Am 4. Mai 2006 erblickte eine Seite namens Retro V das Licht der Welt. Drei Jahre, 220 Artikel und 738 Kommentare später, ist aus dem einstigen Blog über dies und jenes ein umfangreiches Kompendium rund um die faszinierende Welt der Videospiele geworden.
Dass aus Retro V mehr als nur ein Experiment geworden ist, liegt zum einen an dessen fleißiger Autoren-Crew, zum anderen an den Lesern, vorallem den Stammgästen, die diese mit ihren Kommentaren immer wieder aufs Neue motiviert haben.
Nun, da bin ich wieder. Nachdem ich mir eine (mehr oder weniger artig eingehaltene) Auszeit von mehreren Monaten gegönnt habe, die ich unter anderem mit dem Studium einiger in den Jahren davor zu kurz gekommener Spieleperlen verbrachte, werde ich den Retro V-Blog wieder frisch und voller Tatendrang unterstützen, auch wenn der eigentliche (Wieder-)Einstand schon mit der Veröffentlichung der ersten Teile der umfangreichen Super Mario-Retrospektive gefeiert wurde, für die ich aber nur schon vorhandenes Material auf den neusten Stand bringen und kurz mit dem Staubwedel drüber fahren musste. Da sich in dieser Zeit sehr viele potenzielle Themen angesammelt haben, von denen die meisten(zumindest meiner Meinung nach) keine eigenständigen Artikel rechtfertigen, aber doch nicht unangetastet und unkommentiert bleiben dürfen, möchte ich an dieser Stelle zwei in der jüngeren Vergangenheit gemachte Beobachtungen ansprechen und auch gerne die Leser dazu auffordern, uns an ihren derzeitigen Ärgernissen in der Welt der Videospiele und/oder der Community teilhaben zu lassen. Ich eröffne unsere kleine Gruppentherapie mit dem Stichpunkt…
Selbsternannte Hardcore-Spieler
Manchmal erscheint es mir, als ob die Wii das Schlimmste in vielen Videospielern zu Tage gebracht hätte. Das elitäre Getue selbsternannter Hardcore-Spieler, die sich von all diesen unwürdigen Casual-Spielern möglichst weit abgrenzen wollen, steht ganz oben auf der Liste trauriger Nebeneffekte, die mit dem Erfolg der Konsole einhergehen. Dabei verschwinden die Grenzen zunehmend und selbst der durchschnittliche 08/15-Zocker, der noch nie einen obskuren Japan-Titel, der im Heimatland nur in begrenzter Stückzahl erhältlich ist und niemals offiziell den Weg über das Meer finden wird, importierte, die PC Engine für ein vorsintflutliches Navigationsgerät hält und den Freunden ständig die für viel Geld erworbene Halo 3 – Legendary Edition (inklusive Master Chief-Helm) als Prunkstück seiner Sammlung vorstellt, sieht sich plötzlich als der absolute Hardcore-Zocker, in dessen linken Brusthälfte ein Dual Shock-Controller anstelle eines Herzens schlägt. Früher (aua, meine Knochen…) haben wir Mitmenschen als Hardcore-Spieler bezeichnet, die über die Tiefen eines Street Fighter II wissenschaftliche Arbeiten hätten verfassen können, kein Treasure-Spiel ohne vorherige Auswahl des höchsten Schwierigkeitsgrades angingen und – dies vor allen anderen Dingen – neuen Ideen und neuen Spielkonzepten stets aufgeschlossen gegenüberstanden. Heute genügt es, die Collectors Edition von Gears of War 2 drei Monate im Voraus bei einem Internethändler vorzubestellen, um sich in der Spielergemeinschaft aufspielen zu können. Wie sich die Zeiten und Ansprüche ändern können.
Internationale Foren-User
Es war in der Hochzeit der Revolution-Gerüchte und damit in der Mitte dieses Jahrzehnts, als die nach Neuigkeiten und Gerüchten gierende Fan-Schar dafür sorgte, dass ein paar Webseiten, von deren Existenz hierzulande nur eine eingeschränkte Gruppe wusste, nach und nach zu einer Anlaufstelle für jedermann mit einem bestimmten Grad an Englisch-Kenntnissen wurde. Und damit wurde ein sich bereits ausbreitender und wahrscheinlich gar nicht zu vermeidender Trend beschleunigt, der die Sprach- und Diskussionskultur in hiesigen Foren nachhaltig beschädigte. Kurz: Wenn heute in einem der populären Foren aus Übersee mal wieder aus einer Mücke einen Elefanten gemacht oder einfach nur die tägliche Sau durchs Dorf getrieben wird, dann ist auch stets eine Person dabei, der die Mücke bzw. die arme Sau auch in unser Dorf bringt. Ich habe immer meine Bedenken, wenn es um die Größe und damit Bedeutung derart großer Plattformen geht, die leider dazu neigen, Gruppendenken stark zu begünstigen. Hat etwa ein Spiel einmal einen bestimmten Stempel aufgedrückt bekommen, so kann sich diese Meinung weit über die Grenzen der besagten Plattform verbreiten, womit die einzelne Meinung dieses Forums, das selbst einer Gruppendynamik unterliegt, allmählich den Status eines Faktums einnimmt. Überhaupt ist es bedenklich, welch hohen Status manche dieser Foren inzwischen genießen, so dass User auch nicht davor zurückschrecken, ihre eigene Identität ein Stück weit aufzugeben und sich sprachlich (Immer daran denken: In US-Foren so oft wie möglich Satzverstärkungswörter wie „Fuck“ und „Shit“ in all ihren wunderbaren Variationen verwenden) wie inhaltlich der Mehrheit annähern. Schade für den User, aber dies wäre für sich genommen kein größeres Ärgernis, wenn die Anpassung nicht auch nachher in deutschsprachigen Foren spürbar wäre. Es tut mir immer Leid, wenn ich mit ansehen muss, wie ein stets mit lesenswerten und interessanten Beiträgen glänzender User plötzlich zu einer GIF- und Phrasen-Schleuder verkommt und letztendlich zu einer Nummer unter vielen wird. Der schlimmste anzunehmende Fall ist aber eine Mischung aus Foren-Äffchen und der oben genannten Sorte von „Hardcore-Spieler“. Das sind dann jene Personen, die die Foren mit total fundierten und knallhart recherchierten „News-Meldungen“ von den „Journalisten“ bei Kotaku zumüllen…
„Dead Space“
Die Dead Space-Ankündigung von Electronic Arts entlockte den Wii-Besitzern einen stillen Freudenschrei, schließlich unterscheidete sich die Mitteilung ganz erheblich von den Neuankündigungen, mit denen Käufer der Konsole sonst so abgespeist werden. Die Wii bekommt keinen Port, sondern eine völlig auf die Fähigkeiten der Hardware zugeschnittene Neuentwicklung spendiert. An der neuen Episode werkelt nicht etwa irgend ein unfähiger D-Klasse-Entwickler, der in der Vergangenheit an billigen Mario Kart-Klonen arbeitete, sondern das Originalteam des HD-Vorgängers. Und zu guter Letzt wird man intelligten Gebrauch von der Wiimote machen, womit der Titel eine Vorreiterrolle für alle Dritthersteller-Spiele auf der Nintendo-Konsole hätte einnehmen können. Hätte, weil EA das Spiel in einen On-Rail-Shooter verwandelt, einem Genre, von dem es auf der Wii bereits jetzt nicht gerade an guten Titeln mangelt und damit der gerade einsetzende Hype um das Spiel mit einem Schlag zerstört wurde. Das ist in etwa vergleichbar mit einem in Führung liegenden Teilnehmer des 100-Meter-Laufs, der wenige Schritte vor dem Ziel und Gewinn der Goldmedaille umdreht und zurück in die Kabine läuft. Natürlich soll hier keine Vorverurteilung des eigentlichen Spiels stattfinden, welches eventuell richtig toll werden könnte. Aber ich (und ich wette, hier spreche ich einer großen Anzahl an Lesern aus der Seele) hätte mich nach einem Spiel in der Art des HD-Ablegers, mit den Vorteilen der Wiimote-Steuerung ausgestattet, gesehnt, schließlich gibt es Produkte dieser Art und in der versprochenen Qualität nicht allzu häufig auf der Wii von Seiten der Dritthersteller. Die erhoffte Signalwirkung ist dahin, beziehungsweise wurde mit dieser Entscheidung ein ganz und gar nicht erwünschtes Signal ausgesendet. Wie sich das Spiel nun an der Kasse schlagen wird, darüber darf orakelt werden.
Wie schon in den Vorjahren rekapitulieren wir Retro V-Autoren auch dieses Mal anlässlich des Jahresendes und küren jeweils drei unserer Lieblingswerke der vergangenen 365 Tage. Für Retro V mag das Jahr 2008 sowohl im Hinblick auf die Besucherzahlen als auch der Anzahl an Beiträgen kein solcher Höhenflug gewesen sein wie 2007, aber das ist ehrlich gesagt auch kaum mehr möglich.
Glücklichweise bekamen wir dieses Jahr Unterstützung von Dr. Snuggles, einem Zocker alter Schule, der uns mit seinem Fachwissen (vorallem im Bezug auf Retro-Spiele) zur Seite stand. Seine Reihe „50 Jahre Videospiele – Wie die Pixel laufen lernten“ gehört mit Sicherheit zum Besten, was Retro V zu bieten hat und stellt eine umfangreiche Retrospektive dar, wie es sie in der noch jungen Geschichte dieses Blogs noch nicht gegeben hat. Von meiner Seite geht also ein großes Dankeschön an Dr. Snuggles, genauso aber auch an Neo C., welcher sich trotz Unistress bemühte, meinen Ansprüchen gerecht zu werden. Und wo wir gerade bei den Retro V-Autoren sind: Auch Oliver Sautner wird uns im neuen Jahr wieder zur Seite stehen, die Zeichen für ein erfolgreiches 2009 stehen also alles andere als schlecht.
