuchte sie mit der Nachfolgerin „Xbox 360“ nochmals, den japanischen Markt zu knacken. Dabei spricht einiges für die 360: Microsoft zieht die Spendierhose an und drückte den Preis so tief gegen unten, dass die europäischen Spieler sich veräppelt fühlen müssten. Gerade mal 38.800 Yen kostet die 360, kein Vergleich zu den 399 € hierzulande! Außerdem kommt Sonys PS3 erst im Winter 2006 raus, während die 360 schon seit Ende 2005 in Japan erhältlich ist. Trotzdem bleibt die 360 ein Ladenhüter und verkauft sich sogar noch schlechter als die Vorgängerin. Warum? Folgende Gründe sind zu nennen:

  • Die 360 hat am Anfang kaum japanische Spiele gehabt und hat jetzt immer noch kein großes Spieleangebot japanischer Prägung. Alle japanischen 360-Spiele haben zudem bisher nicht zeigen können, dass sie das Zeug zum Systemseller haben. Ob die nächsten Spiele wie Blue Dragon die Kohle aus dem Feuer holen können?
  • Die 360 kommt gerade zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Dem DS (Lite) gehört die volle Aufmerksamkeit, kein anderes System ist derzeit so begehrt. Außerdem warten viele Kunden auf Nintendos Wii sowie Sonys PS3 und warten deshalb ab.
  • Westliche Produkte haben es in Japan schwer; wenn ein Produkt kein Prestige mit sich bringt, dann erst recht! Xenophobie? Darüber möchte ich nicht sinnieren. Microsoft muss die 360 wahrscheinlich so vermarkten, dass die Konsole zum Lifestyle gehört, dass sie ähnlich wie der iPod ein Must-Have ist. Nur leider ist das Ding ziemlich groß und macht verdammt viel Lärm.

Microsoft-Fans reden meist das katastrophale Abschneiden in Japan klein und weisen auf die Verkäufe in den USA und in Europa hin. Im Westen verkauft sich die Konsole tatsächlich ordentlich; dennoch wird es für Microsoft schwer, eine dominante Stellung in diesem Milliardengeschäft einzunehmen, wenn die Verkäufe in Japan nicht besser werden. Und das weiß Microsoft! Ohne ein gutes Fundament in Japan werden die großen japanischen Dritthersteller ihre besten Spieleserien nicht für die Xbox bringen wollen; und wenn doch, dann nicht exklusiv! Und mögen die EA-Spiele im Westen eine größere Rolle spielen als die meisten japanischen Spiele, so mangelt es der 360 an Spielevielfalt und kann vor allem die Gelegenheitsspieler nicht erreichen. Außerdem hat Microsoft nicht die gleiche Anzahl an eigenen Spieleproduktionen wie Nintendo oder Sony, obwohl sie in den letzten Jahren mehrere Firmen aufgekauft haben. Wie kann die 360 zu besseren Verkaufszahlen in Japan kommen?

Preissturz der XBox 360 in Japan

Offensichtlich wollen die Japaner die Konsole nicht einmal geschenkt: Die Software muss stimmen, um wenigstens in Japan zu retten, was noch zu retten ist. Mit großzügigen Vereinbarungen, bezahlten Aufträgen und technischer Hilfe könnte Microsoft ein paar Spiele für sich gewinnen. Noch wichtiger wäre aber ein Aufbau eines eigenen japanischen Entwicklerteams! Doch hat Microsoft die Geduld dafür? Wahrscheinlich wird man wieder das finanzielles Gewicht auf die Waage legen und ein paar japanische Firmen aufkaufen. Der Zeitpunkt käme gerade günstig, denn trotz des DS läuft es in vielen Firmen nicht rund, die Softwareverkäufe enttäuschen die Publisher, und manche Traditionsfirmen schreiben gar rote Zahlen. In bester Gesundheit befindet sich nur Nintendo, deren DS-Spiele unglaubliche Erfolge feiern. Ausgerechnet Nintendo! Hätten sie damals Microsofts Angebot für die Übernahme angenommen, könnte Microsoft Japan im Sturm erobern! Doch Nintendo bzw. der damalige Firmenchef Yamauchi lehnte das milliardenschwere Angebot ab. Zum Glück, denn seien wir mal ehrlich: Würde Nintendo, die notorisch innovative Firma, zu Microsoft passen, die sich trotz Forschungsgelder in Millardenhöhe vor allem dadurch auszeichnet, die Konzepte anderer zu übernehmen? Würde Nintendo, die nur auf das Videospiel fixiert ist, zur Microsoft passen, die zurzeit gleich in mehreren Fronten gegen Konkurrenten kämpft und dabei ähnlich wie Sony alle Sparten miteinander zu verbinden versucht?