Ein Dank geht außerdem an alle, die uns mit ihren netten oder vielleicht auch weniger netten Kommentaren angetrieben haben, weiterhin fleißig Artikel zu verfassen. Zu unseren Stammgästen zählen dabei ness, Mr. Nutz, piccolo-junior und Cube. Ein großes Dankeschön geht natürlich auch an kaneda, welcher entsprechend meiner Vorlage einen wunderschönen neuen Header im Mother-Design entwarf.
Nun aber genug der Schmeicheleien, Zeit für ein wenig Eigenlob. Wir präsentieren euch nun unsere „Top of the Posts“, angefangen mit Dr. Snuggles…
Das Thema Spielhalle interessiert mich einfach sehr und ich finde es sehr schade, dass diese Kultur in Deutschland so gut wie nicht existiert und wir hier unter einer Spielhalle etwas ganz anderes verstehen, als z.B. in Japan. Aber leider scheint der Niedergang der klassischen Spielhalle, sogar in den USA, nicht mehr aufzuhalten zu sein. Aktuelle Konsolen werden einfach immer leistungsfähiger und an exotischen Controllern mangelt es auch nicht mehr (Lenkräder, Gitarren, Joyboards, usw.).
Ich liebe gut gemachte Updates von klassischen Games. Manche Retro-Spiele sind nach einigen Jahren doch recht eingestaubt und spielerisch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Was liegt da näher, als ein geniales Spielprinzip aufzugreifen und technisch auf den aktuellen Stand zu bringen. Wenn das Ganze mit Respekt vor dem Original passiert, habe ich dagegen nichts einzuwenden. Besonders gelungen finde ich das Ghouls ´n Ghosts-Update für die PSP.
Neben der PC Engine meine absolute Lieblingskonsole. Geniale 2D-Grafik, kraftvoller Stereo-Sound – einfach ein Spielhallenautomat für zu Hause. Da kann kein SNES oder Mega Drive mithalten und für Action-Fans gibt es sowieso nichts besseres. Allein schon das schlichte, elegante Design der Konsole fasziniert mich jedesmal wieder. Spiele wie Metal Slug oder King of Fighters entfalten erst auf dem Neo Geo (mit original Joyboard) ihren ganzen Reiz.
Eigentlich war ich mit dem von Otaku vorgeschlagenen Thema ganz zufrieden, zumal die Vorgaben eher lose sind. Etwas betrübt bin ich allerdings, dass eine ganze Reihe Missverständnisse aufgetaucht sind, wie ich in den Kommentaren gelesen habe. Vielleicht habe ich mich nicht klar ausgedrückt, wie ich diese Top 10 zusammengestellt habe. Deshalb hier einige Bemerkungen zu den Fragen, frei und lose in der Reihenfolge:
- Ich habe schon vor der Erscheinung des NES in Europa Videospiele gezockt. Die Gründe für die mangelhafte Berücksichtigung der Klassiker (Ausnahme: Colonization) sind vielfältig: Die genannten Spiele sind noch frisch im Gedächtnis, ich kann jederzeit sagen, was gut und was schlecht an diesen Spielen sind; viele Klassiker kann ich nicht mehr in ihrer Qualität überprüfen, da ich die meisten alten Spiele an Verwandte verschenke; spiele ich jedoch einen Klassiker auf der Virtual Console (wie zum Beispiel Shining Force), so stelle ich fest, dass ich gegenüber alten Spiele sehr milde in der Bewertung bin – und zwar nicht nur im technischen, sondern auch im spielerischen Bereich. Jüngere Spieler werden jedoch nicht verstehen, warum ich bestimmte alte Spiele sehr schätze, denn vieles hat ihren Reiz vor allem in der historischen und wohl auch nostalgischen Betrachtung. Das heisst jedoch nicht, dass ältere Spiele schlechter seien als die zehn von mir genannten, womit wir zum zweiten Punkt kommen.
- Da ich eine Top-Ten-Liste erstellen sollte, musste ich eine Reihenfolge wählen. Aber wenn ich ehrlich bin, sagt die Reihenfolge kaum etwas aus. Ich lieferte deshalb keine Anhaltspunkte, warum ein Spiel nun auf Platz 5 statt auf Platz 2 steht. Ich kann die Spiele in den meisten Fällen auch kaum vergleichen, schliesslich sind es Spiele in unterschiedlichen Genres mit unterschiedlicher Spielphilosophie. Natürlich spiele ich wohl einige Spiele lieber als andere, aber so fix sind die Platzierungen nicht.
- Top-Ten-Listen sind nicht fair. Viele Spiele, die ich nicht berücksichtigt habe, hätten es auch verdient, erwähnt zu werden. Damit sind vor allem viele ältere Spiele gemeint. Mit der Liste möchte ich jedoch auch auf Spiele aufmerksam machen, die auf dem Markt erhältlich sind und nur auf weitere Kunden warten. Ich hoffe, einige Leser versuchen sich an den erwähnten Spielen und finden Gefallen an diesen.
Regelmässig geben Händler und Publisher zu verstehen, dass zu viele Spiele auf dem Markt seien. Klemens Kundratitz von Media Koch zum Beispiel meint, es erscheinen zu viele DS-Spiele. Damit sinken auch die Umsätze der einzelnen Spiele. In diesem Beitrag weise ich darauf hin, dass ein entscheidender Faktor zu oft nicht genügend berücksichtigt wird. Die Zahl der Regalplätze hat grosse Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden und auf die Verkaufschancen der Spiele. Gäbe es mehr Platz in den diversen Läden, würden viele Spiele auch länger im Regal stehen. Tatsache ist, dass in einem CD-Laden auch ältere CDs und viele Nischenprodukte zum Verkauf stehen, während Videospieler in den meisten Läden nur die Bestseller und die neuesten (geläufigen) Spiele finden.
Als angehender Historiker bin ich sehr an die Entwicklung der Videospiele interessiert. Als Historiker weiss ich auch, dass man den Verlauf der Dinge immer unterschiedlich interpretieren kann. Kurz: Geschichtsbetrachtung ist nicht absolut, andere Meinungen müssen respektiert werden. Revisionen gehören deshalb dazu. Allerdings sollen sich alle Beteiligten einer Debatte an die Fakten halten. In diesem Beitrag habe ich mich auf die geläufigsten Formen des Revisionismus und auf Beispiele zu den Nintendo-Produkten konzentriert, aber auch die anderen Konsolen sind von den Geschichtsverdrehungen nicht verschont geblieben.
Es gibt einige Spiele, denen angesichts ihrer Qualität viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde und die ich am liebsten jedem Videospieler aufs Auge drücken würde. Donkey Kong Jungle Beat ist eines dieser Spiele, Drill Dozer ein weiteres. Seit der Enthüllung dieses Projekts aus dem Hause Game Freak (sonst stets damit beschäftigt, das nächste Pokémon-RPG rauszupumpen) wartete ich auf einen PAL-Release, leider vergebens. In spielerischer Hinsicht ist dies völlig unverständlich, gehört Drill Dozer doch zu den kreativsten und cleversten Titeln der Spielebibilothek des GameBoy Advance. Doch leider sprachen die Verkaufszahlen für sich und das ambitionierte Projekt der Pokémon-Entwickler schaffte es niemals nach Europa. Ich jedenfalls bekam nach dem Import der US-Version nicht genug von dieser kleinen Perle und war glücklich, sie über Retro V einem breiteren Spektrum von Spielern näherzubringen.
Nach dem Konsum des fast 600-seitigen Wälzers „The Ultimate History of Video Games“ von Steven L. Kent juckte es mir in den Fingern wie selten zuvor und ich musste die Epoche, welche mich in diesem Buch am meisten faszinierte, nämlich das Zeitalter der Spielhallen-Klassiker, unbedingt noch einmal in eigenen Worten rekapitulieren. Herausgekommen ist eine äußerst nette Zusammenfassung der Hintergründe rund um Pac-Man, Donkey Kong und Co. und einer dieser Artikel, die ich (wie ich zu sagen pflege) „selbst am liebsten lese“.
Als mein 18. Geburtstag immer näher rückte, richtete sich mein nostalgisch verklärter Blick auf meine rechtlich gesehen bald enden würdende Jugend, welche wohl durch nichts mehr geprägt wurde, als durch Videospiele, direkt wie indirekt. Statt nur die Höhepunkte meiner Zockerkarriere abzuklappern, hatte ich zum einen das Ziel, zu zeigen, wie Videospiele einen Menschen in positiver Weise beeinflussen und prägen können, zum anderen, wie sich die Haltung eines Spielers zu den Spielen über die Jahre verändert. Ich schnappte mir also wenige Tage vor meinem Geburtstag ein Stück Papier und einen Bleistift und schrieb unter der spanischen Sonne von Torrevieja ein fast 1800 Wörter starkes Essay und tippte dieses in der Nacht vor meinem Geburtstag ab, sodass es pünktlich am 24. Juli online gehen konnte. Wie man an der Platzierung sehen kann, war ich äußerst zufrieden mit dem Endergebnis.
Retro V wünscht allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2009!
Retro V wünscht all seinen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest mit vielen Geschenken und gutem Essen und einen gesunden Start in das kommende Jahr 2009!
Natürlich darf ich als selbsternannter Retro-Experte und mit über 30 Jahren Lebenserfahrung im beinahe biblischen Gamer-Alter meinen verehrten Kollegen in Nichts nachstehen. Holt schonmal die Taschentücher raus. Wer beim Lesen meiner Top 10-Liste nicht die eine oder andere Träne der Rührung vergießt, muss buchstäblich ein Herz aus Stein haben oder aber mit klassischen Videospielen rein gar nichts anfangen können.