Die PS3 muss schnell gegenüber der Xbox 360 aufholen

4. Juli 2006

Seit November 2005 können wir die sogenannten „Next Generation“-Spiele spielen, und zwar auf der Xbox 360, der ersten Konsole der neuen Generation. Die Verkäufe der 360 liefen jedoch eher mäßig, wenn man bedenkt, mit welchem Tamtam Microsoft den Generationenwechsel ankündigte. Verschiedene Gründe hindern Microsoft daran, den Vorsprung vor Sony und deren PS3 entscheidend zu vergrößern:

  • Microsoft hat die komplizierte Herstellung der 360 unterschätzt. Monatelang hat man in Europa und in den USA auf Nachschub gewartet, das Angebot hinkt der Nachfrage hinterher.
  • In Japan interessiert sich kaum einer für die 360. Microsoft hat es verpasst, gleich von Beginn weg genügend japanische Top-Spiele anzubieten. Der westliche Einheitsbrei aus Rennspielen und Shooter lockt kaum jemanden an.
  • Auch im Westen sorgt der mangelhafte Nachschub an Spielen für Langeweile. Dabei braucht Microsoft möglichst schnell gute Gründe, warum man 400 € für eine Konsole ausgeben soll, zudem die Spiele mit einem Preis von bis zu 70 € auch für viele zu teuer sind.
  • Viele Spieler sind mit der jetzigen Generation noch gut bedient; für die PS2 kommen noch eine Menge gute Spiele raus, und das Handheld-Geschäft läuft auf Hochtouren. Außerdem warten Sony-Fans auf die PS3, die Nintendo-Fans auf die Wii.

Microsoft wird sich noch anstrengen müssen, um den Vorsprung nicht allzu schnell aus der Hand zu geben, wenn Sony und Nintendo ihre neuen Konsolen lancieren. Das ist eigentlich die einzige positive Nachricht für Sony, denn ansonsten hat Microsoft vieles richtig gemacht und Sony ziemlich unter Druck gesetzt. Die PlayStation 3, Sonys neueste Konsole, hat zwei potenzielle Stolpersteine: Die Konsole kostet zu viel und wird am Anfang nur die Technikbegeisterten erreichen. Dazu hat die PS3 ein ähnliches Spieleangebot wie die 360, nur dass es kleiner ist, weil die 360 seit fast einem Jahr Spielenachschub bekommen hat. Trotzdem muss Sony die erwarteten 6 Millionen Geräte ab Herbst 2006 bis Ende März 2007 verkaufen, um nicht zu viel an Boden gegenüber Microsoft zu verlieren. Verliefe das Geschäft schleppend, würden die Dritthersteller wie Namco und Capcom wohl mit der Software-Unterstützung zögern und eventuell mehr Produkte für die anderen Konsolen veröffentlichen. Bisher hat Sony immer dadurch geglänzt, dass sie das breiteste Spieleangebot für ihre Konsolen bieten konnten. Doch die teure Spieleproduktion für die PS3 rentiert sich nur, wenn die PS3 über eine große Spielerbasis verfügt. Aber wird Sony gegenüber Microsoft aufholen können?

Auf alle Fälle pokert Sony sehr hoch und setzt die Hoffnung auf ihre Fans, die für Sony bluten und 599 € plus weitere Ausgaben für Spiele, Fernseher und Peripherie auf den Tisch legen müssen. Denn die Fans müssen wissen, dass ein Warten auf einen Preisfall Sony schaden wird. Je schneller Sony den Preis senken muss, desto mehr muss sie auf die PS3 draufzahlen, und desto tiefer und länger bleibt sie im roten Bereich. Nur wenn 6 Millionen Fans willig sind, Sony zu unterstützen und die überaus teure Software zu kaufen, wird Sony den Kampf um Marktanteile gegen Microsoft gewinnen.

Und Nintendo? Auch Nintendo benötigt einen guten Start, um schnell das Vertrauen der Dritthersteller zu gewinnen. Da Nintendo jedoch eine völlig andere Strategie wählt als Sony und Microsoft, muss sie nicht um die exakt gleichen Zielgruppen kämpfen, sondern kann sich auf diejenigen konzentrieren, die sich von der 360 und der PS3 nicht angesprochen fühlen: Kinder, Frauen, Menschen über 25 Jahren, Gelegenheitsspieler und unerfahrene, also ihre DS-Kunden, die gerne Spiele wie Nintendogs und Gehirn-Jogging auf dem Fernseher spielen wollen. Ob das DS-Konzept auch im Heimkonsolenbereich funktioniert? Zumindest hat Nintendo alles getan, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, sei es mit dem neuen, einfach zu bedienenden Controller, sei es mit der Abwärtskompatibilität für Cube-Spiele oder dem Virtual Console-Service, der die früheren Nintendo-Spieler ansprechen soll.