Platz 10: Parodius (SNES)
Der seitlich scrollende Fun-Shooter von Konami erschien, wie damals üblich, zuerst in der Spielhalle und schaffte es wenig später auch auf die zu dieser Zeit erhältlichen Konsolen. Jedesmal wenn ich mein in Würde angegilbtes Super NES für eine Game-Session vom Speicher hole, muss ich diesen Klassiker einfach in den Modulschacht schieben. Ich kenne nur wenige Shooter, in denen man auf ähnlich verrückte und witzige Gegner trifft wie bei Parodius (mal abgesehen von den obskuren PC Engine-Shootern Ai Choaniki und Toilet Kids). Fliegende Oktopusse, Papageien in Admiralskostümen oder ein Luftschiff mit einem Katzenkopf als Gallionsfigur und das alles gepaart mit der grandiosen Spielbarkeit von Gradius. Spiele mit einem derart abgedrehten Humor können einfach nur aus Japan kommen. Schade nur, daß es die drei Nachfolger (darunter ein Sexy Parodius) nie offiziell nach Deutschland geschafft haben.
Platz 9: Metal Slug 3 (Neo Geo)
Der dritte Teil der nicht ganz ernst zu nehmenden Kriegs-Shooter-Reihe vom Neo Geo-Erfinder SNK gehört für mich ganz klar in den Olymp der Videospiele. Geniale 2D-Action, gepaart mit liebevoll handgezeichneten Hintergründen und zeichentrickreifen Animationen. Teilweise ist es wirklich schade, dass man so durch die Levels gehetzt wird und sich gegen die wild ballernde Gegnerschahr erwehren muss. Da bleibt leider viel zu wenig Zeit, um sich die trottelig agierenden Soldaten mal näher anzusehen. Es gibt nur wenige Bitmap-Grafik-Spiele, in die soviel Liebe zum Detail geflossen ist. Ganz zu schweigen von den bildschirmfüllenden und teilweise beinharten Zwischen- bzw. Endgegnern. Allein oder zu zweit ist Metal Slug 3 eine echte Spielspaßgranate und ein absolutes Muß für traditionsbewusste Action-Fans.
Platz 8: Snatcher (Mega CD, PC Engine)
Bei Snatcher handelt es sich um ein klassisches Adventure, geschaffen vom Metal Gear-Erfinder Hideo Kojima. Was mich an diesem Titel besonders fasziniert, ist das an Film-Klassiker wie „Alien“ oder „Blade Runner“ erinnernde Cyberpunk-Setting. Geniale Zwischensequenzen im Anime-Stil wechseln sich mit teilweise recht derben Splatter-Effekten ab und an die anfangs noch etwas hakelige Menü-Steuerung hat man sich im Nu gewöhnt. Nicht nur Science Fiction-Fans sollten sich deshalb diesen (leider immer noch recht unbekannten) Klassiker schleunigst besorgen. Die Kopfnüsse sind dabei stets fordernd, aber auf keinen Fall unlogisch und nach ein bisschen Grübeln kommt man irgendwann immer auf die richtige Lösung. Kleine Anekdote am Rande: Ein kleiner Android namens „Metal Gear“ hat in diesem Klassiker seinen ersten großen Auftritt.
Platz 7: Resident Evil 4 (GameCube)
Als ich die ersten Screenshots zu Resident Evil 4 sah, war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht darüber, dass sich Capcom von dem bisher eher gemächlichen Schleich- und Grusel-Prinzip der Vorgänger entfernte und den Fous doch klar in Richtung actionbetontem Third-Person-Shooter gerichtet hatte. Zwar hatte sich die Spielereihe deutlich von seinen Wurzeln entfernt, aber bereits nach wenigen Spielminuten waren meine anfänglichen Bedenken wie weggeblasen. Die gruslige Atmosphäre zog mich erneut in seinen Bann und die jetzt in ganzen Horden heranstürmenden Gegner wurden geradezu angsteinflössend in Szene gesetzt. Ich sage nur Kettensäge! Die sporadisch eingesetzten „Quicktime Events“ konnten mich genauso überzeugen, wie der sehr atmosphärische Soundtrack. So muss ein modernes Re-Design einer traditionsreichen Spiele-Serie aussehen.
Platz 6: Mario Kart: Double Dash!! (GameCube)
Zu Mario Kart muß ich wohl nicht mehr viel sagen. Überzeugte mich beim SNES-Erstling bereits die hervorragende Spielbarkeit, so konnte die GameCube-Episode meiner Meinung nach locker noch eine Schippe Spielspaß drauflegen. Dank des intuitiven Zwei-Spieler-Konzepts entwickelte sich Double Dash!! rasch zu meinem absoluten Lieblings-Partyspiel. Zusammen mit ein paar Kumpels macht dieses Game auch heute noch enorm viel Spaß und muss sich keinesfalls hinter dem (meiner Meinung nach) etwas schwächeren Wii-Nachfolger verstecken. Die harten Bildschirmgefechte arten da schonmal schnell in wilde Wortgefechte aus. Da kann eigentlich nur noch Bomberman mithalten.
Platz 5: Guitar Hero 3: Legends of Rock (u.a. Xbox 360)
Ich muss zugeben, zuerst habe ich die herumhampelnden Guitar Hero-Spieler etwas belächelt. Es sieht schon ziemlich absurd aus, wenn erwachsene Menschen mit einer kleinen Plastikgitarre vor dem Fernseher stehen und im Takt der Musik herumzappeln. Meine Vorurteile gegenüber diesem Spiel musste ich allerdings ganz schnell begraben. Kaum hatte ich den Controller zum ersten Mal umgeschnallt und die ersten Noten richtig getroffen, hat mich das Spiel blitzschnell in seinen Bann gezogen. Es ist einfach ungemein motivierend, wenn man es erstmals schafft, einen Songs nahezu fehlerfrei zu spielen und dann vom tobenden Bildschirm-Puplikum bejubelt zu werden. Sein ganzes Potential entfaltet Guitar Hero aber wie so oft erst, wenn man zusammen mit einigen Mitspielern vor dem Bildschirm abrockt. Luftgitarre war Gestern. Heute wird einfach die Plastik-Klampfe aus dem Schrank geholt und losgejammt.
Platz 4: Lords of Thunder (PC Engine, Mega CD)
Dieser horizontal scrollende Fantasy-Shooter war für mich damals der Hauptgrund, mir ein Exemplar der japanischen Exoten-Konsole PC Engine zu besorgen. Beeindruckt hat mich von Beginn an vor allem die für 8-Bit-Verhältnisse wirklich fantastische Grafik. Angefangen bei den wunderschön gezeichneten Hintergründen bis hin zu den sehr abwechslungsreichen Gegnern stimmt hier einfach alles. Aber das Beste an Lords of Thunder ist definitiv der hammerharte Hardrock-Soundtrack in CD-Qualität. Allein die Musik (die man zu dieser Zeit übrigens noch direkt in seinem CD-Player abspielen konnte) wäre schon den Kaufpreis wert gewesen. Abgerundet wird das Ganze durch ein intelligentes Level-Design und einen knackigen aber glücklicherweise niemals unfairen Schwierigkeitsgrad. Lords of Thunder spielt für mich ganz klar in einer Liga mit Genregrössen wie Axelay, Thunder Force oder Gradius.
Platz 3: Contra III: The Alien Wars (SNES)
Contra III (oder Super Probotector, wie es hierzulande hieß) ist wohl das, was man einen zeitlosen Klassiker nennt. Gerade zu zweit spielt dieses hervorragende Jump´n Shoot von Konami seine ganze Klasse aus. Atmosphärische Hintergrundgrafiken, clever agierende Gegner und wohl einige der unvergesslichsten Endbosse der Videospielgeschichte. Als Beispiel will ich hier nur die Riesenschildkröte oder die beiden Terminator-ähnlichen Kampfroboter nennen. Die orchestrale Sound-Untermalung trägt zudem enorm zum Spielspaß bei. Hat man sich erstmal an den teilweise heftigen Schwierigkeitsgrad gewöhnt, erwartet den Spieler ein sehr ausgereiftes und motivierendes Action-Spiel. Dieser Titel sollte wirklich in keiner ernsthaften Spielesammlung fehlen.
Platz 2: Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge (PC)
Zu diesem anerkannten Klassiker muß ich wohl keine Worte mehr verlieren. Wer nur ein bisschen was mit Point-and-Click-Adventures anfangen kann, wird die Monkey Island-Reihe und besonders den zweiten Teil lieben. Der ironische bis bissige Humor dieser vierteiligen Serie ist einfach legendär. Die absurden Abenteuer um den trotteligen Möchtegern-Piraten Guybrush Threepwood bringen mich auch nach so vielen Jahren immer noch zum lachen. Schade ist nur, daß LucasAarts sich bereits vor etlichen Jahren dazu entschlossen hat, dem Adventure-Genre den Rücken zu kehren. Aber die nach wie vor riesige Fan-Basis (inklusive mir) hofft immer noch auf einen würdigen Nachfolger.
Platz 1: Tetris (u.a. Game Boy)
Tja, was soll ich sagen? Tetris bringt meiner Meinung nach alles mit, was ein moderner Spiele-Klassiker haben muß: Das Spielprinzip ist leicht verständlich und für alle Altersgruppen geeignet, bietet dabei aber genug Spieltiefe, um über einen langen Zeitraum zu motivieren und besonders gegen menschliche Gegner (via Link-Kabel oder auf dem Nintendo DS online über Wi-Fi Connection) kann sich bis heute kaum jemand dem Charme dieses genialen Knobelspiels erwehren. Der beste Beweis dafür, daß gute Spiele nicht zwingend mit bombastischer HD-Grafik und digitalem Surround Sound aufwarten müssen. Für mich ein nicht tot zu kriegender Klassiker und wohl für immer meine absolute Nummer 1.
Gelangweilt von den ewig gleichen Spielen in den Top-10-Listen? Dann schaut euch mal diese Auflistung an! Subjektiver geht’s nimmer, und das ist auch gut so…
Die vielen „Top 10“ zu Videospielen auf allen möglichen Seiten haben in der Regel eines gemeinsam: Sie sind stockkonservativ und nennen meistens die ewig gleichen Spiele. Der Grund ist verständlich, denn die besten Spiele gehören oft zu den populärsten. Aber viele Spiele sind fast genau so gut oder gar besser, leider verschwinden diese aus verschiedenen Gründen aus den alltäglichen Diskussionen. Meine Top-10-Liste enthält sowohl populäre als auch weniger bekannte Spiele, schliesslich spiele ich nicht nur diejenigen mit den grössten Werbebudgets. Die Liste entspricht meiner jetzigen Wahrnehmung: Sowohl neue Spiele als auch veränderte Vorlieben führen dazu, dass eine solche Auflistung bei mir nie lange gleich bleibt. Schliesslich möchte ich darauf hinweisen, dass ich keinen Unterschied zwischen PC- und Videospielen mache, denn sie sind im Kern ja das Gleiche.
Platz 10: Colonization (PC)
Colonization von der Strategie-Spiel-Legende Sid Meier ist die beste Strategie- und Wirtschaftssimulation, die ich je gespielt habe. Gewiss entspricht das Spiel eher meinem Naturell als das bekanntere Civilization, das mehr auf Militär und diplomatisches Geplänkel setzt. Nur zu dumm, dass meine letzte und ultimative Strategie die Grenzen des doch schon recht alten Spiels sprengte, denn zu grosse Truppen und zu grosse Städte sollte der Hobbystratege nicht aufbauen, sonst verweigert das Spiel das weitere Wachstum.
Platz 9: Ikaruga (Dreamcast, GameCube, Arcade)
Als Treasure-Fan möchte ich zwar am liebsten mehrere Spiele von diesen tollen Entwicklern empfehlen, aber Ikaruga hebt sich von den anderen durch eine grossartige, künstlerisch ambitionierte Darstellung und eine motivierende Spielbalance hervor.
Platz 8: Etrian Odyssey (Nintendo DS)
Extrem hoher Schwierigkeitsgrad, sehr auf Old-School bedacht, und überaus putzige und niedliche Charaktere: Das ist Etrian Odyssey. Das Spiel frisst die Zeit der Spieler wie kein anderes und würde eine höhere Platzierung in meiner Liste haben, wenn das Nachspiel nicht so unglaublich unfair wäre. Trotzdem warte ich sehnlichst auf das Nachfolgespiel und ärgere mich, dass Nintendo und Atlus den zweiten Teil noch nicht für Europa angekündigt haben. Zwing mich bloss nicht dazu, das Spiel zu importieren! Ich möchte schliesslich den hiesigen Markt unterstützen…
Platz 7: Castlevania: Portrait of Ruin (Nintendo DS)
Die Castlevania-Reihe weist eine hohe Qualität auf und ist gleichzeitig umstritten. Obwohl das Gameplay der 2D-Spiele seit Symphony of the Night im Kern gleich bleibt, streiten sich die Leute ewig in der Frage, welcher Teil der beste ist. Portrait of Ruin wird von einigen verschmäht, von anderen geliebt. Ich finde, das Spiel ist spielerisch besser als die Vorgänger.
Platz 6: Pro Evolution Soccer 2008 (Wii)
Völlig neues Gameplay, fast perfekte Nutzung des Wii-Controllers. Gebt dem Spiel eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen.
Platz 5: Super Smash Bros. Brawl (Wii)
Das Spiel macht Spass, hat einen riesigen Umfang, und kann auf eine heitere und lockere Art gespielt werden. In meinem Alter achte ich vermehrt darauf, dass ich Spiele in meiner Sammlung habe, die auch andere, nicht so fokussierte Spielerinnen und Spieler ansprechen können. In diese Kategorie passt Brawl sehr gut.
Platz 4: The Legend of Zelda: Four Swords Adventure (GameCube)
Man kann es nicht anders sagen: Die Gamecube-GBA-Connectivity war kommerziell ein Flop, kaum ein Spiel unterstützt es. Dass die Idee an und für sich genial ist, beweist Four Swords Adventure. Wer die Möglichkeit hat, zu dritt oder zu viert das Spiel zu spielen, kommt zu einem überwiegend positiven Urteil. So viel Spass und so viel Teamgeist in einer Gruppe bietet kaum ein anderes Spiel.
Platz 3: Advance Wars: Dual Strike (Nintendo DS)
Tut mir leid, dass ich nicht den strategisch variantenreicheren Nachfolger nenne, aber auf die Spieloption “Kampfgebiet” kann ich nicht verzichten, weshalb Dual Strike für mich den Höhepunkt der Reihe darstellt.
Platz 2: Street Fighter Alpha 2 (SNES, Sega Saturn, Playstation, Arcade)
Ich habe in den letzten 16 Jahren viel Street Fighter gespielt. Einen wirklichen Favoriten habe ich nicht, deshalb steht Alpha 2 stellvertretend für alle anderen Teile, mit denen ich Stunden über Stunden verbracht habe. Warum also Alpha 2? Weil Sakura hier ihren ersten Auftritt hat und die Spielbalance in diesem Spiel relativ ausgewogen ist.
Platz 1: Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift (Nintendo DS)
Ich mag Tactics Ogre sehr, und ich hatte Mühe mit Final Fantasy Tactics Advance für den GBA, dem Vorgänger, denn vorallem die Spielweise mit dem strengen Richter behagte mir nicht. Das Nachfolgespiel gefällt mir hingegen sehr: Die Auswirkung eines Fehlverhaltens wird nicht mehr mit einem Gefängnisaufenthalt bestraft, und die Präsentation mit zwei Bildschirmen macht das Geschehen deutlich übersichtlicher.
Diesmal schreiben die Retro V-Autoren über sich: In nächster Zeit werden wir jeweils unsere zehn persönlichen Lieblingsspiele präsentieren, um den Lesern einen Einblick in unsere Videospielwelt zu verschaffen. Den Anfang werde ich, Otaku1990, mit meinen gerade mal 12 Jahren Spielerfahrung, tun. Eine Anmerkung noch: Die Titel auf unseren Listen wurden nicht unbedingt nach spielerischer Qualität geordnet, sondern haben ihren jeweiligen Platz auf ganz eigene Weise errungen. Fühlt euch also bitte nicht angegriffen, sollte eines eurer Lieblingsspiele auf einem niedrigen Platz landen.
Platz 10: Super Mario Galaxy (Wii)
Es gibt keinen besseren Weg, als eine Top 10-Liste mit einem richtigen Knaller zu starten. Alles, was ein gutes Videospiel ausmacht, steckt in diesem Meisterwerk: Die Grafik ist bildhübsch, der Soundtrack gehört zu den besten Game-OSTs aller Zeiten, jedes Level sprudelt nur so von Kreativität und was am wichtigsten ist: Super Mario Galaxy macht einfach nur jede Menge Spaß!
Statt das Super Mario 64-Konzept ein weiteres Mal neu aufzulegen, trafen Shigeru Miyamoto und Co. die richtige Entscheidung und taten einen Schritt zurück – und damit einen gewaltigen Schritt nach vorne. Super Mario Galaxy spielt sich zwar geradliniger, dafür aber flotter als seine Vorgänger und hört dabei niemals auf, den Spieler mit einer Überraschung nach der anderen zu beeindrucken. Um das Navigieren durch die verschiedenen Galaxien so einfach wie möglich zu gestalten, wurde die Steuerung wieder einmal ein Stück perfektioniert, wozu auch der eingeschränkte, aber umso mehr zum optimalen Spielgefühl beitragende Einsatz der Wiimote-Fähigkeiten gehört. Meiner Meinung nach stellt Super Mario Galaxy den bisherigen Höhepunkt dieses Videospieljahrzehnts dar und wird es wohl auch bleiben.
Der Grund, warum es dieses Meisterwerk nach all dem Lob „nur“ auf Platz 10 geschafft hat, ist im Übrigen der, dass Super Mario Galaxy noch relativ frisch ist und daher noch nicht allzu viel Zeit hatte, mir ans Herz zu wachsen (immerhin stellt der Titel das jüngste Spiel auf dieser Liste dar). Wer weiß, auf welchem Platz ich es in ein paar Jahren ansiedeln werde…
Platz 9: Banjo-Kazooie (Nintendo 64)
Dürfte ich für den Rest meines Lebens nur noch einen Rare-Titel zocken, dann wäre es Banjo-Kazooie. Wo Super Mario 64 Pioniersarbeit geleistet hatte, schöpfte dieses Nintendo 64-Spiel beinahe jegliches Potenzial des damals noch neuen 3D-Jumper-Genres aus. Ich weiß gar nicht so recht, was ich an dem ersten Banjo-Teil zuerst loben sollte: Vielleicht den überaus witzigen Humor des Spiels, die herrlichen Charaktere, die enorme Abwechslung (welche vorallem durch die zahlreichen Verwandlungsmöglichkeiten der Protagonisten gewährleistet wurde), das motivierende Erlernen von Moves oder Grant Kirkhopes exzellente Soundtrack-Kompositionen, bei denen man nicht anders kann, als mitzupfeifen. Vielleicht die diversen Kleinigkeiten, welche diesen Titel so unvergesslich machen, wie die Cheat-Sandburg, das geheime Puzzle-Minispiel oder Gruntildas Quiz gegen Ende des Spiels. Eines jedoch ist sicher: Banjo-Kazooie motivierte seinerzeit ungemein und stellte deshalb auch für mich das erste Videospiel dar, welches ich nicht wieder aus dem Catridge-Schacht ziehen mochte, bis ich es wirklich komplett durchgespielt hatte. Man könnte also sagen, dass sich meine Wandlung vom Kind, das hobbymäßig gerne Videospiele spielte, hin zum „Hardcore Gamer“ mit Banjo-Kazooie erstmals angekündigt hat. Ob das nun positiv oder negativ bewertet werden sollte, sei mal dahingestellt…
Platz 8: Metroid Prime (GameCube)
Traurig aber wahr: Metroid Prime für Nintendos lila Spielewürfel stellte meine erste wirkliche Berührung mit der Metroid-Reihe dar. Super Metroid hatte ich zuvor höchstens angespielt (dies änderte sich natürlich spätestens nach dem Durchspielen von Prime), weshalb der Sprung der Serie in die dritte Dimenstion auf mich keine solche Wirkung hatte, wie bei den Samus-Fans der ersten Stunde. Dennoch überzeugten mich die spielerischen Qualitäten dieses First-Person-Adventures wie jeden anderen auch, was man an der Platzierung in meiner persönlichen Top 10 deutlich sehen kann. Dieses Werk aus der Spieleschmiede Retro Studios gehört zu den atmosphärischsten Titeln, die ich je gespielt habe und fängt das Gefühl der vollkommenen Isolation, ein Markenzeichen der Metroid-Titel, perfekt ein (was wiederum Beweis genug dafür ist, dass der Sprung in die dritte Dimension gemeistert wurde). Eine enorm detaillierte grafische Präsentation, Gänsehaut-erzeugende Musik, ein fordernder Schwierigkeitsgrad und eine ungewöhnliche, aber nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergehende Steuerung machen Samus‘ erstes 3D-Abenteuer zu einem Meilenstein dieses Videospieljahrzehnts. Die Nachfolger Echoes und Corruption sind zwar ähnlich bzw. mindestens genauso gut wie der Erstling, doch nichts geht über den „Wow“-Effekt des ersten Ablegers.
Platz 7: Donkey Kong Jungle Beat (GameCube)
Ah, Jungle Beat… Ohne viel über das Projekt des Teams hinter Super Mario Galaxy zu wissen, erwarb ich dieses Prachtstück am Tag seines Erscheinens… und bekam den Mund nicht mehr zu. Dieses 2,5D-Jump ‘n Run schreit förmlich „Arcade-Style“, denn es ist schnell, durchpoliert und actionreich bis zum Limit. Und typischerweise leider auch recht kurz. Doch die relativ geringe Spieldauer wird durch den enormen Wiederspielwert ausgeglichen, will man die großartig designten Level doch immer und immer wieder spielen. Ich für meinen Teil stellte die Bongos erst wieder zur Seite, als ich alle 72 Highscore-Medaillen mein Eigen nannte. Appropos Bongos: Auch wenn die ungewöhnliche Art der Steuerung viele Spieler abschrecken mag, funktioniert sie doch prächtig und trägt enorm zum Spielgefühl dieses Geheimtipps bei. Aus diesem Grund mache ich mir etwas Sorgen über die angekündigte Neuauflage mit Wiimote-Unterstützung, da ich mir eine solch präzise Steuerung wie mit den Bongos nicht vorstellen kann. Wer schlau ist, sollte sich ohnehin das GameCube-Original inklusive Trommeln beschaffen, denn das ist mit Sicherheit günstiger, als auf die Wii-Portierung zum Vollpreis zu warten.
Um aber noch einmal zurück zum eigentlichen Spiel zu kommen: Auch wenn es nur vier verschiedene Arten von Boss-Kämpfen gibt, so gehören diese definitiv zu den Höhepunkten des Spiels, vorallem wenn man bei Gewitter vor einem brennenden Ninja-Schloss oder im Weltraum auf einem in die Erdatmosphäre eintretenden Meteoriten kämpft. Grafisch gehört Jungle Beat ohnehin zu den hübschesten GameCube-Titeln, auch wenn man aufgrund der herausgezoomten Optik nicht immer jedes Detail mitbekommt. Statt irgendwelche halbgaren „Fun“-Racer mit hässlichen Redesigns der Rare-Affen zu produzieren, sollte Nintendo die wunderschöne und unverbrauchte Welt von Jungle Beat mal ein wenig ausbauen, denn gerade mit den Fähigkeiten der Wii stehen dem guten alten Donkey Kong völlig neue Wege offen. Solange die Herren von EAD mit dem Projekt betraut werden, mache ich mir da absolut keine Sorgen.
Platz 6: Lylat Wars (Nintendo 64)
Wann immer ich Lust habe, mal für ein, zwei Stündchen abzuschalten und einfach nur Unmengen an gegnerischem Kanonenfutter vom Himmel zu holen, gibt es für mich nur eine Wahl: Nein, weder Sin & Punishment, noch Metal Slug oder Gunstar Heroes. Das ist ein Job für Fox McCloud! Lylat Wars ist eines dieser Spiele, bei welchem man jede Spielminute den berühtem Nintendo-Feinschliff spürt (es sei denn, man befindet sich gerade im Multiplayer-Modus…). Jedes Level ist so herrlich actionreich und kurzweilig, dazu noch gespickt mit tollen Boss-Kämpfen, dass man es immer wieder spielen möchte. Durch die kurze Spieldauer und die vielen verschiedenen Routen, welche man im Spiel einschlagen kann, bietet Lylat Wars einen enormen Wiederspielwert, was auch der Grund dafür ist, das ich keinen anderen Titel so oft durchgespielt habe wie Fox‘ Nintendo 64-Auftritt. Lylat Wars zeichnet sich unteranderem auch dadurch aus, dass die Landmaster- und U-Boot-Missionen tatsächlich Spaß machen, wobei vorallem das Macbeth-Level, in welchem man per Panzer einen riesigen Gütertransporter Stück für Stück auseinandernimmt, zu meinen absoluten Lieblings-Level zählt. Zusammen mit den spannenden Dogfights mit dem Team Star Wolf und den Massenschlachten auf Katina und im Sektor Z machen diese Missionen Lylat Wars zu einer abwechslungreichen Action-Granate aller erster Güte.
Platz 5: Mystical Ninja: Starring Goemon (Nintendo 64)
Dieser Titel befindet sich nicht aufgrund spielerischer Qualität so weit oben in meinen Top 10 (obwohl es sich durchaus um ein solides Spiel handelt), sondern weil er mich so enorm geprägt hat. Mystical Ninja: Starring Goemon öffnete mir die Augen für Japan und seine Kultur, da mich der abgedrehte mittelalterliche Japano-Flair (durch den durchgeknallten Humor und die tolle Musik noch heute einzigartig) vollkommen in seinen Bann zog und mich nach mehr dürsten ließ. Wer den Artikel zu meinem 18. Geburtstag gelesen hat, weiß, dass ich heute ein großer Fan des Landes der aufgehenden Sonne bin und nicht nur seit längerer Zeit die japanische Sprache lerne, sondern auch meinen ersten Trip nach Nippon plane.
Das Spiel an sich konnte sich damals durchaus sehen lassen, vorallem da es noch vor dem Genre-König Ocarina of Time herauskam und somit sein eigenes Gameplay-Fundament aufbauen musste. Die Grafik mag nicht die hübscheste sein und auch spielerisch gab es keine großartigen Innovationen, aber dennoch: Goemons Abstecher in die 3D-Action-Adventure-Gefilde war ein gelungener, auch wenn der blauhaarige Ninja in seinen Jump ´n Run-Titeln am meisten zu glänzen weiß (aus diesem Grund handelt es sich bei dem Nachfolger, welcher wieder zu seinen Jumper-Wurzeln zurückkehrte, auch um einen der besten Sidescroller auf dem Nintendo 64).
Platz 4: Yoshi’s Island (SNES)
Manch einer mag sich inzwischen bereits gefragt haben, wo denn die Super Nintendo-Games bleiben. Leider konnte ich nur diesen einen Titel in meinen Top 10 unterbringen, da das SNES vor meiner Zeit war und ich erst viele Jahre nach seinem Erscheinen in den Genuss der riesigen Spielebibliothek kam. Dennoch, Yoshi’s Island hat sich Platz 4 redlich verdient, denn meiner Meinung nach handelt es sich dabei nicht nur um das beste 2D-Jump ´n Run, sondern das beste 2D-Spiel aller Zeiten. Mich wundert es noch immer, dass das Konzept dieses enorm innovativen Sidescrollers so gut wie noch nie kopiert wurde. Vielleicht liegt dies daran, dass das Gameplay so genau auf den Hauptcharakter, den grünen Knuddeldrachen Yoshi, zugeschnitten wurde. Wie dem auch sei: Spielerisch überzeugt die Reise durch Yoshis Insel auf ganzer Linie; einen besseren Abgesang hat wohl noch keine andere Konsole erlebt. Die Grafik ist noch heute, 13 Jahre nach dem Release, wunderschön anzusehen (danke an Shigeru Miyamoto und seinen Trotzkopf), der Umfang stimmt, jedes Level und jeder Boss-Kampf sind einzigartig und sprühen nur so vor Ideen und die Musik ist Koji Kondo-typisch höchst mitpfeifwürdig. In gewisser Weise sehe ich in Donkey Kong: Jungle Beat einen kürzeren, weniger ausgereiften spirituellen Nachfolger zu Yoshi’s Island, denn in Sachen Kreativität erreichte in letzter Zeit wohl nur Donkey Kongs GameCube-Abenteuer die Liga dieses Super Nintendo-Klassikers.
Platz 3: Super Mario 64 (Nintendo 64)
Mein erstes Videospiel, erschienen auf meiner ersten Konsole. Klar, dass Super Mario 64 sich einen Platz ganz oben auf der Liste sichern konnte. Wie Super Mario Bros. das Jump ´n Run-Genre in zwei Dimensionen defenierte, so tat es Super Mario 64 1996 bis 1997 mit den 3D-Hüpfspielen. Der Clou waren die für damalige Verhältnisse riesigen Welten, welche dank dem neuartigen Analog-Stick des Nintendo 64-Controllers und den großartigen Ideen von Shigeru Miyamoto und seiner Truppe nicht nur vollkommen frei begehbar, sondern auch frei befliegbar, beschwimmbar und besurfbar waren. Für jemanden wie mich, der außer ein paar Sessions auf dem Commodore 64 kaum Erfahrung mit Videospielen hatte, war dies natürlich dementsprechend beeindruckend. Innerhalb von Sekunden machte mich Super Mario 64 zum Nintendo-Fan und prägte meinen Videospielgeschmack wie kein anderes Spiel.
Ironischerweise fallen mir zu meinem ersten Videospiel kaum mehr Worte ein, weswegen ich es hierbei belassen möchte: Super Mario 64 ist ein Paradebeispiel für den Zauber, welcher Nintendo-Produkte ausmacht und gehört zu dem Besten, was uns das japanische Traditionsunternehmen seit seiner Entstehung im Jahre 1889 beschert hat.
Platz 2: Super Smash Bros. Melee (GameCube)
Wer in seinem Kopf während des Lesens dieser Zeilen einen gewissen Ansager hat „SUPER SMASH BROTHERS… MELEEEEEE!!!“ rufen hören, der dürfte auch nachvollziehen können, warum der zweite Teil von Nintendos erfolgreicher Crossover-Franchise so weit oben auf meiner Liste gelandet ist. Wenn ein Spiel es schafft, Millionen von Spielern dazu zu bringen, zig hunderte(!) Stunden an Freizeit hinein zu investieren und das auch noch ohne solchen Schnickschnack wie „Grinden“ und „Rare Drops“, dann ist das bereits äußerst beeindruckend. Im Falle von Smash Bros. kann man überdies aber auch davon ausgehen, dass ein Großteil dieser Zeit zusammen mit Freunden verbracht wurde und das hört sich doch schon gleich viel besser an.
Egal, wann ich mich mit meinen Zocker-Kollegen treffe, es stehen immer (aber absolut immer) wenigstens ein paar Runden Smash Bros. auf dem Programm. Heute ist es Brawl, zwischen 2002 und 2008 war es Melee. Kein Wunder also, dass es der Fun-Prügler auf Platz 2 meiner Liste geschafft hat, denn soviel gelacht und geschrien habe ich wohl bei keinem anderen Spiel. Und es war eine lockere Runde Melee, bei welcher ich drei meiner besten Kumpels kennengelernt habe. Wenn dies als Begründung für den zweiten Platz nicht reicht, dann vielleicht das ungewöhnliche, aber perfekt umgesetzte Gameplay, die gelungene Grafik mit wunderbar flüssigen Animationen, der herrliche Soundtrack bestehend aus Remixes diverser Klassiker aus dem Hause Nintendo oder die Unmenge an Geheimnissen und Goodies. Die Smash Bros.-Reihe mag nicht jedermanns Geschmack sein, doch diejenigen, die dem Charme verfallen sind, werden so schnell nicht mehr davon loskommen.
Platz 1: The Legend of Zelda: Ocarina of Time (Nintendo 64)
Manch einer wird jetzt vielleicht denken: „Was für ein vorhersehbarer erster Platz!“
Aber was soll ich tun? Wie Unmengen an anderen Videospielern hat mich Ocarina of Time vom Anfang (dem wunderschönen Opening) bis zum Ende (dem großartigen Finale und dem hervorragenden Ending) schlichtweg verzaubert. Es wird wohl niemals das perfekte Spiel geben, aber seit nunmehr zehn Jahren kann dieser Titel (zumindest meiner Meinung nach) von sich behaupten, diesem Ziel verdammt nahe gekommen zu sein. Wo soll man bei diesem Meisterwerk nur mit dem Lob anfangen? Nun, vielleicht bei der Musik, denn ich wette, dass 99% der Leser dieses Artikels beim Anblick des Namens „Ocarina of Time“ innerhalb von Sekundenbruchteilen einer der unzähligen großartigen Kompositionen von Koji Kondo im Kopf hatten, sei es nun Salias Lied, die Hymne des Sturms, Zeldas Wiegenlied, das Thema der Hyrule-Steppe oder der Gerudo-Wüste… Vielleicht sollte man mit dem Lob aber auch beim Dungeon Design anfangen, welches zum ersten Mal in drei Dimensionen dachte und uns ein cleveres Rätsel nach dem anderen präsentierte (und unser aller Gehirne mit dem berühmt-berüchtigten Wassertempel marterte)… Vielleicht sollte man aber auch bei den diversen kleinen Features anfangen: Den Ocarina-Melodien, dem Reiten auf Epona, dem Zeitreise-Element, dem Angel-Minispiel… Aber wahrscheinlich lobt man Ocarina of Time nicht aufgrund irgendwelcher Einzelheiten, sondern als ungemein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das quasi fehlerfrei ist. Ich jedenfalls weiß, dass ich nicht der einzige bin, der The Legend of Zelda: Ocarina of Time als den Höhepunkt seiner Zockerkarriere betrachtet. Danke, Nintendo.
Dank unserem Grafik-Zauberer kaneda (der sich mal wieder selbst übertroffen hat) darf sich Retro V über einen neuen Header freuen! Diesmal schmückt Ness aus Mother 2/Earthbound den Seitenkopf. Das Motiv stammt übrigens aus diesem großartigen Fanart eines Künstlers, dessen Namen ich leider nicht kenne (laut unserem Leser Cube soll es sich um einen gewissen „Cheavy“ handeln):
Ab heute, dem 24. Juli 2008, zähle ich 18 Lebensjahre und bin damit endlich volljährig. Für mich Anlass genug, in einem persönlichen Essay die wichtigsten Momente meiner Videospiel-Kindheit und -Jugend zu rekapitulieren und Billanz darüber zu ziehen, inwiefern das Hobby mein restliches Leben beeinflusst hat…
Normalerweise datiere ich den Beginn meiner Zockerkarriere auf den Kauf meiner ersten Konsole, dem Nintendo 64, im Frühjahr 1997. Tatsächlich jedoch hatte ich schon zuvor ein wenig Erfahrung im Bereich des elektronischen Zeitvertreibs gesammelt, verfügte unser Haushalt doch über einen Commodore 64. Da ich diesen allerdings nur unregelmäßig nutzte und das Spielen von Games noch nicht als ernsthaften Zeitvertreib betrachtete (welches Kind tut das in diesem Alter schon), musste schon Nintendos 64-Bit-Konsole daherkommen, um mich ein für alle Mal in den Videospiel-Bann zu ziehen.
Wie ich überhaupt auf das Nintendo 64 aufmerksam wurde? Über eine Werbe-VHS. Aufgrund meiner positiven Reaktion auf den Commodore 64 dachte meine Mutter wohl, dass mir diese neuartige Spielkonsole aus Japan ebenfalls gefallen könnte und kam irgendwann mit der Promo-VHS „The New Dimension of Fun“ nach Hause. Es dürfte wohl nicht viel länger als ein paar Minuten gedauert haben, bis ich in Anblick der bunten 3D-Welten (welche ich im Alter von 6 Jahren natürlich noch nicht als technische Errungenschaft anerkennen konnte) am Fernsehbildschirm klebte. Besonders die Präsentation von Super Mario 64 (meiner ersten Begegnung mit Nintendos Klempner) hatte es mir angetan, weshalb für mich eines klar war: Ich musste das Nintendo 64 zusammen mit Marios 3D-Debut unbedingt haben! Ich muss die Werbe-Kasette hunderte von Malen gesehen haben, bis ich die begehrte Konsole irgendwann 1997 endlich geschenkt bekam. Zusätzlich zu Super Mario 64 gönnte sich auch mein Vater noch einen zweiten Controller sowie Wave Race 64, ein zweites großartiges Spiel. Eine Zeit lang war auch meine Mutter dem Mario-Fieber verfallen, bevor ihr andere Pflichten die nötige Zeit zur Jagd auf die Power-Sterne raubten. Im Laufe des Jahres gesellten sich noch die Titel Mario Kart 64, Bomberman 64 und Pilotwings 64 zu meiner Sammlung hinzu, ebenfalls drei tolle Spiele, die ich stets in Ehren halte.
Während meine N64-Sammlung langsam aber stetig wuchs und ich mich mehr und mehr zu einem bewussten Nintendo-Fan entwickelte (inzwischen war ich auch im Besitz eines GameBoys), nahm ich das Angebot eines hiesigen Supermarkts wahr, welcher die letzten Super Nintendo (im Bundle mit Super Mario World und dem Super GameBoy) aus den Regalen räumte und für nur 50 Mark verkaufte und ließ mir die 16-Bit-Konsole zu Weihnachten schenken. Ein paar gute Titel für den grauen Kasten kannte ich bereits von Freunden, doch ich ahnte nicht, welche Meisterwerke ich noch darauf spielen würde: Zelda: A Link to the Past (von dessen bloßer Existenz ich nicht einmal etwas wusste, bis meine Mutter mir das Spiel eines Tages vom Flohmarkt, mit Anleitung und Verpackung wohlgemerkt, mitbrachte), Donkey Kong Country 2 und Yoshi’s Island (meiner Meinung nach noch immer das beste 2D-Spiel überhaupt) stellten allesamt Höhepunkte meiner Zockerkarriere dar. Der Kracher aller Kracher jedoch ereignete sich bei mir mit etwas Verspätung, nämlich 1999, auf dem Nintendo 64: Nachdem ich, uninformiert wie ich zu der Zeit noch war, die Zelda-Spiele bislang stets als stumpfe Monsterklopperei verkannt hatte (ich spielte A Link to the Past erst einige Zeit später), probierte ich „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ irgenwann einmal trotzdem aus… Und erlebte die Spieleerfahrung meines Lebens! Ich möchte an dieser Stelle gar nicht explizit auf das Meisterwerk eingehen, da so gut wie jeder Leser wohl die selben Erfahrungen wie ich gemacht hat. Gesagt sei nur, dass auch heute noch die ersten paar Noten einer der Okarina-Melodien ausreichen, um bei mir eine Gänsehaut zu verursachen.
Zu weiteren Höhepunkten meiner N64-Ära zählen Diddy Kong Racing, Banjo-Kazooie, Mario Party, Super Smash Bros., Lylat Wars, Zelda: Majora’s Mask, Mischief Makers und Mystical Ninja: Starring Goemon, wobei ich auf letzteres später noch einmal aus anderem Grund eingehen werde. Obwohl das Nintendo 64 oft wegen einer zu kleinen Spielebibliothek kritisiert wird, stellt die Sammlung für meine erste Konsole die bislang größte dar, selbst der DS kommt da nicht heran.
Da die GameCube-Ära nicht ganz so ereignisreich verlief (auch wenn Super Smash Bros. Melee den von mir meistgespielten Titel überhaupt darstellt) und ich die Leser nicht allzu lange mit dieser melancholisch verklärten Retrospektive langweilen möchte, gehe ich über zu einer Erklärung, die ich inzwischen schuldig sein dürfte: Ja, ich war bzw. bin im Besitz einer Playstation/Playstation 2, allerdings hat es zwischen uns nie so richtig gefunkt. Das hat mehrere Gründe: Zum einen habe ich die Sony-Konsolen aufgrund des Preises stets recht spät erworben, weshalb viele Titel beim Erwerb des Geräts bereits ihr Alter zeigten. Zum anderen kann ich mit den Spielen westlicher Entwickler leider überhaupt nichts anfangen. Ein dritter Grund dürfte sein, dass die Produkte aus dem Hause Nintendo meinen Geschmack in Sachen Videospiele zu sehr geprägt haben, sodass ich bestimmte Elemente in den Produkten der Konkurrenz schmerzlich vermisste. God of War, Devil May Cry, Kingdom Hearts, GTA… Vieles habe ich ausprobiert, nur wenig sagte mir auf Dauer zu. Dies ist der Grund, warum ich heute keinerlei Ambitionen habe, mir eine PSP, PS3 oder XBox360 zuzulegen. In aller Fairness muss ich jedoch sagen, dass mir durchaus einige Titel auf den Sony-Plattformen zugesagt haben, darunter Ape Escape auf der PS1 und Disgaea und Okami auf der PS2.
Im Folgenden möchte ich kurz darauf eingehen, inwiefern sich mein Verhalten im Bezug aufs Spielen selbst verändert hat. Eines ist sowieso klar: Solch beeindruckende Spielerlebnisse wie in den 90ern werde ich nie wieder erleben, denn die Magie, welche Videospiele in Kinderaugen ausstrahlen, ist ab einem bestimmten Alter schlicht verschwunden. Vielmehr faszinieren mich Spiele heutzutage als beeindruckende Gesamtkunstwerke und genau das haben in den letzten Jahren neben Nintendos Blockbustern á la Metroid Prime und Super Mario Galaxy vorallem Spiele wie Donkey Kong: Jungle Beat, Paper Mario 2, Mario & Luigi: Superstar Saga, Drill Dozer, Dragon Quest Heroes: Rocket Slime, Animal Crossing: Wild World und sogar Klassiker wie The Legend of Zelda, Mega Man und Earthbound geschafft. Trotzdem werde ich in zehn Jahren wohl eher nostalgisch auf meine Zeit mit dem Nintendo 64 zurückschauen, schließlich stellt dieser Lebensabschnitt eine Zeit dar, in der alles ein wenig beeindruckender wirkte. Ganz objektiv ist das natürlich nicht und genau das scheinen Videospieler gerne zu vergessen, wenn sie mal wieder ein Spiel mit dessen Vorgänger aus längst vergangenen Zeiten vergleichen. Aber ich schweife schon wieder ab.
Worauf ich eigentlich zu sprechen kommen wollte, ist die Art wie ich an Videospiele herangehe. In meiner Kindheit, als ich noch Freizeit im Überfluss hatte, konnte es schonmal Jahre dauern, bis ein Spiel durchgespielt war. Als Kind hatte man schließlich auch Spaß am Spiel, ohne wirklich voranzukommen. Im Laufe der Zeit wurde das Durchspielen allerdings immer mehr zum Ziel der Spielesessions und den Höhepunkt dieser Wandlung betrachtete ich vor kurzem beim Spielen von Harvest Moon, welches ich mir über den Virtual Console-Service heruntergeladen hatte. Wie neben mir stehend beobachtete ich, mit welcher Systematik ich an die eigentlich so entspannte Bauernsimulation heranging. Innerhalb eines Spieljahres hatte ich geheiratet, ein Kind, mein Haus vollkommen ausgebaut, alle goldenen Werkzeuge in meinem Besitz, ordentlich Vieh und jede Menge Kohle. Die Konsequenz: Das Spiel hatte für mich erst einmal seinen Reiz verloren, ich sah es als durchgespielt an, obwohl ich erst ein Drittel des Spiels hinter mir hatte. Dies zeigt sehr deutlich: Die wenige Zeit, welche nicht durch Schule, Ausgehen oder kreative Arbeit am Computer verschlungen wird, wird effizient genutzt. Auch aus den Spielen selbst versuche ich heutzutage alles herauszuholen: Das zeigt sich zum einen daran, dass kaum ein Titel aus meiner Sammlung noch nicht komplett durchgespielt wurde, zum anderen daran, dass ich zur selben Zeit meist nur ein einziges Spiel zocke, nicht wie noch vor wenigen Jahres zwei bis drei.
Nachdem der Artikel bereits viel länger geworden ist, als ich anfangs vorhatte, möchte ich nun endlich auf den Gesichtspunkt eingehen, weswegen ich diesen Beitrag überhaupt verfassen wollte: Den (positiven) Einfluss von Videospielen auf mein Leben. Viel zu oft wird sich in den Medien darüber ausgelassen, wie schädlich Videospielkonsum für Kinder und Jugendliche sei und wie aggressiv all die „Killerspiele“ machten. Ich jedoch beobachte bei mir einen enorm positiven Einfluss durch das interaktive Medium. Alles fing wohl damit an, dass ich mir die Bildschirmtexte in Super Mario 64 stets von meinen Eltern vorlesen lassen musste. Als ich dann 1997 eingeschult wurde, war genau dieses Spiel Ansporn genug, so schnell wie möglich Lesen und Schreiben zu lernen. Wer diese Zeilen liest, weiß, wohin dieser Ansporn geführt hat: zum kreativen Schreiben. Und wer jetzt denkt, da hätten andere Faktoren eine größere Rolle gespielt, der irrt: Die Anzahl an Büchern, die ich in meinem 18-jährigen Leben gelesen habe, ist fast schon beschähmend gering. Tatsächlich stellen den Löwenanteil an Literatur, welchen ich über all die Jahre gelesen habe, Texte zum Thema Videospiele (in einem breiten Sinne wohlgemerkt) dar. Und das beschränkt sich natürlich nicht nur auf deutschsprachige Texte. Hier greift der zweite große Pluspunkt: Das Erlernen von Englisch fiel mir durch englischsprachige Texte über Videospiele und englische Games selbst erheblich leichter.
In Sachen Sprachen brachten mich Videospiele also direkt und indirekt deutlich voran. Dies zeigt sich auch am dritten Beispiel: Irgendwann im Jahre 1998 fand ein Spiel mit dem Namen „Mystical Ninja: Starring Goemon“ den Weg in den Modulschacht meines Nintendo 64. Der schräge Japano-Stil und die einzigartige Musikuntermalung des Action-Adventures ließen in mir ein Bewusstsein für Japan erwachen; die etwa um die selbe Zeit anlaufenden Anime-Serien auf RTL2 (wie „Digimon“ oder „Dragon Ball“) verschlang ich dementsprechend und entwickelte mich über die Jahre zu einem großen Manga- und Anime-Fan. 2008, zehn Jahre nach der ersten Begegnung mit Goemon, besuche ich bereits seit mehr als einem Jahr einen Japanisch-Kurs, beherrsche alle Hiragana und Katakana (sozusagen die Standart-Schriftzeichen), mache mich nun an die Kanji (Schriftzeichen chinesischer Herkunft) und spare fleißig für meine erste Reise ins Land der aufgehenden Sonne.
Einen letzten Aspekt postiven Einflusses durch Videospiele möchte ich noch ansprechen: Musik. Ich bin stolz darauf, eine große Bandbreite an Musikgenres zu hören, Grund dafür sind fast ausschließlich Videospiele, aber auch Animes, denn diese führten mich an eine Vielzahl von Musikrichtungen heran. Erst in den letzten Jahren erwachte schließlich auch ein Interesse an den Kompositionen an sich, sodass ich mir im „hohen Alter“ noch ein Keyboard zulegte, wobei ich jedoch schon zuvor kreativ mit Musik arbeitete und diese am Computer abmischte (auch dies begann mit einem Videospielsong).
Eigentlich wollte ich noch auf weitere Punkte eingehen, so z.B. das eigene Entwickeln von Spielen via RPG Maker und Co. und meine Haltung gegenüber Onlineforen im Laufe der letzten Jahre, doch da sich dieser (zugegebenermaßen ziemlich egozentrische) Artikel, welcher eigentlich nur ein kleines Essay werden sollte, schon zu sehr in die Länge gezogen hat, bleibt mir an dieser Stelle nur noch eines zu sagen: Danke für eure Aufmerksamkeit.
Jawohl, wie schon im letzten Jahr küren die Autoren von Retro V zum Jahresende auch diesmal wieder ihre persönlichen Lieblingsbeiträge. Dieses Jahr sitzt Oliver.S mit im Boot, startete Retro V doch mit seinem Gastpost „Nicht nötig, aber unverzichtbar“ schwungvoll ins Jahre 2007. Kurz darauf konnten wir ihn bereits zu den festen Mitgliedern der Autoren-Crew zählen, auch wenn er sich schon im August des selben Jahres wieder verabschiedete, um seine Prioritäten in Sachen Videospielen neu zu setzen. Hoffen wir, bald wieder von ihm hören zu dürfen. Doch nicht nur der gute Oliver gab sein Bestes, die Retro V-Leser zu unterhalten, auch Neo C. sorgte weiterhin für regelmäßiges Lesefutter und auch wenn mein Kopf nicht gerade vor Artikelthemen zu platzen droht, wie es bei meinen beiden Kollegen der Fall zu sein scheint, so habe ich mich trotz allem bemüht, jeden Monat zumindest einen Beitrag präsentieren zu können. Glücklicherweise erhielten wir kurzzeitig Unterstützung von einem unserer treuesten Leser ness, der uns in zwei Gastposts über die Fülle an Shoot ‘em Ups auf Wiis Virtual Console aufklärte. Auch kaneda soll nicht unerwähnt bleiben, designte er doch den Header für unseren Blog. Übrigens konnte sich Retro V inzwischen über mehr als 128.000 Besucher freuen, wobei ein Großteil dieser in den Frühlings- und Sommermonaten auf die Seite stürmte. Ich hoffe, dass dieser Blog im Jahre 2008 weiterhin an Popularität gewinnt und sich einem noch größeren Publikum erschließt.
Und nun, ohne weitere Worte zu verschwenden, präsentiere ich die „Top of the Posts“ von Oliver.S, Neo C. und meiner Wenigkeit, Otaku1990…
Wenn mich jemand fragen würde, was das tollste an der Arbeit eines Redakteurs ist, dann würde ich antworten: Die Tatsache, dass man Leuten etwas Neues vermitteln kann. Und genau deswegen landet „Die Ungehörten – Episode I“ in dieser Liste. Schon bei der Auswahl der Musikstücke war ich sehr aufgeregt, da ich die Reaktionen und Meinungen der Leser nicht abwarten konnte. Denn für mich ist es so: Wenn ich eine Sache wirklich gerne habe, dann möchte ich sie unbedingt mit anderen Teilen, ihnen zurufen und sagen: „Hey, hör dir das mal an, vielleicht gefällt es dir auch.“ Ach, da fällt mir ein, dass dies ein perfekter Platz ist, um Daniel (Shogoki) aus dem GU-Forum für seine unermüdliche Begeisterung für die Spiele der Dragon Quest-Serie zu danken, die mir einen genialen Sommer bescherte, in dessen Nächte die wundervollen Kompositionen von Koichi Sugiyama durch mein offenes Fenster (und das Fliegennetz…) in den nächtlichen Sternenhimmel drangen. Ich glaube kaum, dass jemand einen vergleichbaren Nutzen aus diesem Artikel erhalten hat, aber schön wäre es zweifellos.
Dieser Artikel ist durch ein Gespräch mit Sebastian (GU- und Gaming Media-Lesern als Yoshi wohlbekannt) entstanden. Das Interessante war der Verlauf des Gespräches, denn am Anfang war ich dort der Meinung, dass Aonuma der falsche Mann auf dem Stuhl des Directors/Producer für die Zelda-Serie wäre. Die Diskussion mit meinem Freund brachte mich allerdings ins Grübeln und bei den im Text angesprochenen „Zelda-Fans“ musste ich mich eigentlich teilweise an der eigenen Nase fassen. Selbst während des Schreibens des Artikels änderte sich meine Meinung noch weiter. Sprich: Ein Artikel, der sich von selbst schrieb.
Dieser Artikel ist meine persönliche Nummer Eins und dies aus furchtbar subjektiven Gründen (aber schließlich reden wir hier von einer „persönlichen“ Nummer Eins, da wird das schon in Ordnung gehen). Rare war schon immer da. Davor war die Leere. Soll heißen: An jenem denkwürdigen Nachmittag im Jahre 1992, als ich bei unseren Nachbarn zum ersten Mal in meinem Leben NES Spielen durfte, wechselten zwei Spiele mehrfach den Modulschacht des Brotkastens: Das eine war Super Mario Bros. und machte mich auf einen Schlag zum Miyamoto-Fan. Das andere war Snake Rattle’n'Roll und machte mich zum Rare-Fan. Und daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Sicher, Star Fox Adventures war ein Fall für den Mülleimer und das Ego-Shooter-Team bei Rare sollte lieber die Finger vom Genre lassen, da von diesem Team, das einst hinter Golden Eye und Perfect Dark stand, die mit Abstand meisten Leute gegangen sind (auch wenn jeder Nintendo-Fanboy dem Märchen zustimmt, wonach praktisch jeder gute Rare-Mitarbeiter die Firma verlassen hätte…). Aber – die Jungs und Mädels sind immer noch da draußen und werfen klasse (Kameo: Elements of Power) und manchmal auch noch geniale (Viva Pinata) Software ab. Und mir persönlich tut es in der Seele weh, wenn auf der einen Seite verbitterte Nintendo-Fans so tun, als hätte die einst in den Big N-Tagen doch ach so vergötterte Truppe plötzlich jedes Talent verloren und wenn die Mehrheit der Xbox 360-Besitzer herabschauend auf die Rare-Titel blickt und sie als Kinderkram vorverurteilt. Ja, Rare hätte irgendeinen Weg finden müssen, um mit Nintendo auch den weiteren Weg beschreiten zu können, aber gut, diese Geschichte wurde wirklich schon zu Genüge durchgekaut. Deswegen hoffe ich doch, dass wenigstens eine Person diesen Artikel gelesen und einen genaueren Blick auf Rares aktuellen Output geworfen hat. Ob Banjo-Threeie etwas an dieser Situation ändern wird, ich glaube es kaum. Aber für Wunder ist diese Branche ja immer gut.
Ein historisches Ereignis. Es war wichtig, diesen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Nachdem die Wii in Japan bereits eine grössere Hardwarebasis hat als der Cube es je hatte (!) und sie in Europa wahrscheinlich die Zahlen vom Cube geknackt hat, lautet die Frage nun nicht mehr, ob sie die Vorgängerkonsolen wie das N64 und das SNES toppen kann, sondern wann.
Auch ein historisches Moment. In der Zwischenzeit hat der DS jedoch weitere Rekorde gebrochen, zum Beispiel eine höhere Hardwarebasis als die PS2 in Japan! Weitere Schlagzeilen wird der DS meiner Meinung nach vor allem im Westen machen, da hat’s noch viel Luft nach oben. Der schöne Nebeneffekt all dieser Verkäufe ist natürlich der gestiegene Softwaresupport seitens der Third Parties, allerdings kommen die anspruchsvollen Spiele immer noch mehr aus Japan als vom Westen.
Das Leistungsdenken beiseite schieben und wieder ein bisschen Mensch sein lautet hier die Devise. Ruhige, elegant gebaute Konsolen tragen auch zum Spielgefühl bei. Aufgrund des anhaltenden Wii-Erfolges besteht die Hoffnung, dass in der nächsten Generation keine 5 kg schwere Konsole vorgestellt werden. Technikenthusiasten weinen schon jetzt eine Träne nach, dass Leistung nicht mehr das Thema sein wird.
Retro V befasst sich nicht nur mit Games der Vergangenheit sowie der Gegenwart, ab und an schleichen sich auch Beiträge zum Thema Anime und Manga auf der Seite ein. Kein Wunder, haben diese doch wie viele Aspekte der japanischen Kultur einen großen Einfluss auf die Videospielwelt. Dies gibt mir die Möglichkeit, den Lesern unseres Blogs einige versteckte Perlen im schier unüberschaubaren Manga-Sandstrand näherzubringen. Die Leidensgeschichte von Naoki Urasawas Werken in deutschen Gefielden ist lang und voller Missverständnisse, sodass ich mit meinem Artikel versuchte, wenigstens ein paar neue Leser für diese großartigen Serien des Manga-Meisters zu gewinnen. Schade nur, dass aus dem angepeilten Pluto-Release im September 2007 nichts wurde, da Egmont Manga & Anime noch immer Probleme mit dem Lizenzgeber hat.
Mit zu meinen schönsten Videospielerlebnissen des Jahres 2007 zählte das Durchspielen von Earthbound, dem hierzulande nie erschienen RPG mit Ness in der Hauptrolle. Wie ein gameplaymäßig dermaßen traditionelles Rollenspiel mich als Genre-Muffel dermaßen in seinen Bann ziehen konnte, verwundert mich noch heute ein wenig und die Gründe, sowie einige Details zum Spiel selbst, wollte ich dann auch sogleich den Retro V-Lesern mitteilen, sodass ein größeres Verständnis für dieses doch recht obskure Spiel in den Köpfen der Zocker entstehen würde. Für mich warf sich beim Schreiben dieser Zeilen außerdem die Frage auf, ob ich mich nicht vielleicht doch mal an Dragon Quest 8 herantrauen sollte, wenn mich auch Earthbound mit purem Charm für sich gewinnen konnte…
Dieser Zweiteiler gefällt mir daher so gut, weil ich das Gefühl habe, damit eine umfassende Retrospektive verfasst zu haben, wie es sie im Internet kein zweites mal gibt. Daher fällt die Begründung für den ersten Platz auch etwas kürzer aus: Mir gefällt die Kolumne einfach unheimlich gut. Sagen wir es mal so: „Die Evolution des Controllers“ ist die Art von Videospielartikel, die ich selbst am liebsten lese.
Retro V wünscht allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2008!